Geely Xingrui L PLUS: 5-Meter-Limousine ab 14.000 €
Geely (吉利) hat am 17. Oktober in Chengdu die Xingrui L PLUS vorgestellt — eine knapp fünf Meter lange Limousine, die als Verbrenner und als Vollhybrid antritt. Die i-HEV-Version mit 1,5-Liter-Turbobenziner und Hybridgetriebe kostet zur Markteinführung ca. 14.000 bis 17.900 € (ca. 109.700 bis 139.700 Yuan), die rein fossil angetriebene 2,0-Liter-Variante mit 8-Gang-Automatik ca. 14.600 bis 18.400 € (ca. 113.700 bis 143.700 Yuan). Während der Einführungsphase gewährt Geely zusätzlich einen Rabatt von umgerechnet ca. 1.280 € (1.000 Yuan Anzahlung werden mit 11.000 Yuan verrechnet).
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Zwei Antriebe: Vollhybrid und Benziner
Mit der Xingrui L PLUS will Geely den klassischen Verbrenner gegen die Konkurrenz der chinesischen EV-Startups verteidigen. Der 1,5-TD-i-HEV genannte Vollhybrid kommt auf einen WLTC-Normverbrauch von 3,98 Litern auf 100 Kilometern. WLTC (weltweit harmonisierter Testzyklus) ist nicht direkt mit dem europäischen WLTP vergleichbar; chinesische Hersteller geben häufig auch CLTC-Werte an, die nochmals optimistischer ausfallen. Der i-HEV tankt Normalbenzin (92 Oktan) und soll kombiniert mehr als 1.000 Kilometer weit kommen.
Wichtig zur Einordnung: Anders als bei einem Plug-in-Hybrid (PHEV) wird die Batterie des i-HEV nicht extern geladen — es ist ein klassischer Vollhybrid, der seine Energie ausschließlich über Rekuperation und den Verbrenner bezieht. Für deutsche Verhältnisse ist der Verbrauch dennoch bemerkenswert; die japanische Konkurrenz von Toyota Corolla Hybrid und Honda Civic e:HEV liegt auf ähnlichem Niveau.
- Länge: knapp 5,0 Meter (C-Segment/Mittelklasse nach europäischer Einordnung; chinesische Klassifizierung: B-Segment — so lang wie ein VW Passat)
- Antrieb i-HEV: 1,5-Liter-Turbobenziner + Hybridgetriebe (klassischer Vollhybrid, kein PHEV)
- Antrieb 2.0 TD: 2,0-Liter-Turbobenziner + 8-Stufen-Automatik
- Verbrauch: 3,98 l/100 km (WLTC, i-HEV)
- Reichweite: über 1.000 km (WLTC, kombiniert)
- Assistenz: 1 Lidar, 3 Radar-, 11 Kamerasensoren
- Sicherheit: 11 Airbags serienmäßig
Laserradar und Stadtpilot im Verbrenner
Bemerkenswert ist die Assistenzausstattung: Die Xingrui L PLUS ist nach Konzernangaben die erste Serienlimousine mit Verbrennungsmotor, die einen Lidar (Laserscanner) an Bord hat. Das System „Qianli Haohan H5" (千里浩瀚H5) nutzt eine 3R11V1L genannte Sensorarchitektur aus drei Millimeterwellen-Radaren, elf hochauflösenden Kameras und dem Lidar. Damit sind Stadtpilot und Autobahn-Pilot (City-/Highway-NOA) in beiden Fahrszenarien möglich — vergleichbar mit Teslas FSD oder dem Autobahn-Pilot deutscher Hersteller.
Im Cockpit arbeiten ein 15,4-Zoll-Display in 2,5K-Auflösung und das Betriebssystem Flyme Auto 2, ergänzt um einen EVA genannten Sprachassistenten mit Roboter-Anmutung. Auch eine 23-Lautsprecher-Anlage (Flyme Sound) und eine 14-Punkt-Massagefunktion für alle vier Sitze stehen auf der Ausstattungsliste.
Komfort, Sicherheit und Design
Sicherheitstechnisch setzt Geely auf ein serienmäßiges Stabilisierungssystem bei Reifenplatzern sowie elf Airbags. Die Karosserie wurde nach eigenen Angaben mit der Auszeichnung „Top-10-Karosserie 2026" bedacht. Beim Platzangebot verspricht die Limousine eine Raumausnutzung von 84,5 Prozent.
Die Designsprache nennt Geely „Oriental Timing" (东方时序, etwa „Östlicher Jahreszeitenlauf") — inspiriert von den Licht- und Farbwechseln der vier Jahreszeiten in der chinesischen Tradition. Dafür gab es den MUSE Design Platinum Award 2026.
Marktposition und Verkaufszahlen
Die Xingrui L PLUS ist Teil der China-Star-(中国星)-Serie, die von Januar bis September 2026 nach Konzernangaben mehr als 850.000 Einheiten absetzte und ihren Marktanteil durchgehend über 10 Prozent hielt. Seit 2017, so Geely, steht die Serie neun Jahre in Folge an der Spitze der chinesischen Verbrenner-Marken. Die Fahrwerksabstimmung übernahm das Lotus-Team (路特斯), das auch die TCR-Rennversion betreut.
In Deutschland
Die Xingrui L PLUS ist ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt. Geely ist in Deutschland derzeit nicht mit Pkw vertreten; die Marke ist in Europa nur in ausgewählten Ländern aktiv. Eine Europa-Expansion dieses Modells ist nicht angekündigt. Als Referenz für deutsche Leser: Die Limousine ist so lang wie ein VW Passat, positioniert sich preislich aber eher auf Golf-Niveau.