China: Händler-Lagerkennzahl steigt auf 1,68
Der chinesische Händlerverband CADA (China Auto Dealers Association) hat die Lagerdaten für September 2026 veröffentlicht: Die branchenweite Lagerkennzahl der Autohändler liegt bei 1,68 Punkten, ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber August und von 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit ist die von der Branche als kritisch geltende Marke von 1,5 deutlich überschritten.
Die Kennzahl beschreibt das Verhältnis von Lagerbestand zu monatlichem Absatz. Ein Wert von 1,68 bedeutet, dass die Händler rechnerisch genug Fahrzeuge auf dem Hof haben, um rund 1,68 Monate ohne Nachschub zu verkaufen — ein klarer Hinweis auf Überkapazitäten im Vertriebsnetz.
Warum der „goldene September" diesmal nicht zündet
Das dritte Quartal gilt in China traditionell als „Goldener September, silberner Oktober" — die stärkste Verkaufssaison des Jahres. In diesem Jahr blieb der Effekt jedoch aus. Auf der Nachfrageseite sind die Käufer zurückhaltend: Viele warten auf die Autoshows zum Nationalfeiertag Anfang Oktober oder auf die Rabattschlachten zum Jahresende, wodurch sich die Kaufentscheidung verzögert.
Zusätzlich hat sich der Reiz der Saisonrabatte abgenutzt. Ganzjährig laufende Kaufprämien, direkte Händlerabschläge und günstige Finanzierungen machen die zeitlich befristeten Aktionsangebote weniger attraktiv als in früheren Jahren.
Angebotsseite verschärft den Druck
Auf der Angebotsseite fuhren die Hersteller im September ihre Jahresendziele vor: Neue Modelle wurden in fast allen Preisklassen gestartet, mehrere Marken legten zeitlich begrenzte Nachlässe auf, dazu kamen lokale Konsumprämien in zahlreichen Provinzen. Ab der dritten Septemberwoche verbesserten sich Besucherzahlen und Bestelleingänge zwar leicht, der tatsächliche Absatz blieb aber unter den Erwartungen — die Lagerbestände wuchsen weiter.
Laut CPCA (China Passenger Car Association) wurden im September landesweit 1,618 Millionen Pkw an Endkunden ausgeliefert. Daraus ergibt sich ein Gesamtlagerbestand von rund 2,7 Millionen Fahrzeugen im Händlernetz.
Premiummarken räumen ab, Joint Ventures nicht
Die drei Marktsegmente entwickeln sich gegenläufig:
- Premium- und Importmarken: Lagerkennzahl 1,54, minus 20,2 Prozent gegenüber August — die einzige Gruppe mit rückläufigem Bestand
- Joint-Venture-Marken (gemeinsame Werke ausländischer und chinesischer Hersteller): 1,90, plus 9,8 Prozent
- Eigene chinesische Marken: 1,60, plus 10,3 Prozent
Besonders die Joint Ventures sitzen damit auf einem deutlich überhöhten Fahrzeugberg.
Ausblick auf den Oktober
Für Oktober erwartet der Verband ein leichtes Absatzplus gegenüber September, allerdings im Muster „Anstieg in den Ferien, Rückgang danach". Der Nationalfeiertag und die parallel laufenden Autoshows sorgen für mehr Laufkundschaft, neue lokale Kaufprämien und die Jahresendziele der Hersteller stützen das Geschäft. Nach den Feiertagen droht jedoch erneut eine Abkühlung.
Der Verband rät den Händlern, den Bedarf realistisch einzuschätzen, die Bestände zu begrenzen und stärker auf die staatlichen Umtausch- und Verschrottungsprämien hinzuweisen. Kosten senken, Effizienz steigern und Risiken begrenzen — so lautet die Empfehlung an das Vertriebsnetz.
In Europa
Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.