BYD: 490.200 Einheiten im Oktober — nur Export wächst
BYD hat im Oktober 490.200 Fahrzeuge ausgeliefert — 11 Prozent mehr als im Vorjahr und der stärkste Monat des laufenden Jahres. Der Blick auf die Zahl täuscht jedoch: Der Zuwachs stammt fast vollständig aus dem Auslandsgeschäft. Der gesamte chinesische Pkw-Markt schrumpfte nach einer Schätzung der CPCA (乘联分会, Dachverband der chinesischen Pkw-Hersteller) auf rund 1,6 Millionen Einheiten, ein Minus von 28,9 Prozent.
Die fünf größten Konzerne: 1,76 Millionen — aber nur im Ausland
BYD, SAIC, Geely, Chery und Changan lieferten zusammen 1,760 Millionen Fahrzeuge aus, gerade einmal 2.000 weniger als im Vorjahr. Das wirkt wie Stillstand, ist aber eine Verlagerung: 743.000 Einheiten gingen ins Ausland (+83 Prozent), im Inland blieben 1,018 Millionen (−25 Prozent).
BYD exportierte 169.600 Pkw und Pickups. Erst dieser Puffer glich die 38.000 Einheiten aus, die im Inland wegfielen — übrig blieben die 48.000 Fahrzeuge, die als Plus in der Bilanz stehen. Bei den anderen Konzernen reichte es nicht: SAIC verkaufte 163.000 Fahrzeuge im Ausland (+67 Prozent), verlor im Inland aber 89.000 und rutschte insgesamt um 5,3 Prozent ab. Changan kam auf 102.400 Exporte (+77 Prozent), brach daheim um rund 40 Prozent ein. Chery setzte 296.000 Fahrzeuge ab, davon 200.600 außerhalb Chinas — im Inland blieben weniger als 100.000, nur 60 Prozent des Vorjahreswerts. Bei Great Wall liegt die Exportquote bereits über der Hälfte.
Joint Ventures brechen ein, Kleinwagen verlieren die Prämie
Die einstigen Milliardenbringer unter den Gemeinschaftsunternehmen verlieren weiter an Tempo. SAIC-GM setzte im Oktober 25.865 Fahrzeuge ab, weniger als die Hälfte des Vorjahres. SAIC-Volkswagen kam auf 67.500 Einheiten (−28 Prozent), GAC-Toyota auf 53.000 (−25 Prozent).
Ein neuer Bruchpunkt liegt am unteren Ende der Preisskala — Folge einer geänderten Kaufprämie. Bis 2025 gab es staatliche EV-Kaufprämie als Festbetrag: 20.000 Yuan (ca. 2.600 €) für ein verschrottetes Altfahrzeug plus Neuwagen, unabhängig vom Preis. Ab 2026 werden 12 Prozent des Fahrzeugpreises erstattet, gedeckelt bei 20.000 Yuan — voll ausgeschöpft erst ab rund 167.000 Yuan (ca. 21.400 €). Ein Elektrokleinwagen für 50.000 Yuan (ca. 6.400 €) bekommt nur noch 6.000 Yuan (ca. 800 €) statt 20.000 Yuan (ca. 2.600 €). Unterm Strich fehlen ihm rund 14.000 Yuan (ca. 1.800 €), fast ein Drittel des Kaufpreises. Ein 150.000-Yuan-Auto verliert dagegen nur 2.000 Yuan (ca. 300 €).
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Verbrenner leiden unter den Spritpreisen: Im September lag der Pkw-Einzelhandel mit Verbrennungsmotor 43 Prozent unter dem Vorjahr, rein fossil angetriebene Fahrzeuge verloren 49 Prozent. Ihr Anteil am Neuwagengeschäft fiel erstmals unter ein Drittel. Profiteur sind einfache Hybride ohne Stecker — 125.000 Einheiten im September, plus 51 Prozent und damit die am schnellsten wachsende Antriebsart.
Neue Marken wachsen — auch weil sie exportieren
Auf denselben Preisfeldern, auf denen klassische Volumenmodelle verlieren, legen junge Marken deutlich zu. Leapmotor (零跑) lieferte 106.000 Fahrzeuge aus (+51 Prozent) und blieb den vierten Monat in Folge über der 100.000er-Marke. Geely Galaxy kam auf 153.000 Einheiten (+20 Prozent), die Changan-Submarke Nevo auf 63.600 (+70 Prozent), Hyptec/Aion auf 42.400 (+57 Prozent), Arcfox auf 26.300 (+13 Prozent).
Der gemeinsame Nenner: Die Volumenmodelle stehen auf Elektro-Plattformen, die in den vergangenen zwei bis drei Jahren entwickelt wurden. Und ein wachsender Teil geht ins Ausland. Leapmotor verschiffte im September über 27.000 Fahrzeuge; im spanischen Saragossa läuft seit Oktober der B10 vom Band. Geely exportierte 83.000 elektrifizierte Fahrzeuge, sechsmal so viele wie im Vorjahr.
XPeng (小鹏) meldete mit 50.237 Auslieferungen einen Rekord — 8.200 mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 13.326 auf das Ausland, ein Plus von rund 8.300. Der komplette Zuwachs kam also aus Übersee.
Assistenzsysteme werden billig, die Preise stürzen
Der Preiskampf hat eine neue Front. Stadtpilot-Funktionen, vor zwei Jahren noch dem Segment oberhalb von 250.000 Yuan (ca. 32.000 €) vorbehalten, sind inzwischen bei umgerechnet unter 19.200 € angekommen. Der Changan Nevo Q06 (Konkurrent zum VW ID.4) startet unter 150.000 Yuan, serienmäßig mit Lidar — und bleibt selbst mit dem Stadtpilot-Paket darunter. 35.000 Bestellungen in 24 Stunden, über 10.000 Auslieferungen im ersten Monat. Der XPeng MONA L05 (Konkurrent zum VW ID.3) kostet zur Einführung ab 139.800 Yuan (ca. 17.900 €), die Max-Version mit 750-TOPS-Rechenchip ab 149.800 Yuan (ca. 19.200 €); nach drei Minuten war der Vorlaufbestand ausverkauft.
Für die Hersteller ist das ein Problem: Assistenz ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr, über das sich ein doppelter Preis rechtfertigen lässt.
Kaum ein Hersteller erreicht sein Jahresziel
Nach zehn Monaten liegen die meisten Konzerne hinter ihrem Plan. Nur Zeekr hat sein Ziel von 300.000 Einheiten bereits übertroffen (107 Prozent), nach 32.483 Fahrzeugen im Oktober (+52 Prozent). Chery steht bei 78 Prozent, Leapmotor bei 77, Geely bei 74, BYD und SAIC bei rund 72. Changan, Xiaomi und Great Wall kommen auf knapp 58 Prozent.
Für Great Wall bedeutet das 380.000 Einheiten pro Monat in den verbleibenden zwei Monaten — mehr als das Dreifache des Oktober-Werts. Erschwerend kommt hinzu: Im ersten Halbjahr haben über 1.800 Händler ihre Verträge gekündigt. Und der Export als letzter Wachstumspfad wird teurer — ab 1. April 2027 sinkt die Mehrwertsteuer-Erstattung für exportierte E-Autos von 13 auf 9 Prozent. Am härtesten trifft das margenschwache Modelle, die sich allein über den Preis verkaufen.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten.
Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.