BYD Seagull: Zweite Generation mit Lidar und 5 Sitzen
Die zweite Generation des BYD (比亚迪) Seagull steht in den Startlöchern. Der chinesische Bestseller im Einstiegssegment wird komplett überarbeitet — größer, komfortabler und erstmals mit optionalem Lidar. Der offizielle Marktstart samt Preisbekanntgabe ist für den 20. Oktober angesetzt, ein Blind-Vorverkauf läuft bereits.
Deutlich gewachsen, erstmals fünf Sitze
Die wichtigste Neuerung betrifft die Abmessungen. Der neue Seagull misst 4.205 × 1.810 × 1.570 mm bei einem Radstand von 2.650 mm. Zum Vergleich: Der aktuelle Seagull kommt auf 3.780 × 1.715 × 1.540 mm bei 2.500 mm Radstand. Damit rückt der Kleinstwagen in Richtung Kompaktklasse.
Zugleich bekommt das Modell eine neue Hinterrad-Multilenker-Aufhängung, die die Fahrdynamik verbessern soll. Sechs Außenfarben stehen zur Wahl, serienmäßig rollt der Wagen auf 16-Zoll-Rädern.
Digitales Cockpit und Lidar-Option
Im Innenraum setzt BYD auf das Infotainmentsystem DiLink 150 mit einem 15,6 Zoll großen Zentraldisplay und integrierter DeepSeek-KI. Der Fahrersitz ist elektrisch in sechs Richtungen verstellbar, der Beifahrersitz in vier; hinzu kommen dreistufige Sitzheizung und -lüftung sowie eine Massagefunktion für den Fahrer. Serienmäßig an Bord sind 50-Watt-Induktionsladen, eine 127-farbige Ambientebeleuchtung und ein Acht-Lautsprecher-System.
Beim Fahrassistenzsystem (ADAS) geht BYD in die Vollen: Der Seagull erhält das System DiPilot 300 („God's Eye" B) mit Lidar. Es unterstützt Stadtpilot (CNOA) und Autobahn-Pilot (HNOA), erkennt Ampeln inklusive Countdown, meistert Kreisverkehre und automatisches Ausweichen. Zur Sicherheitsausstattung zählen eine Gitterrahmen-Karosserie und bis zu sechs Airbags.
Antrieb: 95 kW und zweite Blade-Generation
Angetrieben wird der neue Seagull von einem Elektromotor mit 95 kW (129 PS) und 130 N·m Drehmoment. Die zweite Generation der Blade-Batterie bietet eine um fünf Prozent höhere Energiedichte, dazu kommt eine Schnellladefunktion. Der Normverbrauch liegt bei 9,0 kWh/100 km. Der Antriebsstrang wurde leichter, die Leistungsdichte stieg um 94 Prozent.
Der Wettbewerb im Einstiegssegment
Der chinesische Kleinstwagen-Markt ist hart umkämpft. Hauptkonkurrenten sind der Geely Xingyuan, der Leapmotor A10 sowie die Wuling-Bingo-Reihe. Der Geely gilt als Maßstab für Familien, schwächelt aber beim Fahrassistenzsystem und bietet keinen Lidar. Der Leapmotor A10 punktet über den Preis. Die Konkurrenz läuft längst nicht mehr allein über den Einstiegspreis, sondern über Raum, Fahrwerk, Ladeleistung, Assistenz und Service. BYD setzt dagegen auf Blade-Batterie, Schnellladetechnik, ein dichtes Händlernetz und hohe Restwerte.
Mit dem Generationswechsel dürfte der Preiskampf im Segment weiter an Fahrt aufnehmen. Entscheidend wird das finale Preisniveau am 20. Oktober sein.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten.
Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus. Der Seagull wird bislang nicht in Europa angeboten.