Nio-Partner TIES: Neue 588-Ah-Zelle umgeht CATLs Festkörper-Probleme
Der Nio-Zulieferer Tianmu Lake Institute of Advanced Energy Storage Technologies (TIES) hat gemeinsam mit der staatlichen China Green Development Group (CGDG) Anfang Januar 2026 zwei neue Halbfestkörper-Batteriezellen vorgestellt. Die 314-Ah- und 588-Ah-Zellen basieren auf einer Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) und nutzen die sogenannte In-situ-Verfestigung: Dabei wird der flüssige Elektrolyt während der Produktion chemisch in eine stabile Feststoffmatrix umgewandelt. Ziel ist es, die Lücke zwischen klassischen Lithium-Ionen-Zellen und reinen Festkörperplattformen zu schließen – ohne komplett neue Fertigungsstraßen. Die Serienproduktion ist für 2026 angekündigt.
Technische Details und regulatorischer Trick
Die 588-Ah-Zelle ist für Langzeit-Energiespeicher mit langen Entladezeiten optimiert, während die 314-Ah-Variante auch für Elektrofahrzeuge interessant ist. Beide nutzen ein LFP-Kathodenmaterial mit Kohlenstoffzusätzen. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Ab dem 1. Juli 2026 definiert eine neue chinesische Nationalnorm Zellen mit einem Flüssigkeitsanteil von 5 bis 20 Prozent als „Flüssig-Feststoff-Architektur". TIES kann seine bestehenden Produktionslinien mit weniger als zehn Prozent Umbauaufwand umrüsten – und spart sich damit die Milliarden-Investition in reine Festkörper-Anlagen. Die umgangenen Investitionskosten von ca. 62,36 Milliarden Yuan entsprechen etwa 8,0 Milliarden €.*


