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CherySinaVon 3 Min. Lesezeit

Chery: 400-Wh/kg-Akku und L4-Robotaxi bis 2030

Chery präsentiert seine Strategie 2035: eigene Chips, KI CheryMind, Feststoffbatterie mit 400 Wh/kg, L4-Robotaxi. In Europa expandiert die Marke über Omoda.

Chery: 400-Wh/kg-Akku und L4-Robotaxi bis 2030

Auf der Global Innovation Conference am 20. Oktober 2026 im Chery (奇瑞) Technologiezentrum in Wuhu hat der Konzern seine „Yaoguang 2035"-Strategie vorgestellt. Kern der Ankündigung: Chery will sich vom klassischen Autohersteller zu einem „KI-getriebenen globalen Technologieunternehmen" wandeln. Konzernchef Yin Tongyue formulierte es zugespitzt: Chery sei „ein Hightech-Unternehmen im Auto-Mantel".

Eigene Chips statt zugekaufter Elektronik

Mit der Ziwei-Chipfamilie stellt Chery erstmals eigene Halbleiter vor. Die S-Serie (SiC) erreicht im Spitzenmodell S1500 einen Wirkungsgrad von 99,6 Prozent und arbeitet bis 200 °C. Der C100 ist ein Automotive-Chip für das „Endgerät" der physikalischen KI und laut Chery auf Modelle mit 100 Milliarden Parametern zugeschnitten. Damit will sich der Hersteller aus der Abhängigkeit von Zulieferern lösen — ein Schritt, den in China bislang nur wenige Volumenhersteller gehen.

Die dazugehörige KI-Plattform CheryMind ist als „Gehirn für die physische Welt" positioniert. Die Datenbasis: 700 TB Unternehmenswissen, 200 PB Entwicklungsdaten, 25 Millionen Clips Trainingsmaterial aus dem Fahrbetrieb. Über 1.500 Geschäftsprozesse seien bereits angebunden, die Belegschaft nutze das System im Schnitt 60.000-mal pro Tag.

L4-Robotaxi und Fluggeräte

Für das autonome Fahren kündigt Chery ein „nativ für den globalen Einsatz entwickeltes" Robotaxi an. Das Fahrzeug ist für Stufe 4 des autonomen Fahrens (SAE-Klassifikation) ausgelegt und soll ab Werk als Robotaxi produziert werden, nicht nachträglich umgebaut. Sechs Sicherheitsebenen von Sensorik bis Flottenmanagement sollen den Betrieb absichern. Zielmarke: 100.000 Fahrzeuge im weltweiten Betrieb bis 2030.

Auch die Luftfahrt ist Teil der Strategie. Mit der Lingxiao-Reihe zeigt Chery zwei elektrische Senkrechtstarter (eVTOL):

Laden, Batterie und Stromnetz

Gemeinsam mit CATL (宁德时代) hat Chery die „Xunlong"-Schnellladung entwickelt: 1.500 A Stromstärke, 1,44 MW Systemleistung, Ladekabel unter zwei Kilogramm. Fünf Minuten Laden sollen 500 km Reichweite bringen — wohlgemerkt unter chinesischen Testbedingungen; eine Bestätigung nach WLTP steht aus. Die Kühlung erfolgt über immersionsgekühlte Leitungen, das System soll zudem Netzdienstleistungen übernehmen können.

Bei der Batterie nennt Chery eine Energiedichte von 400 Wh/kg für die Feststoffzelle. Der Akku arbeite zwischen −40 °C und 100 °C stabil und habe einen Heißbox-Test bei 200 °C überstanden. Die Pilotfertigung soll 2027 anlaufen — Serienreife dürfte damit frühestens Ende des Jahrzehnts erreicht sein.

Auch Vehicle-to-Grid wird konkret: 2029 will Chery weltweit 20.000 V2G-Standorte errichten, zuerst in Shanghai, Hefei, Guangzhou und Wuhu. Ergänzend zeigt der Konzern induktives Laden mit 11 bis 22 kW, das nach dem automatischen Einparken ohne Kabel arbeitet.

Cockpit, Roboter und Landwirtschaft

Der Innenraum der Zukunft heißt bei Chery „Lingxi 8D": Eine AIOS-Architektur verbindet Fahrwerk, Cockpit, Fahrassistenz und Antrieb mit Reaktion im Millisekundenbereich. Acht Sinnesdimensionen — von Akustik über Duft bis Gesundheit — werden zentral angesteuert, beim Filmabend im Stand synchronisieren sich Fahrwerk, Licht und Sound.

Die Technologie soll ausstrahlen: Chery nennt elektrische Landmaschinen mit 74 Prozent geringeren Energiekosten, dazu Roboter für Verkehr, Kliniken und Kinderbetreuung. Für die Forschung wurde mit der Universität für Wissenschaft und Technik Chinas die „2050 Future Academy" gegründet.


In Deutschland

Chery plant mit der Marke Omoda eine Expansion nach Europa. Die in Wuhu vorgestellten Technologien — Feststoffzelle, eigene Chips, L4-Robotaxi — sind langfristige Ankündigungen ohne konkreten Deutschland-Termin. Für hiesige Käufer relevant bleibt zunächst das bestehende Omoda- und Jaecoo-Angebot mit Verbrennern und Plug-in-Hybriden. Ob 1500-A-Laden oder 400-Wh/kg-Akku europäische Serienmodelle erreichen, ist offen; die Ladeinfrastruktur mit 1,44 MW ist in Deutschland derzeit flächendeckend nicht darstellbar.

===MARKTRELEVANZ=== global_industry

===MARKEN=== Chery, CATL, Omoda, Jaecoo

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