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BYDChooseAutoVon 4 Min. Lesezeit

BYD Seagull: Ab 8.100 € mit Lidar und 360 km WLTP

Die zweite Generation des BYD Seagull startet in China ab umgerechnet 8.100 € — als Fünfsitzer mit Lidar, 360 km Reichweite (WLTP) und Blitzladung.

BYD Seagull: Ab 8.100 € mit Lidar und 360 km WLTP

BYD Seagull: Ab 8.100 € mit Lidar und 360 km WLTP

BYD (比亚迪) hat am 20. Oktober die zweite Generation seines Kleinwagens Seagull vorgestellt. Die Baureihe ist in China so etwas wie der VW Polo der Elektroära: Seit dem Marktstart 2023 wurden mehr als 1,55 Millionen Einheiten verkauft — laut BYD der schnellste rein elektrische Bestseller weltweit, der die Millionenmarke knackte. Nun legt der Hersteller nach und verspricht Verbesserungen in sechs Disziplinen: Design, Raum, Komfort, Assistenz, Ladeleistung und Sicherheit.

Fünf Ausstattungsvarianten stehen zur Wahl, die Preise liegen bei ca. 8.100 bis 12.400 € (ca. 62.900 bis 96.900 Yuan). Wichtig für die Einordnung: BYD nennt diese Werte als „Super-Tauschprämienpreis" — sie gelten also in Verbindung mit einer Inzahlungnahme. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Vom Vier- zum Fünfsitzer

Der größte Schritt betrifft die Abmessungen. Der neue Seagull misst 4.205 mm in der Länge, 1.810 mm in der Breite und 1.570 mm in der Höhe bei 2.650 mm Radstand — jeweils Klassenbestwerte, wie BYD betont. Statt vier Sitzen bietet der Kleine nun eine vollwertige Rückbank für drei Erwachsene.

Auch beim Stauraum legt der Chinese deutlich zu:

Beim Komfort rüstet BYD kräftig auf: Sechsfach elektrisch verstellbarer Fahrersitz, Vierfach-Verstellung für den Beifahrer, 504 mm breite Sitzflächen, dreistufige Sitzheizung und -belüftung auf beiden Vordersitzen sowie eine Massagefunktion für den Fahrer. Serienmäßig an Bord sind zudem Klimaautomatik, 50-Watt-Induktionsladefach, Ambientelicht in mehreren Farben, eine Acht-Speaker-Anlage und ein elektrisch öffnendes Heckklappenschloss per Fußtipp.

Lidar und Stadtpilot im Kleinwagen

Für Aufsehen dürfte die Assistenzausstattung sorgen. Der Seagull erhält „God's Eye B" (DiPilot 300) — BYDs Lidar-gestütztes Fahrassistenzsystem. Es ermöglicht einen Autobahn-Pilot sowie einen Stadtpilot, also assistiertes Fahren in der Stadt, vergleichbar mit Teslas FSD. Beim Einparken übernimmt das System vollständig: Der Fahrer kann aussteigen, das Auto sucht sich selbst einen Platz und parkt ein. BYD übernimmt nach eigenen Angaben die Haftung für die Einpark- und Stadtpilot-Funktion.

Das Infotainment übernimmt das DiLink-150-System mit 15,6-Zoll-Touchscreen. Das digitale Cockpit zeigt Tempo, Akkustand und Blinker an; im Fahrbetrieb wandern zentrale Informationen ins linke Drittel des Displays. Selbst bei einer Kommunikationsstörung des Hauptrechners soll ein reduzierter Modus die sicherheitsrelevanten Anzeigen aufrechterhalten.

Blitzladung und neues Fahrwerk

Der Antrieb bleibt beim Heckmotor, die Leistung steigt auf 95 kW (129 PS) bei 130 Nm Drehmoment. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Erstmals in dieser Klasse verbaut BYD eine Hinterachse mit Mehrlenker-Einzelradaufhängung, der Wendekreis bleibt mit 4,95 Metern kleinwagen-typisch kompakt.

Die Batterie gibt es in zwei Varianten, beide mit BYDs „Blitzladetechnik" (Flash Charging):

Geladen werden soll der Akku in fünf Minuten auf einen fahrbaren Füllstand, in neun Minuten auf 80 Prozent — bei minus 30 Grad dauert es laut BYD nur drei Minuten länger. Käufer der Blitzlade-Version erhalten zwölf Monate kostenloses Laden an den Schnellladepunkten des Herstellers. Deutschlandweit ist das irrelevant, in China aber ein Argument: Dort stehen bereits 12.165 BYD-Ladesäulen, bis Jahresende sollen es 20.000 sein. Der Normverbrauch liegt bei mindestens 9,0 kWh/100 km, der cW-Wert bei 0,28.

Sicherheit und Optik

Serienmäßig verbaut BYD einen Wächtermodus samt Fernüberwachung, ein Stabilitätssystem für Reifenplatzer zwischen 60 und 140 km/h sowie eine automatische Notbremsung. Die Karosserie besteht aus hochfestem Stahl, bis zu sechs Airbags sind an Bord.

Optisch bleibt der Seagull der „Ozean-Designlinie" treu, zeigt sich aber sportlicher: flachere Front, neue Dreizack-LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Räder und Seagull-Logos an mehreren Stellen. Sechs Außenfarben (Limettengrün, Beerenpink, Cremeweiß, Sesamgrau, Kokosblau, Mangoorange) und drei Innenraumfarben stehen zur Wahl.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.

Der Seagull selbst ist bislang ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt und wird in Deutschland nicht angeboten. Wer einen kleinen BYD sucht, landet hierzulande beim Dolphin bzw. beim neuen Atto 2 — beide liegen allerdings eine Fahrzeugklasse über dem 4,20-Meter-Seagull und starten preislich deutlich höher. Ob und wann die zweite Seagull-Generation nach Europa kommt, ist offiziell nicht bestätigt. BYD-Manager hatten in der Vergangenheit mehrfach erklärt, ein günstiger Kleinwagen unterhalb des Dolphin sei für Europa denkbar — konkrete Pläne für eine Einführung inklusive Euro-NCAP-Abstimmung und Zollbehandlung stehen aber aus. Angesichts der EU-Zölle auf in China gefertigte Elektroautos und der vergleichsweise niedrigen Marge im A-Segment gilt ein Europa-Start des Seagull als schwierig, aber nicht ausgeschlossen.

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