Die Kostenblöcke im Überblick
- Fahrzeugpreis in China – chinesischer Listenpreis (MSRP), umgerechnet zum Tageskurs.
- Exportlizenz und Ausfuhr – seit 2026 der erste harte Filter, nicht der Zoll.
- Fracht und Transportversicherung – Seefracht im Container oder RoRo, plus Transport im Inland.
- Zoll – 10 Prozent regulär, bei Elektroautos zusätzlich der EU-Ausgleichszoll.
- Einfuhrumsatzsteuer – 19 Prozent, berechnet auf Zollwert plus Zölle.
- Technische Abnahme und Zulassung – Einzelabnahme nach § 21 StVZO, eventuelle Umbauten, Zulassungsgebühren.
1. Fahrzeugpreis und Wechselkurs
Ausgangspunkt ist der chinesische Listenpreis in Yuan. Der Zoll rechnet mit dem Kurs am Tag der Zollanmeldung, nicht mit dem Kurs am Kauftag. Wir verwenden den EZB-Referenzkurs vom 22.10.2026: 1 Euro = 7,4786 CNY.
Ein Punkt, der in vielen Importrechnungen fehlt: Chinesische und deutsche Preislisten sind nicht dasselbe Fahrzeug. Der BYD Seal startet in China bei 17,58 万 Yuan (175.800 CNY) und endet bei 23,98 万 Yuan – das sind je nach Batteriegröße und Ausstattung unterschiedliche Varianten, und die deutsche „Comfort"-Version ist nicht die chinesische Basisversion. Wer den chinesischen Einstiegspreis gegen den deutschen Preis der Mittelklasse-Ausstattung stellt, rechnet sich den Vorteil schön. Wir zeigen deshalb unten beide Rechnungen: Basisvariante und Topvariante.
Der chinesische MSRP ist zudem eine Empfehlung, von der Händler vor Ort nachlassen. Wer mit Aktionspreisen rechnet, senkt damit auch die Zollbasis – riskiert aber, dass der Zoll den Preis als unplausibel niedrig anzweifelt und nach oben korrigiert. Wie sich die Preise im chinesischen Markt entwickeln, verfolgen wir laufend unter Preise, Rabatte & Wettbewerb.
2. Wer überhaupt exportieren darf: die chinesische Exportlizenz
Das ist der Punkt, an dem viele Selbstimport-Pläne schon vor der ersten Kostenfrage scheitern. Seit dem 1. Januar 2026 unterliegen reine Elektro-Pkw der chinesischen Exportlizenzverwaltung (Bekanntmachung Nr. 54/2025 von MOFCOM, MIIT, GACC und SAMR). Lizenzanträge können nur Automobilhersteller und deren autorisierte Unternehmen stellen – nicht eine Privatperson, nicht ein beliebiger Zwischenhändler.
Praktisch heißt das: Ein deutscher Privatkäufer kann ein Fahrzeug in China kaufen, aber nicht selbst ausführen. Er braucht einen Weg über einen Hersteller oder einen autorisierten Exporteur. Für Gebrauchtwagen gibt es einen zweiten Weg – dort gilt „wer exportiert, beantragt", und bei Fahrzeugen, die in China weniger als 180 Tage zugelassen waren (also praktisch Neuwagen), verlangt die Behörde zusätzlich eine Bestätigung des Herstellers über die After-Sales-Betreuung.
Diese Regel ist auch der Grund, warum chinesische Hersteller ein eigenes Interesse daran haben, wer ihre Fahrzeuge ins Ausland bringt: Unregulierte Exporte haben in der Vergangenheit Ersatzteilversorgung und Preisniveau in den Zielländern beschädigt.
3. Fracht und Transportversicherung
Ein Auto reist entweder im Container – üblicherweise als Teil eines 40-Fuß-High-Cube-Containers (40'-HC), in den zwei Fahrzeuge passen – oder per RoRo-Schiff, bei dem das Fahrzeug selbst an Bord gefahren wird.
Als Referenz für Containerraten dient der Drewry World Container Index: Für Shanghai–Rotterdam lag er in KW 42/2026 bei 3.522 US-Dollar pro 40-Fuß-Container. Bei zwei Fahrzeugen pro Box sind das rund 1.572 Euro pro Auto (EZB-Kurs vom 22.10.2026: 1 Euro = 1,1205 US-Dollar). Für RoRo nennen Speditionen Größenordnungen von 800 bis 2.500 US-Dollar pro Fahrzeug – eine Anbieter-Angabe, keine amtliche Statistik, und die Raten schwanken stark.
Dazu kommen:
- Transportversicherung: üblich sind etwa 1 bis 1,5 Prozent des Fahrzeugwerts. Eine „All-Risk"-Deckung ist dringend zu empfehlen, weil die Haftungsgrenzen der Reedereien weit unter dem Fahrzeugwert liegen.
- Transport vom Seehafen zum Zielort: je nach Entfernung und Spediteur etwa 400 bis 2.500 Euro. Dieser Posten gehört in die Gesamtrechnung, auch wenn er in vielen Kalkulationen fehlt.
Fracht und Versicherung machen in unserem Rechenbeispiel nur rund 5 Prozent des Endpreises aus. Wer hier 500 Euro spart, hat also wenig gewonnen.
4. Zoll: 10 Prozent – plus Ausgleichszoll für Elektroautos
Auf Pkw aus China fällt der reguläre Einfuhrzoll von 10 Prozent an. Bemessungsgrundlage ist der CIF-Wert, also Warenwert plus Fracht plus Versicherung.
Bei reinen Elektroautos kommt seit dem 30. Oktober 2024 der EU-Ausgleichszoll hinzu (Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754). Er ist das Ergebnis einer Subventionsuntersuchung und gilt nur für neue batterieelektrische Fahrzeuge, einschließlich solcher mit Range-Extender, bei dem ein Verbrennungsmotor als Generator dient. Plug-in-Hybride und Verbrenner sind davon nicht erfasst; für sie bleibt es beim Zoll von 10 Prozent.
Die Sätze im Überblick:
| Hersteller-Gruppe |
Ausgleichszoll |
| BYD-Gruppe |
17,0 % |
| Geely-Gruppe (namentlich gelistete Gesellschaften) |
18,8 % |
| SAIC-Gruppe (u. a. MG) |
35,3 % |
| Tesla (Shanghai) |
7,8 % |
| übrige kooperierende Unternehmen (Anhang I) |
20,7 % |
| alle übrigen Unternehmen |
35,3 % |
Diese Sätze gelten nicht für Marken, sondern für juristische Personen. Die Verordnung listet die einzelnen Gesellschaften auf, und nur deren Fahrzeuge bekommen den jeweiligen Satz. Ein Beispiel, das in der Praxis oft übersehen wird: Die Geely-Gruppe hat einen Satz von 18,8 Prozent, aber die produzierende Gesellschaft des Zeekr 7X steht nicht auf dieser Liste – für ihn gilt damit der Satz für „alle übrigen Unternehmen" von 35,3 Prozent. Bei Leapmotor ist es umgekehrt: Das Unternehmen steht in Anhang I der kooperierenden Unternehmen und kommt damit auf 20,7 Prozent.
Der zweite Stolperstein steht in Artikel 1 Absatz 3 der Verordnung: Der günstigere Unternehmenssatz gilt nur, wenn die Handelsrechnung eine datierte, von einem namentlich genannten Vertreter des ausstellenden Unternehmens (mit Funktionsangabe) unterschriebene Erklärung enthält, die den Hersteller mit Name, Anschrift und TARIC-Zusatzcode benennt. Fehlt diese Erklärung, greift der Satz für „alle übrigen Unternehmen" – also 35,3 Prozent. Nach unserer Lesart des Verordnungstexts erfüllt eine gewöhnliche Händlerrechnung diese Bedingung nicht; eine bestätigte Zollpraxis dazu haben wir nicht gefunden.
Die Maßnahme läuft bis Ende 2029. Bislang öffentlich belegt ist genau eine angenommene Preisverpflichtung: Volkswagen (Anhui) für den CUPRA Tavascan (Februar 2026), dessen Exporte damit von den Zöllen ausgenommen sind. Für einen Privatimport eines BYD, Zeekr oder Leapmotor ändert das nichts. Wie sich die EU-Handelspolitik gegenüber China weiterentwickelt, verfolgen wir im Themenbereich Politik, Zölle & Regulierung.
Nebenbefund: Gebrauchte Elektroautos fallen nach dem Wortlaut der Verordnung („new battery electric vehicles") nicht unter den Ausgleichszoll. Eine amtliche Klarstellung dazu haben wir nicht gefunden – wer mit dieser Lücke plant, sollte sie vorher mit dem Zoll oder einem Spediteur klären.
5. Einfuhrumsatzsteuer: 19 Prozent, die private Käufer nicht zurückbekommen
Auf den Zollwert (CIF) zuzüglich Zoll und Ausgleichszoll werden 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fällig. Sie ist keine Gebühr, sondern die deutsche Umsatzsteuer auf den Import – und weil die Zölle in die Bemessungsgrundlage einfließen, erhöhen sie damit auch die Steuerlast.
Der entscheidende Punkt für Privatkäufer: Die Einfuhrumsatzsteuer lässt sich nur als Vorsteuer abziehen, wenn man Unternehmer ist (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG). Ein privater Käufer zahlt die 19 Prozent endgültig. Bei unserem BYD-Seal-Beispiel sind das 6.137 Euro; bezogen auf die 38.434 Euro bis zur EU-Grenze entspricht das 16 Prozent und ist damit der größte Einzelposten nach dem Fahrzeugpreis – vor dem Ausgleichszoll (11 Prozent) und dem Zoll (6,6 Prozent).
Dazu kommt eine Formalie, die bei der Zulassung geprüft wird: Ohne Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung über die ordnungsgemäße Entrichtung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer wird das Fahrzeug in der Regel nicht zugelassen.
6. TÜV-Einzelabnahme und Zulassung
Ein in China gekauftes Fahrzeug hat keine EU-Typgenehmigung und damit kein COC-Dokument. Es braucht deshalb eine Einzelabnahme nach § 21 StVZO (beziehungsweise § 13 EG-FGV) – umgangssprachlich Vollgutachten. Geprüft wird, ob das Fahrzeug die deutschen Anforderungen erfüllt; fehlen Nachweise zu Geräusch, Bremsen, Licht oder elektromagnetischer Verträglichkeit, müssen sie nachgeholt werden.
Die Kosten sind schwerer zu beziffern als die Zölle, weil sie vom Einzelfall abhängen. Zwei Szenarien, die sich aus den Einzelposten nachrechnen lassen:
Minimalfall – Prüfstelle akzeptiert die vorhandenen Nachweise, keine Umbauten:
- Amtliche Gebühr Vollgutachten Pkw bis 3,5 t: 97,90 Euro (Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr, Nr. 413.4.1; zusätzlicher Zeitaufwand wird nach Nr. 499 abgerechnet)
- Zulassung: 27,60 Euro plus 4,40 Euro (Zulassungsbescheinigung Teil II) plus 15,30 Euro für ungetypte Fahrzeuge
- Kennzeichen: 30 bis 50 Euro
- Summe: rund 175 Euro
Realistischer Fall – Gutachten beim Prüfdienstleister, Umrüstung nötig:
- Vollgutachten inklusive Hauptuntersuchung bei einem Prüfdienstleister: rund 480 Euro (TÜV Rheinland nennt keine Pauschale, sondern „je nach Umfang und Zeitaufwand")
- Umrüstung für den deutschen Markt (unter anderem lichttechnische Anpassungen, Nebelschlussleuchte, Tacho): Größenordnung bis 2.000 Euro – dieser Wert stammt aus dem USA-Import und ist für China-Fahrzeuge nicht belegt
- Zulassung und Kennzeichen: rund 97 Euro
- Summe: rund 2.577 Euro
Ein Abgasgutachten (Größenordnung 700 Euro) fällt bei reinen Elektroautos in der Regel nicht an, sehr wohl aber bei Verbrennern und Range-Extendern. Die Hauptuntersuchung selbst ist bei einem Neufahrzeug erst nach 36 Monaten fällig und deshalb hier nicht eingerechnet.
Ein Punkt, der selten erwähnt wird: Ab dem 1. Januar 2027 müssen alle Neufahrzeuge das Notrufsystem NG-eCall an Bord haben. Ob eine Einzelabnahme ohne NG-eCall dann noch möglich ist, dazu haben wir keine belastbare Quelle – für Importe, die 2027 erstmals zugelassen werden, ist das ein reales Risiko.
Bei der Kfz-Steuer gibt es dagegen eine gute Nachricht: Reine Elektroautos bleiben bei einer Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit (§ 3d Abs. 1 KraftStG), längstens bis Ende 2035. Maßgeblich ist die Erstzulassung – eine frühere Zulassung im Ausland zählt mit, und die Befreiung wird nur einmal je Fahrzeug gewährt.
Rechenbeispiel: drei Modelle, echte Zahlen
Die Tabelle rechnet den Weg vom chinesischen Listenpreis bis zur Zulassung durch. Annahmen: EZB-Kurse vom 22.10.2026, Containerversand (Anteil pro Fahrzeug), Transportversicherung 1,5 Prozent des Fahrzeugwerts, Zoll 10 Prozent, Ausgleichszoll nach dem für die jeweilige produzierende Gesellschaft geltenden Satz, Inlandstransport 400 bis 2.500 Euro, Abnahme und Zulassung 175 bis 2.577 Euro.

| Modell |
Fahrzeugpreis China |
CIF (inkl. Fracht und Versicherung) |
Zoll 10 % |
Ausgleichszoll |
Einfuhrumsatzsteuer 19 % |
bis EU-Grenze |
Gesamt inkl. Inland, Abnahme, Zulassung |
deutscher Listenpreis |
Differenz |
| BYD Seal (Basisvariante) |
23.507 € |
25.431 € |
2.543 € |
4.323 € (17,0 %) |
6.137 € |
38.434 € |
39.009–43.514 € |
47.990 € |
4.476–8.981 € günstiger |
| Zeekr 7X |
30.728 € |
32.760 € |
3.276 € |
11.564 € (35,3 %, Gesellschaft nicht gelistet) |
9.044 € |
56.645 € |
57.220–61.725 € |
54.990 € |
2.230–6.735 € teurer |
| Leapmotor C10 |
16.420 € |
18.238 € |
1.824 € |
3.775 € (20,7 %) |
4.529 € |
28.366 € |
28.941–33.446 € |
38.600 € |
5.154–9.659 € günstiger |
Drei Beobachtungen dazu:
- Der Selbstimport kann Geld sparen – aber nicht bei jedem Modell. Beim Leapmotor C10 sind es rund 5.200 bis 9.700 Euro, beim BYD Seal 4.500 bis 9.000 Euro. Beim Zeekr 7X ist der Selbstimport dagegen teurer als der deutsche Listenpreis, weil die produzierende Gesellschaft nicht in der Zoll-Liste steht.
- Der größte Einzelposten nach dem Fahrzeugpreis ist die Einfuhrumsatzsteuer (16 Prozent des Preises bis zur EU-Grenze), danach folgen der Ausgleichszoll (11 Prozent) und der Zoll (6,6 Prozent). Fracht und Versicherung liegen bei 5 Prozent.
- Diese Vorteile sind Bruttorechnungen. Sie enthalten weder Garantieleistungen noch Ersatzteilversorgung noch Zeitaufwand. Die deutschen Preise sind Listenpreise ohne Überführungskosten; Rabatte beim deutschen Händler verkleinern den Abstand weiter.
Alle drei Modelle sind in Deutschland regulär erhältlich; Marktstarts, Ausstattungen und Preisbewegungen verfolgen wir unter Modelle & Marktstarts.
Die zwei Fälle, in denen die Rechnung kippt
Fall 1: gleiche Ausstattung statt Basisvariante. Der BYD Seal reicht in China bis 23,98 万 Yuan (239.800 CNY, umgerechnet 32.065 Euro). Mit derselben Rechnung:
| Position |
Seal Basisvariante |
Seal Topvariante |
| Fahrzeugpreis China |
23.507 € |
32.065 € |
| CIF |
25.431 € |
34.117 € |
| Zoll 10 % |
2.543 € |
3.412 € |
| Ausgleichszoll 17,0 % |
4.323 € |
5.800 € |
| Einfuhrumsatzsteuer 19 % |
6.137 € |
8.233 € |
| bis EU-Grenze |
38.434 € |
51.562 € |
| Gesamt inkl. Inland, Abnahme, Zulassung |
39.009–43.514 € |
52.137–56.642 € |
Gegenüber 47.990 Euro für die deutsche Comfort-Version ist die chinesische Topvariante damit 4.100 bis 8.700 Euro teurer. Ob sich der Import lohnt, hängt also entscheidend davon ab, welche Ausstattung man mit welcher vergleicht.
Fall 2: keine Herstellererklärung auf der Rechnung. Dann gilt 35,3 Prozent statt 17,0 Prozent:
| Position |
mit Erklärung (17,0 %) |
ohne Erklärung (35,3 %) |
| CIF |
25.431 € |
25.431 € |
| Zoll 10 % |
2.543 € |
2.543 € |
| Ausgleichszoll |
4.323 € |
8.977 € |
| Einfuhrumsatzsteuer 19 % |
6.137 € |
7.021 € |
| bis EU-Grenze |
38.434 € |
43.972 € |
| Gesamt inkl. Inland, Abnahme, Zulassung |
39.009–43.514 € |
44.547–49.052 € |
Bei 44.547 bis 49.052 Euro gegenüber 47.990 Euro (zzgl. Überführungskosten) bleibt bestenfalls ein Vorteil von wenigen Hundert Euro – im schlechteren Fall ist der Import teurer. Diese Rechnung ist der Grund, warum die Rechnungsstellung beim Import wichtiger ist als der Verhandlungspreis.
Wann sich der Selbstimport nicht lohnt
Die Zahlen sind das eine, die Praxisfolgen das andere:
- Herstellergarantie: Sie gilt in der Regel für den Markt, für den das Fahrzeug gebaut wurde. Ein in China gekaufter BYD hat keine deutsche Garantieabdeckung; Gewährleistung müsste im Zweifel beim chinesischen Verkäufer nach dessen Recht durchgesetzt werden.
- Ersatzteile und Werkstattnetz: Ohne Fahrzeug in der deutschen Händlerdatenbank ist die Teileversorgung langsamer und teurer.
- Software und Updates: Sprachpakete, Navigation, Online-Dienste und OTA-Updates sind oft an die Region gebunden. Ob und wie sich das umstellen lässt, ist modellabhängig – dazu haben wir keine belastbare Quelle gefunden.
- Kaufprämie: Der Bund fördert seit dem 1. Januar 2026 (rückwirkend, Antragsportal seit Mai 2026) den Kauf neuer Elektroautos mit 3.000 Euro Basisprämie, maximal 6.000 Euro – abhängig vom zu versteuernden Haushaltseinkommen (Grenze 80.000 Euro, plus 5.000 Euro je Kind, höchstens zwei Kinder). Ob ein selbst importiertes Fahrzeug förderfähig ist, ist nicht geklärt – rechnen Sie den Betrag nicht als Vorteil ein.
- Wiederverkauf: Ein Fahrzeug ohne deutsche Fahrzeughistorie und ohne COC ist am Gebrauchtwagenmarkt schwerer zu verkaufen.
Unterm Strich: Wer 5.000 Euro sparen will, muss bereit sein, im Garantiefall selbst der Ansprechpartner zu sein.
Ausblick 2027: zwei Änderungen, die den Import verteuern können
- China senkt die Mehrwertsteuer-Erstattung für NEV-Exporte zum 1. April 2027 von 13 auf 9 Prozent. Das trifft den Exporteur, wird aber voraussichtlich teilweise im Einkaufspreis ankommen.
- Für Hybride und Plug-in-Hybride gilt ab 2027 eine Mengenvereinbarung zwischen EU und China (350.000 Fahrzeuge pro Jahr, vier Jahre, danach plus 6 Prozent pro Jahr). Hybride bleiben zollseitig bei 10 Prozent, werden aber durch die Quote mengenmäßig begrenzt.
Checkliste vor dem Kauf
- Exportweg klären: Hat der Verkäufer eine Lizenz oder eine autorisierte Route? Ohne das ist der Export seit 2026 nicht möglich.
- Typenschild fotografieren (Fahrertürrahmen): FIN, Modellcode, Batteriekapazität, Leistung. Ohne diese Daten kann keine Prüfstelle eine Einzelabnahme kalkulieren.
- Handelsrechnung mit Herstellererklärung verlangen: Name und Anschrift der produzierenden juristischen Person, TARIC-Zusatzcode, unterschrieben und datiert.
- COC oder gleichwertige Konformitätsnachweise anfragen – oder einplanen, dass Geräusch- und Lichtgutachten nötig werden.
- Spediteur mit Fahrzeugerfahrung wählen, inklusive Transportversicherung mit All-Risk-Deckung.
- Einfuhranmeldung vorbereiten: Warennummer 8703 80 10 10, Kaufrechnung, Frachtdokumente, Zahlungsnachweis.
- Prüfstelle vorab fragen, ob sie Vollgutachten für Importfahrzeuge macht.
Anzeige – Ladezubehör, das bei importierten Elektroautos oft nicht dabei ist: Typ-2-Ladekabel und Wallbox bei Amazon.de (Anzeige).
Importanfrage: wenn Sie die Abwicklung nicht selbst machen wollen
Anzeige – Die Rechnung oben ist eine Vorlage, kein Angebot: Der tatsächliche Preis hängt von Modell, Ausstattung, Hafen, Nachweisen und dem Zollsatz auf der Rechnung ab. Wer das nicht selbst mit Exporteur, Spedition, Zoll und Prüfstelle abwickeln will, kann es machen lassen. Die Loghan GmbH in Ratingen, Betreiberin dieser Website, vermittelt Fahrzeugimporte aus China nach Deutschland inklusive Zollabwicklung und TÜV-Einzelabnahme. Eine Anfrage mit Modell, Ausstattung und einem Foto des Typenschilds ist der schnellste Weg zu einer belastbaren Zahl: Importanfrage an die Loghan GmbH.
Transparenz: Dieser Artikel enthält einen Affiliate-Link zu Amazon.de; beim Kauf darüber erhalten wir eine Provision, der Preis ändert sich nicht. Der Abschnitt „Importanfrage" verweist auf die Loghan GmbH, die Betreiberin dieser Website – wir kennzeichnen ihn deshalb ebenfalls als Anzeige.
Quellen und Datenstand
Alle Angaben Stand 23. Oktober 2026. Wechselkurse: EZB-Referenzkurse vom 22.10.2026 (1 EUR = 7,4786 CNY; 1 EUR = 1,1205 USD).
- Zollsätze, Bemessungsgrundlage, Rechnungserfordernis: Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754, Artikel 1 und Anhang I – EUR-Lex, konsolidierte Fassung
- Basiszoll 10 Prozent, Einfuhrumsatzsteuer 19 Prozent: Zoll.de, Beispiele für Zollsätze
- Vorsteuerabzug nur für Unternehmer: Zoll.de, Vorsteuerabzug bei Einfuhrumsatzsteuer
- Chinesische Exportlizenz für reine Elektro-Pkw ab 1.1.2026: Bekanntmachung Nr. 54/2025 (MOFCOM, MIIT, GACC, SAMR) – Bericht: cbtnews.com
- Containerraten Shanghai–Rotterdam: Drewry World Container Index, KW 42/2026 – Drewry
- Gebühr Vollgutachten 97,90 Euro: Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr, Nr. 413.4.1 – Gesetze-im-Internet
- Ablauf und Nachweise der Einzelabnahme: TÜV SÜD, Importfahrzeug-Richtlinie (blockiert automatisierte Abrufe, im Browser erreichbar)
- Hauptuntersuchung 166 Euro: TÜV SÜD, Gebühren
- NG-eCall ab 2027: ADAC
- Kfz-Steuer-Befreiung für Elektroautos: § 3d Kraftfahrzeugsteuergesetz – Gesetze-im-Internet
- Kaufprämie 2026: Bundesregierung, E-Auto-Förderportal
- Chinesische Listenpreise: BYD Seal 17,58–23,98 万 Yuan (auto.news18a.com), Zeekr 7X 22,98–26,98 万 Yuan (autohome.com.cn), Leapmotor C10 12,28–14,28 万 Yuan (bjd.com.cn) – abgerufen 23.10.2026
- Deutsche Listenpreise: BYD Seal Comfort 47.990 Euro (byd.com/de), Zeekr 7X ab 54.990 Euro (autozeitung.de, Modellvorstellung 12/2025), Leapmotor C10 38.600 Euro (leapmotor.net/de-de; Händlerportale nennen teils 37.600 Euro)
Was wir nicht belegen konnten
Wir schreiben hier lieber „unbekannt" als eine Zahl zu erfinden:
- Umbaukosten für China-Fahrzeuge: Die Größenordnung von bis zu 2.000 Euro stammt aus dem USA-Import; China-spezifische Zahlen haben wir nicht gefunden.
- Höhe des Datenblatts bei TÜV Nord: wird nur auf Anfrage genannt – unsere Spanne ist deshalb eher zu niedrig als zu hoch.
- Förderfähigkeit eines Selbstimports im Rahmen der Kaufprämie 2026.
- Verhalten von Software, OTA-Updates und Online-Diensten bei nach Deutschland importierten Fahrzeugen.
- RoRo-Raten nach Deutschland: Die Spanne 800 bis 2.500 US-Dollar pro Fahrzeug stammt von Speditionsseiten, nicht von einer amtlichen Quelle.
- Zollpraxis zur Herstellererklärung: Ob der Zoll bei Privatimporten tatsächlich 35,3 Prozent ansetzt, wenn die Erklärung fehlt, ist nicht durch eine veröffentlichte Entscheidung belegt – wir leiten es aus dem Verordnungstext ab.
Wer eine dieser Lücken mit einer belastbaren Quelle schließen kann, schreibt uns gern – wir aktualisieren den Artikel.