Pony.ai: Robotaxi-Tests starten in Manchester
Pony.ai hat gemeinsam mit Uber und Verne den Start der siebten Robotaxi-Generation in Manchester angekündigt. Die Fahrzeuge befinden sich bereits im Testbetrieb. Der Schritt erfolgt weniger als eine Woche nach der offiziellen Bekanntgabe des London-Projekts am 8. Oktober – ein Tempo, das die neue Expansionsstrategie des chinesischen Anbieters für autonomes Fahren unterstreicht.
Zwei Städte in sieben Tagen
Manchester ist nach London der zweite britische Standort und mit seinem Umland der zweitgrößte Ballungsraum des Landes sowie ein wichtiger Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt in Nordengland. Das Pendleraufkommen ist hoch. Anders als die Hauptstadt weist Manchester eher die typischen Merkmale einer mittelgroßen europäischen Stadt auf: polyzentrische Struktur, viele kurze Fahrten bei hoher Dichte und gemischte Verkehrsströme zwischen Stadt und Umland.
Für Pony.ai bedeutet das zusätzliche, deutlich vielfältigere Verkehrssituationen in Großbritannien. Der Anbieter will damit die Übertragbarkeit seiner Technik auf unterschiedliche Einsatzszenarien belegen. Mit London im Süden und Manchester im Norden entsteht ein „Doppelstadt"-Modell, das die zentralen Wirtschaftsräume Großbritanniens abdeckt und unterschiedliche Betriebsprofile für die weitere Expansion liefert.
Vom Pilotprojekt zum Serienmodell
Die beiden Ankündigungen innerhalb einer Woche markieren den Übergang des sogenannten Flotten-Partnermodells von der Erprobungs- in die Skalierungsphase. Bereits in Zagreb (Kroatien) hatte Pony.ai den nach eigenen Angaben ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst Europas gestartet und ihn an die Plattformen von Uber und Verne angebunden. Die Rollenverteilung ist klar: Pony.ai liefert die Technik für das autonome Fahren, Verne übernimmt den lokalen Flottenbetrieb, Uber bringt über sein globales Netzwerk die Fahrgäste.
Dieses erprobte Modell wird nun zügig auf den britischen Markt übertragen. Durch die Erfahrung aus dem Heimatmarkt verkürzen sich die Anlaufzeiten im Ausland nach Angaben des Unternehmens zunehmend.
Europas Städte als Testlabor
Von Zagreb über London bis Manchester zeigt die Europa-Route von Pony.ai eine klare Logik: erst die Validierung in einer einzelnen Stadt, dann die Replikation in mehreren Metropolen. Damit verschiebt sich auch das Bild chinesischer Autonomie-Anbieter im Ausland – weg von einzelnen Leuchtturmprojekten, hin zu einer systemischen Aufstellung.
Das geplante Europa-Paket von über 2.000 Robotaxis in fünf Städten wird damit schrittweise konkret. Parallel arbeitet das Unternehmen an Markteintritten im Nahen Osten und in Asien.
In Europa
Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.