BYD Han D: 1.008 km Reichweite ab ca. 30.200 €
BYD-Flaggschiff startet ab ca. 30.200 €
BYD (比亚迪) hat am 13. Oktober seine neue Oberklasse-Limousine Han D in China auf den Markt gebracht. Die drei Varianten kosten zwischen ca. 30.200 € (ca. 235.900 Yuan) und ca. 35.300 € (ca. 275.900 Yuan).
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Damit zieht der Hersteller die Einstiegsschwelle für ein vollelektrisches D-Segment-Flaggschiff deutlich nach unten. Serienmäßig an Bord sind laut BYD 196 Ausstattungspositionen — vom Luftfahrwerk bis zum Lidar-Assistenzsystem.
Oberklasse-Format mit eigenen Details
Mit 5.256 mm Länge und 3.130 mm Radstand tritt der Han D gegen die etablierten deutschen Premium-Limousinen der oberen Mittelklasse an — BMW 5er, Audi A6 und Mercedes E-Klasse.
Auffällig ist die Zurückhaltung beim Design: Statt Heckflügel und Zier-Anbauteilen setzt BYD auf Größe, Lichtsignatur und Zweifarblackierungen. Der Stern auf den Felgen bleibt auch bei Rotation aufrecht — ein Detail mit lokalem Bezug.
Innenraum: Komfort statt reiner Ausstattungsliste
Der Innenraum ist auf 90,8 Prozent Raumausnutzung ausgelegt. Vorn gibt es zwei Zero-Gravity-Sitze, hinten rechts einen „Präsidentensitz" mit Vier-Wege-Beinauflage, 90-Grad-Fußstütze und elektrisch um 12 Grad verstellbarer Lehne.
Dazu kommen praktische Details wie ein Haken für Getränkebecher an der Beifahrerseite und ein Wächtermodus bei Starkregen. BYD zielt damit nicht nur auf Firmenkunden, sondern auch auf Familien, die Kunden- und Kindertransport unter einen Hut bringen wollen.
DiSus-A, Hinterradlenkung und God's Eye B
Die Zweikammer-Luftfederung DiSus-A mit 100 mm Hubweg, die um ±7 Grad lenkende Hinterachse und das Assistenzsystem God's Eye B mit Lidar gehören zur Serienausstattung.
Autobahn-Pilot, Stadtpilot und ein vollautomatischer Parksystem-Durchlauf sind in allen Versionen enthalten. Für das Einparken und den Stadtpilot gewährt BYD zeitweise eine Haftungsübernahme — ein Signal, dass der Hersteller nicht nur Hardware liefern, sondern auch Verantwortung übernehmen will.
Reichweite und Laden: 1.008 km als Aushängeschild
Angetrieben wird der Han D von der Blade-Batterie der zweiten Generation mit 102,3 kWh.
CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) ist als Realwert nicht belastbar — auch bei achtzig Prozent bleiben auf der Autobahn noch mehr als 700 km übrig. Entscheidend ist die Ladegeschwindigkeit: BYD kündigt an, bis Jahresende 20.000 Blitzladestationen aufzubauen. Gelingt das, wird aus dem Papier-Flaggschiff ein echter Langstreckenwagen.
Antrieb: groß, aber nicht behäbig
Zwei Motorisierungen stehen zur Wahl:
Der Han D ist kein Sportwagen, aber beim Spurwechsel, am Berg und beim Zwischenspurt auf nasser Fahrbahn liegt ausreichend Leistung an. Hinterradlenkung und Luftfederung kompensieren die schiere Größe.
Einordnung
BYDs Gegner ist weniger ein einzelnes Modell als die alte Annahme, für rund 30.000 € sei kein echtes Flaggschiff zu bekommen. Kritikpunkte bleiben: Das Format erschwert das Parken, der CLTC-Wert hält dem Autobahn-Alltag nicht stand, und an die Strahlkraft einer Mercedes S-Klasse reicht die Marke noch nicht heran. Einige Luxus-Optionen gibt es zudem erst in den höheren Ausstattungslinien. Dennoch bündelt der Han D Raum, Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Luftfederung, Hinterradlenkung und Lidar zu einem Preis, der im Wettbewerb schwer zu unterbieten ist.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten.
Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.