BYD Seagull (2. Gen.): Heckantrieb und 95 kW
Die zweite Generation des BYD (比亚迪) Seagull ist in China aufgetaucht — und die Überarbeitung hat es in sich: Der Elektromotor wandert von der Vorder- auf die Hinterachse. Damit wechselt der Kleinstwagen vom Front- auf Heckantrieb, gleichzeitig entsteht unter der vorderen Haube Platz für einen zusätzlichen Stauraum. Offizielle Preise und einen Marktstarttermin hat BYD noch nicht genannt; die Zulassungsdaten beim MIIT (chinesisches Industrie- und Informationsministerium) liegen aber bereits vor.
95 kW statt 55 kW, Mehrlenker statt Verbundlenker
Die erste Generation des Seagull fuhr mit einem 55-kW-Motor an der Vorderachse. Künftig sitzt das Aggregat hinten; die MIIT-Daten nennen den Motor TZ164XYB aus der Fertigung von Zhengzhou BYD Auto Co., Ltd. mit 95 kW (129 PS). Die Höchstgeschwindigkeit steigt dadurch auf 150 km/h. Damit positioniert sich der Seagull deutlich kräftiger als bisher — im Segment der chinesischen Kleinst-Elektroautos ein wichtiges Verkaufsargument.
Auch am Fahrwerk hat sich einiges getan:
- Hinterachse: erstmals Mehrlenker-Einzelradaufhängung statt Verbundlenkerachse
- Reifen: 205/60 R16 auf 16-Zoll-Felgen im Doppel-Vierspeichen-Design (bisher 165 bzw. 175 mm breit)
- Antrieb: Elektromotor an der Hinterachse
- Radstand: 2.650 mm, Länge: 4.205 mm
Frontkofferraum und aufgeräumtes Cockpit
Weil der Antriebsstrang nach hinten wandert, wird die vordere Kammer frei — der Seagull bekommt einen Frontkofferraum („Frunk"). In Chinas Kleinwagen-Segment unter 100.000 Yuan (ca. 12.800 €)* ist das bislang unüblich. Ein offizielles Volumen nennt BYD noch nicht.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Im Innenraum setzt der Fünfsitzer auf ein abgeflachtes Zweispeichen-Multifunktionslenkrad und einen freistehenden Touchscreen. Das neu gestaltete Cockpit verzichtet auf das klassische Instrumenten-Display; unter den Lüftungsdüsen sitzen physische Kippschalter, dazu kommen eine induktive Ladefläche fürs Smartphone und zwei vertikal angeordnete Getränkehalter. Außen fallen halbversenkte mechanische Türgriffe statt bündiger Ausfahrgriffe auf, dazu ein großer Dachspoiler und ein integrierter Diffusor.
Lidar optional, DiPilot 300 an Bord
Auf chinesischen Erlkönig-Fotos war zudem ein optionaler Lidar-Pod auf dem Dach zu sehen. Er unterstützt BYDs Assistenzpaket DiPilot 300 (God's Eye B), das Funktionen der Stufe 2 autonomen Fahrens (SAE-Klassifikation) abdeckt. Offizielle Angaben zu Ladeleistung oder Ladezeiten — in Gerüchten war von der zweiten Blade-Batterie-Generation und Flash Charging die Rede — hat BYD bislang nicht bestätigt.
Direkter Vergleich mit dem Geely EX2
Mit dem Umbau rückt der Seagull technisch nah an den Geely EX2 (in China als Xingyuan verkauft). Beide Modelle fahren mit Heckantrieb, Einzelradaufhängung hinten und Frontkofferraum — und beide haben einen Radstand von 2.650 mm. Der 4.205 mm lange Seagull ist allerdings 70 mm länger. Für deutsche Leser: Der Seagull spielt in der Klasse eines VW ID.1 oder Citroën ë-C3, nicht in der des ID.3.
Der Wettbewerb in Chinas Kleinwagen-Segment bleibt hart. Im August kam der alte Seagull laut China EV DataTracker auf 10.103 inländische Retail-Zulassungen, der Geely Xingyuan auf 39.651 Retail-Zulassungen und 60.955 Auslieferungen an den Handel. Offizielle Preise und Marktstart des neuen Seagull stehen weiterhin aus.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.







