Li Auto: 1,36 Millionen Ladevorgänge in sieben Tagen
Li Auto (理想) hat am 12. Oktober seinen Ladereport für die Nationalfeiertage 2026 („Goldene Woche", 1. bis 7. Oktober) veröffentlicht. In diesen sieben Tagen führten die landesweit knapp 4.200 Supercharger-Stationen des Herstellers mehr als 1,36 Millionen Ladevorgänge durch. Die gesamte geladene Strommenge summierte sich auf über 41,04 Millionen kWh — ein Zuwachs von 119 Prozent bei den Vorgängen und 110 Prozent bei der Energiemenge gegenüber dem Normalbetrieb. Das Unternehmen bezeichnet sein Netz in dem Bericht selbstbewusst als „nationales Supercharger-Netz" der Ferienzeit.
Fremdmarken dominieren die Ladesäulen
Bemerkenswert: Der Anteil fremder Marken liegt inzwischen deutlich über dem der eigenen Kundschaft. Mehr als 810.000 Ladevorgänge während der Feiertage entfielen auf Fahrer anderer Marken — knapp 60 Prozent aller Nutzungen und damit mehr als die gut 550.000 Vorgänge von Li-Auto-Fahrern selbst. Die häufigsten Fremdmarken an den Säulen waren Tesla, Xiaomi und Zeekr. Li Autos Netz wandelt sich damit zunehmend vom exklusiven Markenangebot zur öffentlichen Ladeinfrastruktur.
Ladeleistung als Wettbewerbsvorteil
Ein zentraler Punkt des Reports ist die Ladegeschwindigkeit:
- Fahrer von Li-Auto-Stromern (BEV und 5C-Range-Extender-Modelle) luden am 5C-Schnelllader im Schnitt 12,95 Minuten.
- Fahrzeuge anderer Marken benötigten an derselben Säule im Durchschnitt 21,64 Minuten.
- Bundesweit betreibt Li Auto nach eigenen Angaben bereits 5.369 Schnellladepunkte mit 5C-Technik an 646 reinen 5C-Stationen — ausnahmslos mit über 250 kW Leistung.
Über 23.000 Ladepunkte in China
Zum Stichtag 9. Oktober zählt Li Auto 4.199 Supercharger-Stationen mit 23.115 Ladepunkten in 31 Provinzen und 294 Städten. Davon entfallen 1.385 Stationen auf Autobahnstandorte und 2.814 auf innerstädtische Standorte. Während der Feiertage steuerte das Netz rund 16 Prozent der gesamten chinesischen Autobahn-Ladeenergie bei, das entspricht über 26,07 Millionen kWh an Raststätten. Die meistgenutzte Station war der Rastplatz Linghai (Richtung Peking) an der Jingha-Autobahn mit bis zu 830 Ladevorgängen pro Tag. An über 600 stark frequentierten Standorten war Li-Auto-Personal vor Ort im Einsatz, um Abläufe zu koordinieren und Fragen zu beantworten. Zum Vergleich: Laut der nationalen Energiebehörde wurden in China vom 1. bis 7. Oktober insgesamt 163 Millionen kWh an Autobahn-Ladestrom abgegeben.
In Deutschland nicht erhältlich
Li Auto hat bislang keine offiziellen Pläne für eine Expansion nach Europa bekannt gegeben. Das Unternehmen konzentriert sich auf den chinesischen Markt.


