General Motors: 3,3 Mrd. Dollar Gewinn, China im Plus
General Motors (General Motors) hat am 20. Oktober die Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt: 50 Mrd. US-Dollar Nettoumsatz, 3,3 Mrd. US-Dollar Nettogewinn und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 3,70 US-Dollar. Der bereinigte operative Cashflow im Automobilgeschäft lag bei 5,9 Mrd. US-Dollar. Für deutsche Leser ist vor allem eine Zahl interessant: Das China-Geschäft verdient seit acht Quartalen in Folge Geld.
China-Geschäft stabilisiert sich
Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge an den China-Verkäufen von GM liegt inzwischen bei über 60 Prozent — ein Rekordwert für ein drittes Quartal. Im August verlängerten die Amerikaner zudem das Joint Venture mit SAIC um 20 Jahre bis 2047. Die Partnerschaft soll die Elektrifizierung und die Software-Strategie des Gemeinschaftsunternehmens SAIC-GM absichern.
Produktseitig setzt GM in China auf mehrere Baustellen gleichzeitig:
Während die deutschen Premiumhersteller (BBA — BMW, Mercedes-Benz, Audi) in China zuletzt mit Margendruck kämpften, fährt GM dort eine defensive Strategie: weniger Volumen, dafür höherwertige Segmente.
USA: Pick-ups und Software als Gewinnmotoren
In den Vereinigten Staaten bleibt GM in seinen Kernsegmenten Marktführer — bei Full-Size-Pick-ups, Full-Size-SUVs und kompakten SUVs. Nach eigenen Angaben fällt der Verkaufsanreiz („Incentive") unter dem Branchendurchschnitt aus. Für die kommenden Jahre stehen ein neuer Chevrolet Silverado und GMC Sierra sowie eine neue Generation schwerer Pick-ups, Full-Size-SUVs und Cadillac-Modelle an.
Mit dem Modellwechsel soll auch das Fahrassistenzsystem Super Cruise deutlich breitere Verwendung finden: als Serienausstattung in den Topversionen von Silverado und GMC Sierra, optional in den meisten Pick-up-Varianten. GM rechnet damit, die Durchdringung bei den Pick-ups bis 2027 zu vervierfachen bis zu verfünffachen. Software und Dienste rund um Super Cruise sowie OnStar sollen in diesem Jahr 7,5 Mrd. US-Dollar an abgegrenzten Erlösen beisteuern.
Aktienrückkauf und Ausblick
Der Verwaltungsrat genehmigte ein neues, mehrjähriges Aktienrückkaufprogramm über 20 Mrd. US-Dollar. Das im Januar angekündigte Programm über 6 Mrd. US-Dollar ist abgeschlossen; zusätzlich schüttet GM eine Quartalsdividende von 0,18 US-Dollar je Aktie aus. Die Jahresprognose wurde angehoben: Der bereinigte Cashflow im Automobilgeschäft soll nun 11,5 bis 12,5 Mrd. US-Dollar erreichen (zuvor 9,5 bis 11,5 Mrd.), das bereinigte Ergebnis je Aktie 12,75 bis 13,75 US-Dollar.
Konzernchefin Mary Barra verwies auf gestiegene Inflationsbelastungen und verteidigte die Strategie mit Investitionen in neue Produkte und Dienste sowie höherer Fertigungsqualität. Für europäische Beobachter bleibt die entscheidende Frage offen: Wie viel von dieser China-Rendite fließt künftig in eine Rückkehr nach Europa — einem Markt, aus dem sich GM 2017 mit dem Verkauf von Opel und Vauxhall verabschiedet hat?
In Deutschland
General Motors ist in Deutschland seit dem Verkauf von Opel und Vauxhall im Jahr 2017 nicht mehr mit eigenen Pkw-Volumenmarken vertreten. Chevrolet und GMC werden hier nicht angeboten, Cadillac ist nur in Nischenstücken erhältlich. Die vorgestellten China-Modelle von Buick, Cadillac und Wuling sind ausschließlich für den dortigen Markt bestimmt; ein Europa-Start ist nicht angekündigt.