Maserati: 198 Mio. Euro Verlust — Huawei hilft beim E-GT
Maserati will mit chinesischer Technik und Fertigung zurück in die Erfolgsspur. Wie das Branchenportal Future Cars Daily unter Berufung auf Kreise der Industrie berichtet, hat die italienische Luxusmarke den Plan für zwei neue Elektromodelle konkretisiert: einen mittelgroßen bis großen rein elektrischen SUV und einen großen elektrischen GT. Konkrete Preise oder ein Marktstart wurden bislang nicht genannt.
Dreier-Allianz aus Huawei, JAC und Maserati
Hinter dem Vorhaben steht eine ungewöhnliche Allianz. Huawei (华为) liefert die HIMA-Plattform (Harmony Intelligent Mobility Alliance, 鸿蒙智行) samt intelligentem Cockpit, dem Fahrassistenz- und autonomen Fahrsystem Qiankun ADS sowie der elektrischen Antriebstechnik. JAC Motors (江淮) übernimmt im Maextro-Superwerk (尊界) die Fahrzeugentwicklung und die Produktion. Maserati steuert seine über hundertjährige Designsprache und die bestehenden globalen Vertriebskanäle bei.
Nach der „Doppelmarken"-Strategie laufen die Fahrzeuge in China unter der Marke Maextro, während sie auf internationalen Märkten das Maserati-Logo tragen. Der E-SUV soll den bestehenden Grecale Folgore ergänzen, der GT die sportliche Kernidentität der Marke stärken und auf dem GranTurismo Folgore aufbauen. Intern, so die Quellen, wird der rein elektrische GT als erstes Produkt der Kooperation favorisiert.
Rohbau in Hefei, Endmontage in Italien
Um Kosteneffizienz und Luxusanspruch zu verbinden, setzt Maserati auf das SKD-Exportmodell (Semi Knocked Down). Dabei entstehen „weiße Karossen" — also unlackierte Rohbauten — im JAC-Werk in Hefei und werden anschließend nach Italien verschifft, wo Innenausbau und Fahrwerksabstimmung erfolgen. Damit sollen zugleich die traditionsreichen Werke Cassino und Modena ausgelastet werden.
Ein Rettungsversuch in letzter Minute
Die Kooperation kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. 2025 fielen die weltweiten Auslieferungen von Maserati auf unter 8.000 Einheiten — ein Rückgang von 80 Prozent gegenüber dem Höchststand von 2017 und der niedrigste Wert seit über einem Jahrzehnt. Das bereinigte Betriebsergebnis lag bei einem Verlust von 198 Millionen Euro, die Marge bei -27,3 Prozent.
Stellantis-Chef Antonio Filosa hatte zuvor eingeräumt, dass Industriepartner nötig seien, um die Zukunft der Marke zu sichern, ohne sie zu verkaufen. Mit Huaweis Software und JACs Fertigungskapazität will Maserati seine Schwächen in Entwicklung und Digitalisierung ausgleichen und im globalen Luxussegment wieder Boden gutmachen.
Zielmärkte und Specs
Als erste Zielmärkte gelten der Nahe Osten, Italien, Frankreich und Deutschland — also auch der deutsche Markt. Der E-SUV dürfte dort gegen einen Porsche Macan Electric oder einen BMW iX antreten, der GT gegen einen Porsche Taycan.
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.




