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D1EVVon 3 Min. Lesezeit

Gasgoo-Chefin absolviert 23. Shanghai-Führungskurs

Gasgoo-Chefin Zhou Xiaoying absolviert den 23. Shanghai-Führungskurs für Privatunternehmer. Der Auto-Datenanbieter öffnet sich für Robotik und Kooperationen.

Gasgoo-Chefin absolviert 23. Shanghai-Führungskurs

Gasgoo-Chefin absolviert 23. Shanghai-Führungskurs

Die chinesische Automobil-Datenplattform Gasgoo hat mitgeteilt, dass CEO Zhou Xiaoying am 23. Shanghai-Führungskurs für Privatunternehmer teilgenommen hat. Der fünftägige Lehrgang an der Parteischule des Shanghaier Stadtkomitees brachte Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz unterschiedlichen Branchen zusammen. Der Kurs gilt seit Jahren als eine der wichtigsten Weiterbildungsplattformen für private Unternehmen in Shanghai und endete nun mit dem Abschluss der Teilnehmer.

Makroökonomie, Politik und Unternehmensführung

Inhaltlich drehte sich das Programm um die makroökonomische Lage, die Entwicklung der chinesischen Privatwirtschaft sowie um Innovation und Betriebsführung. Neben Fachvorträgen setzten die Organisatoren auf Fallstudien und moderierte Diskussionsrunden. Die Teilnehmer sollten die Rahmenbedingungen ihres Geschäfts aus wirtschaftlicher, politischer und industrieller Perspektive neu einordnen können.

Für Zhou Xiaoying, die seit vielen Jahren in der Automobilbranche arbeitet, war der Lehrgang vor allem eines: die Gelegenheit, die eigene Branchenbrille abzunehmen. Der Austausch mit Unternehmern aus anderen Feldern habe ihr gezeigt, wie wichtig ein Gespür für Trends und zugleich Geduld beim langfristigen Aufbau sind, so die Managerin.

Gasgoo will Grenzen öffnen

Die Automobilindustrie durchlaufe derzeit eine Phase beschleunigter Elektrifizierung, Digitalisierung und Globalisierung, in der sich Branchengrenzen ständig verschieben. Gasgoo beschreibt sich selbst als in China ansässige, global ausgerichtete Daten- und Informationsplattform für die Autoindustrie. Das Kerngeschäft bleibt das Automobil, doch das Unternehmen baut nach eigenen Angaben weitere Felder auf:

  • Robotik
  • Niedrigflughöhen-Luftfahrt (unbemannte Fluggeräte und elektrische Senkrechtstarter, sogenannte eVTOL)
  • Vernetzung von Lieferketten und Auslandsgeschäft

Hinzu kommt ein als „5S" bezeichnetes Servicepaket aus Lieferkettenvermittlung, Strategieanalyse, Markenaufbau, Exportökosystem und Ressourcenvermittlung. Damit will Gasgoo Informationsasymmetrien in der Branche abbauen und Firmen bei der Internationalisierung unterstützen.

Zhou zufolge soll sich das Unternehmen künftig noch stärker für Branchen-, Regional- und Kooperationsgrenzen öffnen, um über den Austausch mit anderen Sektoren neue Perspektiven zu gewinnen. Der Fokus auf die Automobilindustrie bleibe dabei unverändert.


Die Meldung betrifft kein Fahrzeugmodell und hat damit keine unmittelbare Auswirkung auf Modell-, Preis- oder Marktentscheidungen in Deutschland. Relevant ist sie auf Branchenebene: Gasgoo ist ein in der chinesischen Autoindustrie viel genutzter Daten- und Informationsdienst, dessen Marktanalysen auch außerhalb Chinas von Herstellern, Zulieferern und Analysten herangezogen werden. Dass die chinesische Führung private Unternehmen in Shanghai systematisch über Parteischulen weiterbildet und dabei ausdrücklich auf Innovation und Internationalisierung setzt, unterstreicht den politischen Rückhalt für die chinesische Auto- und Zulieferindustrie — jenen Wettbewerbsdruck, dem deutsche Hersteller bei Elektroautos und Software bereits gegenüberstehen. Der Ausbau neuer Felder wie Robotik und ziviler Drohnentechnik berührt zusätzlich Geschäftsfelder, in denen deutsche Zulieferer und Technikkonzerne zunehmend auf chinesische Konkurrenz treffen.

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