Chery iCaur V27: 449 PS EREV-SUV ab 24.300 €
Chery (奇瑞) hat unter seiner Offroad-Submarke iCar den V27 in der neuen Long-Range-Version in China auf den Markt gebracht. Der kantige Mittelklasse-SUV mit Range-Extender-Antrieb (EREV — Elektromotor mit Verbrenner als Generator) ist seit dem 30. September 2026 bestellbar. International wird das Modell als iCaur V27 vermarktet.
Zwei Ausführungen, ab ca. 24.300 €
Der V27 Long Range ist in zwei Konfigurationen erhältlich: Die Basisversion kostet ca. 24.300 € (ca. 189.800 Yuan), die Topvariante ca. 26.100 € (ca. 203.800 Yuan).
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Damit positioniert sich Chery deutlich unter den bisherigen EREV-SUVs von Li Auto (理想), die in China als Referenz dieser Antriebsart gelten. Mit gut fünf Metern Länge und eckiger Karosserie erinnert der V27 optisch an einen Land Rover Defender oder eine Mercedes G-Klasse — preislich liegt er aber auf dem Niveau eines kompakten Elektro-SUV.
300 km elektrisch, 449 PS Systemleistung
Angetrieben wird der V27 von einem 1,5-Liter-Turbomotor mit 115 kW, der als Generator fungiert, plus zwei Elektromotoren mit zusammen 335 kW (449 PS). Die 51,2 kWh große LFP-Batterie kommt von CATL (宁德时代).
Der V27 Long Range fährt 300 km rein elektrisch nach dem chinesischen CLTC-Zyklus (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) — das entspricht ca. 255 km (WLTP-Schätzwert). Die bisherigen Versionen kommen auf 210 km (CLTC) mit Heckantrieb und 200 km (CLTC) mit Allradantrieb, umgerechnet ca. 180 bzw. 170 km (WLTP-Schätzwert).
„Interstellar Cockpit“ mit Snapdragon und KI
Der Innenraum setzt auf ein 15,4-Zoll-Zentraldisplay in 2,5K-Auflösung und ein 8,88 Zoll großes Digital-Cockpit. Angetrieben wird das System vom Qualcomm Snapdragon 8295P mit 30 TOPS Rechenleistung; integriert sind ein KI-Zentralmodell sowie DeepSeek, dazu Vier-Zonen-Spracherkennung, kabellose Smartphone-Projektion (Apple CarPlay, HiCar, CarLink) und kabelgebundenes Screen-Casting für Spielkonsolen.
Zur Komfortausstattung (Kühlbox, Displays, Liegefunktion) gehören Nullschwerpunkt-Sitze mit Belüftung, Heizung und Massagefunktion sowie ein Panorama-Doppelsonnendach namens „Sky Island“. Für das Interieur erhielt der V27 nach Angaben von iCar beim Torino Automotive Design Award 2026 die Auszeichnung „Best Interior Design“ in der Kategorie Premiumfahrzeuge.
Fahrassistenz: erstes Modell mit Horizon HSD V2.1
Beim Fahrassistenzsystem (ADAS) fährt Chery groß auf: Das „Super Falcon 700+“ genannte System nutzt den Horizon Robotics Journey 6P Chip mit 560 TOPS. Zur Sensorik gehören ein Lidar von Hesai, drei Millimeterwellen-Radare, zwölf Ultraschallsensoren, zwei 8-Megapixel-Kameras und neun 3-Megapixel-Kameras. Der V27 ist das erste Modell mit der Software HSD V2.1 von Horizon Robotics und unterstützt damit durchgängiges, End-to-End autonomes Fahren.
In Deutschland
Chery plant mit der Marke Omoda eine Expansion nach Europa.
Der iCar V27 selbst — außerhalb Chinas als iCaur V27 unterwegs — ist bislang nicht für den deutschen Markt bestätigt. Derzeit konzentriert sich Chery in Europa auf die Modelle von Omoda und Jaecoo, die in Spanien gefertigt werden. Ein kantiger EREV-SUV dieser Größe würde in Deutschland in ein Segment stoßen, in dem bislang vor allem Verbrenner-SUVs wie der Land Rover Defender oder die Mercedes G-Klasse vertreten sind — zu Preisen, die deutlich über dem chinesischen Niveau liegen. Ein Europa-Start des iCaur V27 wäre daher vor allem als Preisangriff zu verstehen. Konkrete Termine oder Euro-Preise hat Chery noch nicht genannt.






