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SinaVon 3 Min. Lesezeit

Bosch startet Startup-Plattform in China mit Mi Chain

Bosch bündelt mit Mi Chain Co-creation seine Startup-Förderung in China. Teams in der Seed-Phase werden unterstützt — auch im Bereich Software für E-Autos.

Bosch startet Startup-Plattform in China mit Mi Chain

Der deutsche Zulieferer Bosch (博世) weitet sein Engagement im chinesischen Innovationsmarkt aus. Über die Konzerntochter Bosch Innovation Works (博世创新工场) wurde am 12. Oktober 2024 eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Projektentwickler Mi Chain Co-creation (米链共创) vereinbart. Gemeinsam gründen beide das Inkubations- und Beteiligungsvehikel „BoChain Co-creation", das Gründerteams in der Seed- und Angel-Phase fördern soll. Der Schritt ist für Bosch strategisch bedeutsam, weil der Konzern damit frühzeitig Zugang zu Software-, Sensorik- und Fertigungstechnologien sichert, die auch für softwaredefinierte Fahrzeuge und Elektroautos der nächsten Generation entscheidend sind.

Zwei Kernthemen — und der EV-Bezug

Die Zusammenarbeit konzentriert sich zunächst auf zwei Bereiche: die telemedizinische Fernüberwachung (Remote Health Monitoring) und die softwaregetriebene intelligente Fertigung. Für deutsche E-Auto-Fahrer ist vor allem der zweite Punkt relevant: Softwaregesteuerte Produktions- und Sensorik-Kompetenzen fließen bei Bosch direkt in Fahrassistenzsysteme (ADAS), Batteriemanagement und die Fahrzeug-Elektronik ein. Bosch ist der weltgrößte Automobilzulieferer und liefert unter anderem Sensoren, Brems- und Lenksysteme sowie Software-Plattformen an nahezu alle großen E-Auto-Hersteller — von VW über BYD (比亚迪) bis Tesla.

Die Partner versprechen sich von der Kooperation einen strukturierten Weg, externe Startups zu identifizieren, zu prüfen und bis zur Marktreife zu begleiten. Bosch verfolgt damit eine langfristig angelegte Innovationsstrategie: chinesische Gründer und ihre Ideen sollen direkt mit eigenen Technologien, Patenten und Marktzugängen verbunden werden.

Arbeitsteilung der Partner

Der Ansatz folgt einem geschlossenen Prozess von der landesweiten Rekrutierung über mehrstufige Auswahlrunden bis zur Begleitung, Investition und letztlich der industriellen Umsetzung. Die Plattform soll dauerhaft betrieben werden und nach Angaben der Partner zwei bis drei Jahrgänge pro Jahr starten.

Einordnung

Mit „BoChain Co-creation" erweitert Bosch sein bestehendes China-Engagement, zu dem bereits der Corporate-Venture-Arm Bosch Ventures und die marktorientierte Beteiligungsplattform Boyuan Capital gehören. Ziel ist es, den eigenen Innovationsvorrat außerhalb des klassischen Kerngeschäfts zu vergrößern — gerade in Feldern, in denen chinesische Startups besonders schnell sind. Die Kooperation ist damit auch eine Absicherung gegen den wachsenden Innovationsdruck im globalen Automobil- und Elektronikgeschäft.


In Deutschland

Bosch ist mit Sitz in Gerlingen-Schillerhöhe der größte Automobilzulieferer der Welt und in Deutschland wie in ganz Europa eng mit der Autoindustrie verzahnt — von Fahrassistenz- und Bremssystemen bis zu Batterie- und Antriebselektronik. Für hiesige Hersteller und Zulieferer ist die China-Offensive des Konzerns ein Signal: Innovationen für softwaredefinierte Fahrzeuge und E-Antriebe entstehen zunehmend auch außerhalb Europas und werden über Kooperationen frühzeitig gesichert. Ein direktes Produkt oder Modell ist mit dieser Meldung nicht verbunden.

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