Maserati: E-Neustart mit Huawei – Absatz fiel auf 8.000
Maserati (玛莎拉蒂) sucht den Ausweg aus einer tiefen Krise und setzt dabei auf chinesische Technologie und Fertigung. Wie das Branchenportal Future Cars Daily unter Berufung auf Industriekreise berichtet, hat die italienische Luxusmarke zwei neue Elektromodelle konkret eingeplant: einen mittelgroßen bis großen Elektro-SUV und einen großen Elektro-GT. Deutschland gehört demnach neben Italien, Frankreich und dem Nahen Osten zu den ersten internationalen Zielmärkten.
Ein Bündnis aus drei Partnern
Die Zusammenarbeit verteilt die Aufgaben klar: Huawei (华为) steuert die HIMA-Plattform (Harmony Intelligent Mobility Alliance, Huaweis Allianz für intelligente Mobilität) bei, darunter das intelligente Cockpit, das Qiankun-ADS-Fahrassistenzsystem (ADAS) und die E-Antriebstechnik. JAC (江淮汽车) übernimmt im Maextro-Werk (尊界) in Hefei die Fahrzeugentwicklung und die Produktion. Maserati bringt seine über 100 Jahre alte Designsprache und sein globales Vertriebsnetz ein.
Unter einer „Dual-Brand“-Strategie sollen die Fahrzeuge in China unter der Marke Maextro verkauft werden, international dagegen mit dem Maserati-Logo. Intern favorisieren die Verantwortlichen laut den Quellen den Elektro-GT als erstes Produkt der Kooperation — er soll die sportliche DNA der Marke auf Basis des GranTurismo Folgore fortführen.
- Der SUV ergänzt den bestehenden Grecale Folgore strategisch nach oben
- Der GT stärkt die Markenidentität und das sportliche Erbe
- Huawei: HIMA-Plattform, Cockpit, Qiankun-ADS-Fahrassistenz, E-Antrieb
- JAC: Fahrzeugentwicklung und Fertigung in Hefei
- Maserati: Design, Markenführung und globale Vertriebskanäle
SKD-Fertigung zwischen China und Italien
Um Kosteneffizienz und Luxuserbe zu verbinden, plant Maserati ein SKD-Exportmodell (Semi Knocked Down, halb zerlegte Bausätze). Dabei werden unlackierte Rohkarosserien im JAC-Werk in Hefei gefertigt und anschließend nach Italien verschifft, wo die Endmontage erfolgt — inklusive Luxusinterieur und Fahrwerksabstimmung. Die Endfertigung soll zugleich die historischen Werke Cassino und Modena auslasten. Maserati behält den Angaben zufolge die Entscheidungsgewalt über den internationalen Vertrieb.
Neustart in letzter Minute
Die Kooperation kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. 2025 fielen die weltweiten Auslieferungen von Maserati unter 8.000 Einheiten — ein Rückgang von 80 % gegenüber dem Höchststand von 2017 und der niedrigste Wert seit über einem Jahrzehnt. Der bereinigte operative Verlust lag bei 198 Millionen Euro, die Marge bei -27,3 %.
Stellantis-Chef Antonio Filosa hatte zuvor eingeräumt, dass Industriepartner nötig sind, um die Zukunft der Marke zu sichern, ohne sie zu verkaufen. Mit Huaweis Technologie und JACs Fertigungskapazität will Maserati seine Schwächen in Forschung und digitaler Transformation ausgleichen und alten Glanz im globalen Luxusmarkt zurückgewinnen.
In Deutschland
Maserati ist in Deutschland bereits mit Modellen wie dem Grecale Folgore und dem GranTurismo Folgore vertreten. Die beiden neuen Elektromodelle aus der Huawei-JAC-Kooperation befinden sich noch in der Planungsphase. Deutschland zählt laut den berichteten Quellen zu den ersten internationalen Zielmärkten, ein konkreter Marktstart ist bislang jedoch nicht bestätigt. Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen verbindlichen europäischen Markteintritt der geplanten Kooperationsmodelle vor.




