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Autohome NewEnergyVon 2 Min. Lesezeit

China verschärft Regeln für Autotests und Werbeversprechen

Chinas vier Ministerien nehmen über 30 Hersteller in die Pflicht: strengere Erprobung, ehrlichere Werbung und mehr Sicherheit bei Assistenzsystemen.

China verschärft Regeln für Autotests und Werbeversprechen

China verschärft Regeln für Autotests und Werbeversprechen

Vier chinesische Ministerien haben am 15. Oktober mehr als 30 der größten Automobilhersteller des Landes zu einem Gespräch zusammengerufen. Thema: die Produktionskonsistenz und die Qualität von Fahrzeugen — und damit verbunden die Frage, wie ehrlich Hersteller mit Crashtests, Assistenzsystemen und Werbeversprechen umgehen. Eingeladen hatten das MIIT (chinesisches Industrie- und Informationsministerium), das Verkehrsministerium über die Verkehrssicherheitsbehörde, das Umweltministerium sowie die Marktaufsichtsbehörde.

Ein Entwurf als Grundlage

Grundlage des Treffens war ein noch nicht verabschiedeter Verwaltungsentwurf, der die „Innovation von Fahrzeugdesign sowie Forschung, Entwicklung, Tests und Validierung" neu regeln soll. Den Herstellern wurden darin die Ergebnisse vorangegangener Kontrollen vorgelegt. Die Botschaft war unmissverständlich: Die Unternehmen sollen die Produktsicherheit als oberste Priorität behandeln und „irrationalen Wettbewerb" unterlassen — in der chinesischen Branche ein Synonym für den seit Jahren tobenden Preiskampf, der Entwicklungsetats und Testumfänge unter Druck setzt.

Vier konkrete Vorgaben

Die Behörden verlangen von den Herstellern:

Druck auf die Assistenzsysteme

Die Vorgaben zielen besonders auf Fahrassistenzsysteme (ADAS) und die wachsende Zahl an Funktionen für teilautonomes Fahren. In China bewerben Hersteller ihre Autobahn- und Stadtpiloten seit Jahren mit immer vollmundigeren Versprechen, teils mit Videos, die den Fahrer beim Zeitunglesen oder Schlafen zeigen. Diese Praxis soll nun unterbunden werden. Gleichzeitig sollen die technischen Basisanforderungen überarbeitet und die Standards für Sicherheit angehoben werden.

Das passiert als Nächstes

Die vier Ministerien wollen ihre Kontrollen ausweiten, den Entwurf zeitnah in Kraft setzen und problematische Hersteller öffentlich nennen. Ein nachhaltiger Wandel der chinesischen Herstellerpraxis ist damit wahrscheinlich — zumal die Behörden die Ankündigung als Beitrag zur „hochwertigen Entwicklung der Automobilindustrie" verstehen.


In Europa

Diese Meldung betrifft die chinesische Regulierung und hat keinen direkten Modellbezug. Sie ist dennoch relevant für europäische Kunden chinesischer Marken: Strengere Vorgaben bei Tests, Werbeaussagen und Assistenzsystemen könnten künftig auch die Fahrzeuge betreffen, die nach Europa exportiert werden. Ob und wann die neuen Regeln in die Praxis umgesetzt werden, ist offen.

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