Huawei ADS 5 gegen ADS 4.1: 95 % weniger Eingriffe
Huawei ADS 5 gegen ADS 4.1: Der Vergleich
Huawei (华为) hat vor der Auto China (Peking Auto Show, eine der größten Automessen der Welt) im April 2026 sein neues Fahrassistenzsystem Qiankun ADS 5 vorgestellt und direkt gegen den Vorgänger ADS 4.1 gestellt. Die Kernbotschaft: Das System greift seltener ein, bremst weicher und wirkt im Stadtverkehr souveräner. Einen Preis für die Software nennt der Konzern nicht. Bestandsfahrzeuge der ADS-4-Reihe (Max, Pro und SE) lassen sich per OTA aktualisieren.
Von 98 auf 99,9 Prozent
Huawei nennt für ADS 5 deutlich bessere Kennzahlen als für ADS 4.1. Die wichtigsten Werte im Überblick:
- Erfolgsquote des Systems: 98 % → 99,9 %
- Vom Fahrer wahrgenommene Fehlerrate: 2 % → 0,1 %
- Rückgang der nötigen menschlichen Eingriffe: rund 95 %
- Basisarchitektur von ADS 4.1: WEWA 2.0 (Weltmodell-Architektur)
- Ausstattungslinien von ADS 4: Max, Pro und SE
- Update-Plan 2026: mehr als 80 Fahrzeugmodelle per OTA
Huawei betont, dass die Unterschiede für den Fahrer erst im Detail spürbar werden. Entscheidend sei nicht die reine Prozentzahl, sondern wie flüssig das System Lücken erkennt, abbiegt und den umgebenden Verkehr richtig liest.
Stadtpilot mit weniger harten Eingriffen
Der Stadtpilot (vergleichbar mit dem Tesla-FSD-Stadtmodus) war bislang die Schwachstelle: ADS 4.1 zögerte an Kreuzungen, bremste mitunter abrupt oder wartete zu lange. ADS 5 soll Lücken früher erkennen und Abbiegemanöver entschlossener ausführen. Gleichzeitig reagiert das System vorausschauender, wenn andere Fahrzeuge die Spur wechseln oder der Verkehr stockt.
Um die Qualität zu messen, schaut Huawei nicht nur auf die Zahl der Übernahmen, sondern auch darauf, wie sie zustande kommen:
- Übernahmen pro 100 Kilometer
- Übernahmen pro Stunde
- proaktive Übernahmen durch den Fahrer
- sicherheitsrelevante Übernahmen
- ob das System selbst um Übergabe gebeten hat
Was das für Fahrer bedeutet
Weniger Eingriffe klingen nach einem kleinen Schritt — in der Praxis zählen genau diese Situationen. Ein System, das 99,9 statt 98 Prozent der Fälle meistert, verlangt dem Fahrer spürbar weniger Aufmerksamkeit ab. Huawei verspricht damit den Sprung von „gerade noch brauchbar" zu „im Alltag verlässlich" und setzt damit die übrigen chinesischen Anbieter unter Druck.
In Europa
Huaweis Qiankun-ADS-Fahrassistenz ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt. Deutsche Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz setzen in Europa auf eigene ADAS-Lösungen.

