Chery Tiggo 2: null Sterne im Latin-NCAP-Crashtest
Chery hat im aktuellen Crashtest von Latin NCAP einen Totalschaden kassiert: Der Tiggo 2, das günstigste SUV der Marke für Schwellenländer, bekommt null Sterne. In der am 28. Oktober 2026 veröffentlichten ersten Runde nach den verschärften 2026er-Protokollen erreicht der Wagen 0 Prozent beim Erwachsenen- und 0 Prozent beim Kinderschutz.
Der Tiggo 2 ist ein Einstiegs-SUV für Südostasien, Lateinamerika und den Nahen Osten und läuft in Mexiko auch als Tiggo 2 Pro, Tiggo 2 Pro Max und Chirey Tiggo 2. In China selbst verkauft Chery ihn als Tiggo 3x. Vier Airbags und ein elektronisches Stabilitätsprogramm sind Serie — mehr Sicherheit gibt es gegen Aufpreis nicht. Seitenkopfairbags fehlen, die Rücksitze haben weder Gurtstraffer noch Kraftbegrenzer, Fahrassistenzsysteme (ADAS) bietet das Modell gar nicht an.
Struktur instabil, Feuergefahr im Frontcrash
Die Prüfer bemängeln vor allem die Karosserie: Struktur und Fußraum geben beim Frontalaufprall nach, der Fahrer erleidet laut Bericht eine hohe Brustkompression. Zusätzlich trat beim Frontalcrash eine Feuergefahr auf — ein Risiko für Insassen und Rettungskräfte gleichermaßen. In der Fußgängersicherheit kommt der Tiggo 2 auf 49 Prozent, bei den Assistenzsystemen auf 45 Prozent.
Latin-NCAP-Generalsekretär Alejandro Furas sieht damit einen Hersteller im Fokus, der in einem Volumensegment schwache Sicherheitsleistungen abliefert. Für deutsche Leser ist die Einordnung wichtig: Der Tiggo 2 ist kein Nischenprodukt, sondern das Basismodell einer Marke, die 2026 allein im ersten Halbjahr 115.028 Fahrzeuge nach Mittel- und Südamerika exportierte.
Abmessungen und Einordnung:
- Länge 4.200 mm, Breite 1.760 mm, Höhe 1.570 mm
- Radstand 2.555 mm
- Einordnung: Kleinwagen-SUV-Klasse, vergleichbar mit VW T-Cross oder Dacia Duster — beide bieten in Europa sechs Airbags und AEB serienmäßig
- Antrieb: Verbrenner (ICE)
Zweiter Rückschlag: Omoda 5 in Malaysia
Der Crashtest fällt in eine unruhige Phase für Chery. In Malaysia hatte sich Anfang Oktober an einem Omoda 5 die Hinterachse gelöst. Die dortige Straßenverkehrsbehörde JPJ setzte die Typgenehmigung (Vehicle Type Approval) für das Modell vorübergehend aus, Neuzulassungen ruhten. Chery startete einen Rückruf über 8.878 Einheiten der Varianten Omoda 5 C und H.
Konzernchef Yin Tongyue entschuldigte sich am 21. Oktober auf der Konferenz für intelligente vernetzte Fahrzeuge (WICV) für die Qualitätsprobleme. Er warb dafür, in Überseemärkten Wurzeln zu schlagen statt schnelle Gewinne zu suchen — und rief chinesische Hersteller zu mehr Respekt vor lokalen Vorschriften auf. Ob das die Argumente der europäischen Aufsicht entkräftet, ist eine andere Frage: Ein unabhängiges Euro-NCAP-Ergebnis für die aktuellen Chery-Modelle liegt bislang nicht vor.
In Deutschland
Chery plant mit der Marke Omoda eine Expansion nach Europa. Der Tiggo 2 gehört nicht dazu: Der Null-Sterne-SUV ist ausschließlich für Schwellenländer gedacht und wird in Deutschland nicht angeboten. Für europäische Kunden relevant ist die Frage, ob die Sicherheitsstandards der Exportmodelle auch für die Europa-Fahrzeuge gelten. Ein Euro-NCAP-Testergebnis für die aktuellen Omoda-Modelle liegt bislang nicht vor — die Latin-NCAP-Wertung von null Sternen ist ein Warnsignal für die Marke, kein Nachweis über die Sicherheit der Europa-Versionen.




