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D1EVVon 3 Min. Lesezeit

BASF: 14 Prozent Umsatzplus — Preise belasten Zellhersteller

BASF meldet 14 Prozent Umsatzplus — getragen von Preisen, nicht vom Absatz. Höhere Materialkosten treffen Chinas Zellhersteller wie CATL und BYD.

KI-gestützte Übersetzung aus D1EV

BASF: 14 Prozent Umsatzplus — Preise belasten Zellhersteller

BASF hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 16,4 Milliarden Euro erzielt, 14 Prozent mehr als im Vorjahresquartal (14,3 Milliarden Euro). Der Ludwigshafener Konzern liefert Kathodenmaterialien, Elektrolytkomponenten und Beschichtungen an die Batterie- und Autoindustrie und hebt nach neun Monaten die Prognose für das Gesamtjahr an. Der Zuwachs kommt allerdings fast vollständig aus höheren Preisen — und genau das ist die Nachricht für Chinas Elektroauto-Szene.

Preise plus 12 Prozent, Menge plus 2 Prozent

Die durchschnittlichen Verkaufspreise lagen 12 Prozent über dem Vorjahr, die Absatzmenge legte nur um 2 Prozent zu. Am stärksten zogen die Preise in den Bereichen Chemicals, Materials, Surface Technologies und Industrial Solutions an — also dort, wo Vorprodukte für Kathodenmaterial und Elektrolyte entstehen. Für Zellhersteller heißt das: Der Einkauf wird teurer, während der Preiskampf bei den fertigen Fahrzeugen unvermindert läuft. Diese Schere ist der eigentliche Kern der Meldung.

CATL, BYD und CALB zahlen die Rechnung

Kathodenmaterial ist je nach Zellchemie einer der größten Kostenblöcke einer Batteriezelle. Steigen die Vorproduktpreise, trifft es zuerst die Volumenhersteller: CATL (宁德时代), BYD (比亚迪) mit seiner Zellsparte FinDreams, CALB (中创新航), Gotion (国轩高科) und EVE (亿纬锂能) fertigen in Millionenstückzahlen und kaufen entsprechend große Mengen ein. Bei Modellen wie dem BYD Seagull, der in China umgerechnet ab rund 9.000 € (ca. 70.000 Yuan) startet, oder dem XPeng (小鹏) Mona M03 im Bereich um 15.000 € entscheidet der Materialeinkauf über die Marge. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Eine Zellgeneration mit weniger Kobalt und mehr LFP-Chemie dämpft den Effekt zwar, hebt ihn aber nicht auf: Auch LFP braucht Lithiumsalze und Beschichtungsmaterialien, deren Preise zuletzt ebenfalls anzogen. Wer seine Batteriepreise für 2027 kalkuliert, muss die aktuelle Entwicklung einpreisen.

Joint Venture mit Shanshan, weniger Investitionen in Zhanjiang

Für den chinesischen Markt ist BASF kein Zulieferer am Rand: Das Joint Venture BASF Shanshan Battery Materials fertigt in Hunan Kathodenmaterial für den lokalen Zellmarkt, in Guangdong betreibt der Konzern den Verbundstandort Zhanjiang. Dort wurden die Ausgaben zuletzt deutlich zurückgefahren — der Investitions-Cashflow verbesserte sich von minus 767 Millionen auf minus 89 Millionen Euro, auch weil 401 Millionen Euro weniger in Anlagen flossen. Teureres Material einerseits, gebremster Kapazitätsausbau andererseits: Für chinesische Zellhersteller bedeutet das weniger Preisdruck durch neue Konkurrenzkapazität, aber auch weniger Spielraum nach unten.

Die relevanten Kennzahlen im Überblick

  • Umsatz Q3 2026: 16,4 Milliarden Euro (plus 14 Prozent)
  • Preiseffekt: plus 12 Prozent, Absatz: plus 2 Prozent
  • Bereinigtes EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, ohne Sondereinflüsse): 1,6 Milliarden Euro, Marge 10,0 Prozent
  • Nettoergebnis: 155 Millionen Euro, Ergebnis je Aktie 0,18 Euro
  • Freier Cashflow: 523 Millionen Euro (plus 125 Millionen Euro)
  • Prognose Gesamtjahr: bereinigtes EBITDA 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro (zuvor 6,9 bis 7,7), freier Cashflow unverändert 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro

Ob die höheren Preise halten, hängt an der Rohstoffseite und am chinesischen Preiskampf. Für deutsche Autofahrer ist die Zahl vor allem indirekt relevant: Sie zeigt, warum chinesische E-Modelle derzeit trotz Rabattschlacht nicht beliebig billiger werden. Ein EuroNCAP-Ergebnis oder eine EU-Typgenehmigung spielt bei einer Zulieferermeldung naturgemäß keine Rolle.


In Deutschland

BASF ist in Deutschland zu Hause und beliefert hiesige Zellprojekte; die Quartalszahlen wirken über Materialkosten auf die Batteriepreise der in Europa angebotenen chinesischen E-Modelle.

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