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ToyotaChooseAutoVon 3 Min. Lesezeit

China: NEV-Anteil bei 67 Prozent – Verbrenner verdrängt

In China sind zwei von drei Neuwagen elektrisch oder teilelektrisch. Ausgereifte Plug-in-Hybride und wegfallende Preisunterschiede verdrängen den reinen Verbrenner.

China: NEV-Anteil bei 67 Prozent – Verbrenner verdrängt

China: NEV-Anteil bei 67 Prozent – Verbrenner verdrängt

Zwei von drei Neuwagen in China fahren künftig mit Stecker: Nach den jüngsten Retail-Zulassungszahlen des Verbands der chinesischen Pkw-Hersteller (CPCA) hat der Anteil neuer Energie-Fahrzeuge (NEV — rein elektrisch, Plug-in-Hybrid und Range-Extender) im September die Marke von 67 Prozent überschritten. Bei insgesamt 1.618.000 neu zugelassenen Pkw entfielen 534.000 Einheiten auf klassische Verbrenner — und selbst diese Zahl schönt den Benziner noch.

Der Verbrenner-Anteil ist kleiner, als er aussieht

Denn in der Statistik stecken auch nicht aufladbare Vollhybride (HEV) von Herstellern wie Toyota (丰田) und Honda (本田): rund 115.000 bis 120.000 Einheiten im September, das einzige Segment innerhalb des Verbrenner-Lagers, das noch wächst. Zieht man diese ab, bleiben für rein benzinbetriebene Fahrzeuge weniger als 30 Prozent Marktanteil. Und rechnet man die verbliebenen Volumenmodelle deutscher Herkunft ab — Volkswagen (大众) Passat, Magotan und Tiguan L sowie die Einsteigermodelle der BBA (BMW, Mercedes-Benz, Audi — die drei deutschen Premiumhersteller) —, bleibt für Nischen- und Fremdmarken kaum noch Raum.

Zwei Argumente hielten den Verbrenner am Leben — beide sind weg

Der Wandel ist nicht das Ergebnis einer plötzlichen Vorliebe der Kunden, sondern das Ende zweier Argumentationsketten. Erstens die Technikskepsis: Verbrenner galten als jahrzehntelang erprobt, einfach und überall günstig zu reparieren, während Plug-in-Hybride als störanfällig und teuer im Unterhalt galten. Zweitens der Preis: Ein identisches Modell mit Stecker kostete vor wenigen Jahren noch 20.000 bis 30.000 Yuan (ca. 2.600 bis 3.800 €) mehr als die Benziner-Variante — genug, um mehrere Jahre Kraftstoff zu bezahlen.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Beide Argumente sind inzwischen entfallen. Bei den meisten Volumenmodellen kosten Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Version heute dasselbe, teils ist der Hybrid sogar günstiger. Gleichzeitig ist die Antriebstechnik der chinesischen Hersteller ausgereift: Selbst Einsteiger-Hybride für umgerechnet ca. 12.800 € (ca. 100.000 Yuan) gelten nach Millionenkilometern im Flottenbetrieb als robust. Wer 20.000 bis 30.000 Kilometer pro Jahr fährt, spart durch den niedrigeren Strompreis jährlich einen fünfstelligen Yuan-Betrag; im Taxi- und Ride-Hailing-Gewerbe sind Verbrenner praktisch verschwunden.

Wo der Benziner noch Punkte sammelt

Geblieben sind Nischen: In extrem kalten Regionen entfallen Batterie-Alterung und Vorheizprobleme, und günstige Turbo-Benziner wie der 1,4-Liter-TSI von Volkswagen halten bei hoher Dauerlast und Zwischenspurts auf der Autobahn besser durch als mancher Plug-in-Hybrid der 100.000-Yuan-Klasse (ca. 12.800 €) mit 1,5-Liter-Sauger und schwachem E-Motor. Ab etwa 200.000 Yuan (ca. 25.600 €) kehrt sich das Bild: Dort leisten die Elektromotoren 300 bis 400 PS und der Reichweitenvorteil des Verbrenners verschwindet.

Das Angebot entscheidet mit

Der entscheidende Hebel liegt inzwischen auf der Angebotsseite: Viele chinesische Hersteller haben die reine Verbrenner-Produktion eingestellt und bieten neue Baureihen nur noch als Plug-in-Hybrid oder Elektroauto an. Wer ein bestimmtes Modell kaufen will, hat oft gar keine Benziner-Option mehr. Die 67 Prozent sind damit keine reine Rekordzahl, sondern das Ergebnis eines dreifachen Umschwungs — bei den Käuferpräferenzen, der technischen Reife und dem Produktportfolio.


In Deutschland

Die chinesische NEV-Quote ist nicht auf Europa übertragbar: In Deutschland liegt der Anteil rein elektrischer Neuzulassungen deutlich niedriger, und Plug-in-Hybride führen hierzulande weiterhin ein Nischendasein — auch weil das Dienstwagen- und Steuersystem andere Anreize setzt. Zu einzelnen Herstellern und Modellstrategien liegen uns für diesen Marktüberblick keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor.

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