BYD kauft 10 Frachter: Flotte wächst auf 18 Schiffe
BYD (比亚迪) stockt seine eigene Hochseeflotte massiv auf. Wie Konzern-Vizechef Li Ke bei einem Medienbesuch in Belgien bestätigte, hat der Hersteller zehn weitere Autotransporter (PCTC) geordert. Damit wächst die eigene Flotte nach Auslieferung aller Neubauten auf 18 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von mehr als 130.000 CEU (Standard-Stellplätze für Pkw).
640 Millionen Euro für die erste Charter
Der Aufbau einer eigenen Reederei ist keine Kurzschlussreaktion. Bereits 2022 gab BYD acht Roll-on/Roll-off-Frachter in Auftrag, Investitionsvolumen: ca. 640 Mio. € (ca. 5.000.000.000 Yuan). Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Seit Januar 2024 das erste Schiff, die „Pioneer 1", vom Stapel lief, sind Schiffe wie „Changzhou", „Hefei", „Shenzhen", „Xi'an" und „Changsha" in Dienst gegangen. Die „Shenzhen" ist mit 219,9 Metern Länge, 37,7 Metern Breite und 16 Decks der derzeit größte Autofrachter der Welt — Platz für 9.200 Standardfahrzeuge.
Export läuft der Logistik davon
Der eigentliche Grund für die Zusatzorder ist schlicht: Die Kapazität reicht nicht mehr. 2025 überschritt BYD die Marke von einer Million Auslandsverkäufen, von Januar bis August 2026 summierten sich die Exporte bereits auf mehr als 1,158 Millionen Einheiten. Damit stammt mehr als 40 Prozent des Absatzes aus Übersee. Im März hob der Konzern das Exportziel für 2026 von 1,3 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge an — Europa zählt dabei zu den am schnellsten wachsenden Märkten.
Frachtraten steigen um 65 Prozent
Verschärft wird die Lage durch den weltweit angespannten Markt für Autotransporter. Laut Schifffahrtsdaten lag die Jahrescharterrate für mittelgroße PCTC im Juni 2026 bei 70.000 US-Dollar pro Tag — ein Plus von 65 Prozent gegenüber 42.500 US-Dollar Ende 2025. Für einzelne Schiffe mit 6.500 Stellplätzen werden sogar 80.000 US-Dollar täglich aufgerufen. Die Analysefirma Veson schätzt, dass rund eine Million chinesische Fahrzeuge wegen fehlender Ro-Ro-Kapazität auf Containerfrachter ausweichen mussten.
Die Rechnung dahinter ist einfach: Eine eigene Flotte fährt deutlich günstiger als jede Charter zum Marktpreis — und sie garantiert, dass Fahrzeuge termingerecht beim Händler ankommen.
SAIC, Chery und Changan ziehen nach
BYD ist mit diesem Modell nicht allein. Auch SAIC, Chery und Changan haben eigene Transporter bestellt. Beim Tempo und beim Volumen liegt BYD derzeit allerdings deutlich vorn.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten.
Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus. Die eigene Flotte ist für deutsche Kunden vor allem indirekt relevant: Sie verkürzt Lieferzeiten und macht die Modellpalette unabhängiger von knappen Charterkapazitäten. Auch die 2026 stark steigenden Frachtraten dürften sich langfristig eher dämpfend auf die Endpreise auswirken, wenn die Fahrzeuge mit eigenen Schiffen nach Europa kommen.
===MARKTRELEVANZ===
global_industry
===MARKEN===
BYD, SAIC, Chery, Changan