WeRide erhält Spaniens erste L4-Lizenz für Robotaxi GXR
Madrid — Der chinesische Autonomie-Entwickler WeRide (文远知行) hat zusammen mit dem Fahrdienstvermittler Uber und AVOMO, der Autonomie-Sparte der Moove-Cars-Gruppe, die erste L4-Betriebsgenehmigung Spaniens für autonome Personenbeförderung erhalten. Ausgestellt wurde sie von der spanischen Verkehrsbehörde DGT auf Grundlage des neuen ES-AV-Rahmenwerks. Damit dürfen die drei Partner Fahrzeuge im öffentlichen Straßenraum der spanischen Hauptstadt einsetzen. L4 steht für Stufe 4 autonomes Fahren nach SAE-Klassifikation — der Wagen fährt in definierten Gebieten ohne Eingriff des Menschen.
Spanien ist mit jährlich fast 100 Millionen Besuchern einer der größten Mobilitätsmärkte Europas, Madrid gilt wegen hoher Pendlerzahlen und eines ausgereiften Ride-Hailing-Angebots als besonders attraktiv für autonome Fahrdienste. Madrid ist zugleich die vierte Stadt der strategischen Partnerschaft zwischen WeRide und Uber. Bis 2030 wollen beide den Robotaxi-Betrieb auf 15 Städte weltweit ausweiten und dort mehrere zehntausend Fahrzeuge einsetzen.
Erste Testflotte mit Sicherheitsfahrer
In der Startphase gehen mehrere Dutzend Robotaxi GXR mit der neuesten Autonomie-Generation von WeRide in den Testbetrieb. Die Fahrzeuge werden in mehreren verkehrsreichen Innenstadtbezirken Madrids unterwegs sein, zunächst mit einem Sicherheitsfahrer an Bord. Erst wenn die zentralen Betriebskennzahlen erreicht sind, soll das Einsatzgebiet wachsen und der fahrerlose Betrieb die Kernstadt abdecken.
- Lizenzgeber: spanische Verkehrsbehörde DGT, Rahmenwerk ES-AV
- Fahrzeug: WeRide Robotaxi GXR
- Startphase: mehrere Dutzend Fahrzeuge, je mit Sicherheitsfahrer
- Fahrgastzugang: Buchung über die Uber-App
- Kommerzieller Start: im Laufe des Jahres 2026 geplant
Das Madrider Projekt folgt dem schlanken Auslandsmodell von WeRide: Die Technik kommt vom chinesischen Entwickler, die Plattform von Uber, die Flottenbetreuung von AVOMO. Nach Abschluss aller Vorbereitungen und Erfüllung der Betriebsauflagen soll der kommerzielle Dienst 2026 für die Öffentlichkeit starten. Fahrgäste rufen den Wagen dann per Uber-App.
Neun Länder, eine Plattform
Mit der spanischen Genehmigung ist WeRide nach eigenen Angaben das einzige Technologieunternehmen weltweit, dessen Produkte Autonomie-Lizenzen in neun Ländern besitzen — China, Spanien, Schweiz, Belgien, Frankreich, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und den USA. Die Zulassung in Madrid ist zugleich die erste nationale Autonomie-Lizenz für den Robotaxi GXR in der Europäischen Union und dient als Referenz für weitere Märkte auf dem Kontinent.
„Die Lizenz ist ein weiterer Meilenstein unserer Globalisierung", sagt WeRide-Finanzvorstand und International-Chef Li Xuan. Madrid sei das wichtigste Tor zum europäischen Markt; gemeinsam mit Uber und AVOMO solle der erste kommerzielle Robotaxi-Dienst Spaniens bis Ende 2026 für die Öffentlichkeit öffnen. Uber-Manager Sarfraz Maredia nennt Madrid „eine der fortschrittlichsten Regionen Europas für autonomes Fahren". Moove-Chef Manuel Puga verweist auf die Erfahrung seines Unternehmens mit Autonomieflotten in den USA: Sorgfältige Vorbereitung und strenge Sicherheitsstandards seien die Basis für skalierbaren Betrieb.
Madrid ist der erste europäische Standort der Zusammenarbeit von WeRide und Uber. Als zweite europäische Stadt folgte Zürich, wo der öffentliche Robotaxi-Betrieb ebenfalls 2026 beginnen soll. WeRide will das für Europa entwickelte Betriebsmodell nun auf weitere Märkte übertragen und ein städteübergreifendes Robotaxi-Netz aufbauen.
In Europa
Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

