Ford erwartet 9,8–10,2 Mrd. € — BYD-Druck wächst
Ford hat im dritten Quartal 2025 einen Umsatz von 49,5 Milliarden US-Dollar (rund 46,0 Milliarden Euro) erwirtschaftet. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 3 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar zu (rund 2,5 Milliarden Euro). Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 5,4 Prozent — 0,3 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.
Der freie Cashflow vor Sondereffekten summierte sich auf 4,7 Milliarden Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro). Die Bilanz bleibt komfortabel: 25,3 Milliarden Dollar Barmittel (rund 23,5 Milliarden Euro) und 46,4 Milliarden Dollar gesamte Liquidität (rund 43,2 Milliarden Euro). Für einen Volumenhersteller ist das ein dickes Polster.
Prognose für das Gesamtjahr angehoben
Für 2025 erwartet Ford jetzt ein bereinigtes EBIT von 10,5 bis 11,0 Milliarden Dollar — umgerechnet rund 9,8 bis 10,2 Milliarden Euro. Die Spanne liegt über dem bisherigen Ziel. Bei Cashflow und Investitionen bleibt es bei den alten Werten:
- Bereinigtes EBIT Gesamtjahr: 10,5 bis 11,0 Mrd. USD (ca. 9,8 bis 10,2 Mrd. €) — angehoben
- Bereinigter freier Cashflow Gesamtjahr: 6,0 bis 7,0 Mrd. USD (ca. 5,6 bis 6,5 Mrd. €) — unverändert
- Investitionen Gesamtjahr: 9,5 bis 10,5 Mrd. USD (ca. 8,8 bis 9,8 Mrd. €) — unverändert
Zwei Risiken sind in diesen Zahlen ausdrücklich nicht enthalten: eine deutliche Zuspitzung der Lage im Nahen Osten und eine spürbare Abkühlung der US-Wirtschaft.
Wettbewerbsdruck trifft Ford in Köln
Das Geld aus Verbrennern, Transportern und Pick-ups finanziert den Umbau. In Köln laufen mit Explorer und Capri die Elektromodelle für Europa vom Band — der Explorer tritt gegen VW ID.4 und Tesla Model Y an, also gegen die volumenstärkste Klasse des europäischen EV-Markts. Genau dort erhöhen chinesische Anbieter wie BYD (比亚迪) mit günstigeren Fahrzeugen den Preisdruck.
Ob das Polster reicht, hängt an der Kostenbasis. Ford muss seine Fertigungskosten dem Niveau der chinesischen Wettbewerber annähern, sonst schrumpfen die Margen im Elektrogeschäft schneller, als die Verbrenner-Gewinne sie stützen können.
Der Plan bis 2029
Konzernchef Jim Farley sieht den Umbau in einer entscheidenden Phase. In den kommenden Jahren sollen eine konzernweite Elektro-Plattform, das Energiegeschäft Ford Energy, ein neuer F-150 und weitere Weltmarktmodelle an den Start gehen. Das Kostensenkungsprogramm, das Softwaregeschäft und das Ersatzteilgeschäft legten zuletzt auf Rekordwerte zu — sie sollen tragen, wenn der reine Fahrzeugverkauf weniger abwirft.
Das Fernziel bleibt ambitioniert: 2029 soll die bereinigte EBIT-Marge 8 Prozent erreichen. Ob dieser Sprung gelingt, entscheidet sich weniger in Dearborn als auf den Märkten, auf denen Ford gegen chinesische Hersteller antritt.
In Deutschland
Ford ist in Deutschland mit eigener Vertriebsorganisation und dem Kölner Werk vertreten, wo Explorer und Capri für Europa gebaut werden. An der Modellpalette und den Preisen ändert das Quartalsergebnis nichts; neue Europa-Modelle oder Marktstarts wurden nicht genannt.