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Li Auto steigt mit 339 Mio. € bei Sunwoda ein

Li Auto beteiligt sich mit 2,65 Mrd. Yuan (ca. 339 Mio. €) an Sunwoda Power. Auch Xiaomi setzt auf den chinesischen Batteriehersteller, der seine Zellkapazitäten deutlich ausbaut.

Li Auto steigt mit 339 Mio. € bei Sunwoda ein

Li Auto steigt mit 339 Mio. € bei Sunwoda ein

Li Auto und Xiaomi als neue Großkunden

Li Auto (理想) hat eine strategische Beteiligung an Sunwoda Power, der Batteriesparte des chinesischen Zellherstellers Sunwoda (欣旺达), angekündigt. Das Investment beläuft sich auf 2,65 Mrd. Yuan (ca. 339 Mio. €). Investitionsangaben laut Unternehmensmitteilung; Umrechnung zum Kurs 1 元 = 0,128 €.

Im gleichen Zug hat Xiaomi (小米) Sunwoda offiziell zum Batterie-Strategiepartner erklärt. Für Li Auto, Anbieter von Range-Extender-Elektrofahrzeugen (EREV — Elektromotor mit Verbrenner als Generator) und rein elektrischen Modellen, sichert die Beteiligung den Zugriff auf Zellen für die nächste Modellgeneration. Für Sunwoda bedeutet der Deal einen deutlichen Schub im hart umkämpften chinesischen Batteriemarkt, in dem bislang CATL und BYD dominieren.

Drei globale Trends als Wachstumstreiber

Anlass der Ankündigung war das Forum für fortschrittliche Batterie-Industriecluster am 16. Oktober 2026 in Shenzhen. Sunwoda-Gründer Wang Mingwang skizzierte dort die Perspektiven der Branche und benannte drei globale Trends: die Dekarbonisierung der Energieerzeugung, die intelligente Steuerung von Energiesystemen und die Elektrifizierung des Energieverbrauchs. Diese Entwicklungen öffneten der Batterieindustrie einen breiten und verlässlichen Wachstumsmarkt.

Wang verwies zudem auf die Energieplanung des 15. Fünfjahresplans (das zentrale Steuerungsdokument der chinesischen Wirtschaftspolitik für 2026 bis 2030), die vielfältige Einsatzfelder für neue Stromspeicher festlege und die strategische Bedeutung der Branche weiter stärke. Gleichzeitig benannte er deutliche Herausforderungen:

  • Abhängigkeit von importierten Rohstoffen
  • sinkende Margen im Preiskampf
  • internationale Normhürden
  • Compliance-Auflagen beim Export

Die Branche müsse den Weg der reinen Mengenausweitung verlassen und auf nachhaltiges, hochwertiges Wachstum umschalten.

Sunwoda wächst rasant, bleibt aber Verfolger

Aktuelle Branchendaten untermauern diese Einschätzung. Nach Zahlen der China Automotive Battery Innovation Alliance installierte Sunwoda im September Batterien mit einer Kapazität von 3,24 GWh und kam damit auf einen Marktanteil von 3,74 Prozent — Rang 6 in China. Bei Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) lag die installierte Menge bei 2,83 GWh (3,80 Prozent Marktanteil). In den ersten neun Monaten summierte sich die installierte Kapazität auf 17,77 GWh und einen Marktanteil von 3,09 Prozent.

Im Halbjahresbericht meldet Sunwoda für das erste Halbjahr 2026 eine Auslieferung von 28,36 GWh an EV-Batterien, ein Plus von 76,37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der zugehörige Umsatz erreichte ca. 1,81 Mrd. € (ca. 14.134.000.000 Yuan), ein Zuwachs von 85,87 Prozent. Bei HEV-Mischakkus liegt Sunwoda nach eigenen Angaben seit fünf Jahren in Folge an der Spitze des chinesischen Marktes; in beiden Quartalen 2026 führte das Unternehmen die weltweite Installationsstatistik an. Mit der Li-Auto-Beteiligung im Rücken wächst der Druck auf die etablierten Zellriesen weiter.


In Deutschland

Sunwoda ist in Deutschland bislang vor allem als Zulieferer von Konsumelektronik-Akkus bekannt, nicht als Partner der hiesigen Autoindustrie. Eine eigene Batteriezellfertigung für den europäischen Markt betreibt das Unternehmen nicht; ob die Li-Auto-Beteiligung indirekt auch europäische Modelle betrifft, ist offen. Li Auto verkauft bislang keine Fahrzeuge in Deutschland — ein Markteintritt in Europa ist angekündigt, aber noch nicht terminiert.

Li AutoBatterieMarktanteil