China und EU einigen sich: Hybridzölle abgewendet
Nach intensiven Verhandlungen haben sich China und die Europäische Union auf ein Verständnis im Handel mit Hybridfahrzeugen verständigt. Ziel ist es, das Vorgehen mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) in Einklang zu bringen und zusätzliche Strafzölle abzuwenden. Wie das chinesische Wirtschaftsmedium Caixin berichtet, wurde die Einigung am 9. Oktober in einer gemeinsamen Erklärung im Anschluss an die zweite Plenarsitzung des chinesisch-europäischen Konsultationsmechanismus für Handel und Investitionen bekannt gegeben.
Beide Seiten signalisieren Deeskalation
Konkrete Maßnahmen wurden bislang nicht veröffentlicht. Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, erklärte, die Vereinbarung ziele darauf ab, das schnelle Wachstum chinesischer Hybrid-Exporte nach Europa zu steuern. In den kommenden vier Jahren werde das Volumen chinesischer Hybridfahrzeug-Exporte in die EU nach internen Prognosen der Kommission um mehr als die Hälfte unter früheren Erwartungen liegen – eine Reduktion, die Millionen Fahrzeuge betrifft. Eine sofortige Halbierung der aktuellen Exportzahlen bedeute dies jedoch nicht.
Šefčovič betonte, er müsse die Verhandlungsergebnisse zunächst der Kommissionspräsidentin und den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten vorlegen, bevor die konkreten Umsetzungsdetails finalisiert und veröffentlicht werden. Beide Seiten hätten sich jedoch auf eine klare Methodik zur Umsetzung verständigt; es fehlten nur noch die notwendigen europäischen Verfahrensschritte.
Chinesische Hybride auf dem Vormarsch
Die wachsenden Hybrid-Exporte sind für die europäische Autoindustrie zu einem zentralen Thema geworden. Daten des chinesischen Pkw-Verbands (CPCA) zeigen, dass China in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 insgesamt 1,56 Millionen Komplettfahrzeuge in die EU exportierte:
- 630.000 rein elektrische Fahrzeuge (BEV), plus 49 Prozent im Jahresvergleich
- 490.000 Plug-in-Hybride (PHEV), plus 179 Prozent
- 270.000 Vollhybride (HEV), plus 142 Prozent
Laut dem europäischen Herstellerverband ACEA erreichten chinesische Marken im ersten Halbjahr 2026 einen Anteil von 14 Prozent am europäischen Hybridmarkt. Im PHEV-Segment lag ihr Anteil sogar bei 25 Prozent. Zum Vergleich: 2024 hielten chinesische Marken in diesen Segmenten nur 2 Prozent.
VDA und chinesische Wirtschaft begrüßen Einigung
Die Branche reagierte überwiegend positiv. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), nannte den Konsens ein „positives Signal" und unterstrich die Bedeutung des Dialogs für die Lösung von Handelsfragen und ein stabiles Umfeld für Unternehmen. Auch die Chinesische Handelskammer bei der EU (CCCEU) hofft auf einen klaren und stabilen Rahmen für chinesische Unternehmen in Europa und auf weniger Marktunsicherheit.
In Deutschland
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