SAIC: 1,17 Millionen Auslandsverkäufe, MG legt 23 % zu
Der chinesische Staatskonzern SAIC (上汽集团) hat in den ersten neun Monaten des Jahres 1,17 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas abgesetzt — 52,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als im gesamten Vorjahr. Der Gesamtabsatz liegt bei 3,15 Millionen Einheiten, womit SAIC weiterhin an der Spitze der chinesischen Autoindustrie steht. Zugpferd im Ausland ist die Marke MG (名爵), die allein in Europa 280.000 Autos verkaufte, ein Plus von 23 Prozent.
MG dominiert den britischen Heimatmarkt
In Großbritannien, dem wichtigsten europäischen Einzelmarkt für MG, meldet die Marke für September 18.000 Neuzulassungen — ein Monatsrekord. 91,6 Prozent davon entfallen auf elektrifizierte Antriebe, also rein elektrisch (BEV), Vollhybrid (HEV) und Plug-in-Hybrid (PHEV). Der MG 4 EV Urban führt das B-Segment mit einem Marktanteil von 16,5 Prozent an, liegt also in der Klasse eines VW ID.3 oder Opel Corsa Electric vorn.
Auch in Polen baut MG aus: 4,38 Prozent Marktanteil im September, Rang sieben unter allen Pkw-Marken, bei einem Absatzplus von 88 Prozent zum Vorjahr. Kumuliert über neun Monate stehen 44 Prozent mehr Zulassungen zu Buche. Für die Hybrid-Baureihe MG3 Hybrid+, MG HS PHEV, MG S9 PHEV und MG ZS Hybrid+ sammelte MG nach eigenen Angaben zwölf Auszeichnungen britischer Fachmedien, darunter „Auto Express" und „What Car?".
Nutzfahrzeuge: 10.000 Einheiten im europäischen Einsatz
Das Nutzfahrzeuggeschäft von SAIC — im Kern die Marke Maxus (上汽大通) — setzte im September 18.395 Einheiten im Ausland ab, ein Rekordwert und 120 Prozent mehr als im Vorjahr. SAIC führt die chinesischen Exporte leichter Nutzfahrzeuge nach Europa an; knapp 100.000 Fahrzeuge sind dort nach Konzernangaben gewerblich unterwegs. Die elektrische eDELIVER-Familie gilt als breitestes Angebot an elektrischen Transportern in Europa.
Auf der IAA Transportation in Hannover im September zeigte SAIC erstmals das komplette Nutzfahrzeug-Programm, darunter den neuen Pickup der oberen Mittelklasse, den eTerron 9 im Modelljahr 2027 und den elektrischen Leicht-Lkw eDeliver 75. Dazu entstehen drei europäische Stützpunkte: ein technisches Zentrum in Frankfurt, ein Trainingszentrum in Großbritannien und ein Teilelogistikzentrum in Polen. Der Direktvertrieb von Maxus in Deutschland ist bereits gestartet.
Von Mexiko bis Argentinien
Abseits Europas wächst MG in 18 Märkten Mittelamerikas und der Karibik um 86 Prozent. In Australien legt der Pickup T60 um 31 Prozent zu, in Argentinien sicherte sich SAIC mit dem eDELIVER 9 einen Großauftrag von DHL — nach eigenen Angaben der größte Auftrag für elektrische Nutzfahrzeuge in dem Land.
Die Joint Ventures exportieren ebenfalls: Der neue Lamando L von SAIC Volkswagen läuft erstmals nach Mexiko, zuvor gingen Modelle nach Vietnam, auf die Philippinen und nach Usbekistan. Ein Buick van SAIC-GM startet in Korea. Ob eines dieser Modelle nach Europa kommt, ist nicht bestätigt.
In Deutschland
MG ist hierzulande mit einem eigenen Händlernetz vertreten und gehört zu den stärksten chinesischen Marken im Zulassungsranking; Modelle wie der MG 4 und der MG ZS sind regulär bestellbar. Für Maxus besteht seit kurzem ein Direktvertrieb, der das Flottengeschäft mit elektrischen Transportern adressiert. Ein Marktstart des in Hannover gezeigten eTerron 9 oder des eDeliver 75 in Deutschland ist nicht bestätigt. Die in Mexiko und Korea gestarteten Exportmodelle von SAIC Volkswagen und SAIC-GM sind für Europa bislang nicht angekündigt.