CATL und DHL: Megawatt-Laden für Europas Lkw
CATL (宁德时代) und die DHL Group haben am 18. September 2026 eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) unterzeichnet. Die beiden Konzerne wollen die Elektrifizierung und Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs in Europa deutlich beschleunigen. Im Zentrum steht der Aufbau skalierbarer Lade- und Batteriewechsel-Lösungen für schwere Nutzfahrzeuge.
Ein offenes Ökosystem statt einzelner Pilotprojekte
Laut CATL soll die Partnerschaft bewusst über isolierte Testprojekte hinausgehen. Geplant ist ein offenes Ökosystem, das die reale Logistiknachfrage mit moderner Energietechnik verbindet. Dafür bündeln beide Unternehmen ihr Know-how, um die komplexe Umstellung auf emissionsarme Logistik zu bewältigen. Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören die Identifikation sogenannter grüner Korridore, die Zusammenarbeit mit Nutzfahrzeug-Herstellern sowie der Aufbau mobiler und stationärer Ladelösungen.
Diese Partner gehören zum Ökosystem
Für die Umsetzung binden CATL und DHL ein breites Netzwerk an Partnern ein:
- Quibo Energy: Anbieter intelligenter Energieinfrastruktur, unterstützt von CATL und Xiaomi (小米), mit Fokus auf mobile Kraftwerkslösungen (mobile Energiespeicher mit bis zu 2 MWh)
- FleetBoost: Liefert flexible Hochleistungs-Lade- und Speichersysteme der „FleetBooster"-Reihe, die auf CATL-Batterietechnologie setzt
- Swaptopus: Ein Joint Venture von CATL und Octopus Energy, das ein Batteriewechsel-Netz für Elektro-Lkw in ganz Europa aufbaut
Megawatt-Laden und Batteriewechsel für Lkw
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Batteriewechsel für schwere Nutzfahrzeuge. In China betreibt CATL bereits Wechselstationen des Typs Qiji für Lkw, in Europa sollen nun Pilotprojekte folgen. Die technischen Eckpunkte:
- Mobile Energiespeicher von Quibo mit bis zu 2 MWh (Megawattstunden)
- Megawatt-Schnellladen für Nutzfahrzeug-Flotten
- Batteriewechselstationen für Elektro-Lkw
- Kombination aus Fahrzeug, Laden, Energiespeicher, Wechsel und Lebenszyklus-Services
Gemeinsames Ziel: Null-Emissionen bis 2050
Akin Li, Executive President des CATL-Auslandsgeschäfts, betont: „Erfolgreiche Frachtelektifizierung braucht einen ganzheitlichen Ansatz. Indem wir reale Logistiknachfrage mit Fahrzeugen, Laden, Energiespeicherung, Batteriewechsel und Lebenszyklus-Services verbinden, wollen wir mit DHL und weiteren Partnern praxistaugliche und skalierbare Lösungen für emissionsfreie Fracht schaffen." Für die DHL Group ist die Partnerschaft ein wichtiger Schritt zu ihrem Unternehmensziel, bis 2050 netto null Logistik-Emissionen zu erreichen.
In Deutschland nicht erhältlich
Xiaomi Auto ist ausschließlich im chinesischen Markt erhältlich. Pläne für eine europäische Expansion wurden bislang nicht angekündigt.
Für den europäischen Markt hat die CATL-DHL-Partnerschaft dagegen direkte Bedeutung: CATL betreibt bereits ein Batteriewerk in Deutschland, und DHL gehört hierzulande zu den größten Logistikkonzernen. Die geplanten Lade- und Batteriewechsel-Lösungen könnten damit mittelfristig auch den deutschen Güterverkehr erreichen.





