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D1EVVon 3 Min. Lesezeit

Pony.ai und Uber bringen Robotaxi-Tests nach London

Pony.ai startet mit Uber Robotaxi-Tests in London. Nach Zagreb folgt die zweite europäische Stadt; in fünf Metropolen sind über 2.000 Fahrzeuge geplant.

Pony.ai und Uber bringen Robotaxi-Tests nach London

Pony.ai und Uber bringen Robotaxi-Tests nach London

Der chinesische Autonomie-Spezialist Pony.ai (小马智行) und der Fahrdienstvermittler Uber haben gemeinsam angekündigt, die siebte Generation ihres Robotaxis nach London zu bringen. Die Straßentests sollen nach Angaben beider Unternehmen innerhalb der kommenden Wochen beginnen. London wird damit zum nächsten Schlüsselstandort der geplanten europäischen Robotaxi-Offensive.

Bereits im August hatten Pony.ai und Uber ihre strategische Partnerschaft ausgeweitet. Der Plan: mehr als 2.000 fahrerlose Robotaxis in fünf europäischen Städten. Den Anfang machte die kroatische Hauptstadt Zagreb, wo nach Unternehmensangaben der erste kommerzielle Robotaxi-Dienst Europas gestartet ist. Die Fahrzeuge sind über Uber sowie die lokale Plattform Verne App buchbar und bedienen sowohl die Innenstadt als auch den Flughafentransfer. Das Projekt gilt als Nachweis, dass chinesische Autonomie-Technik und das zugehörige Geschäftsmodell auch in Europa funktionieren.

London als größter Testmarkt

London zählt zu den größten Mobilitätsmärkten der Welt und gilt als der aktivste Verkehrsknotenpunkt Europas. Großbritannien hat 2024 den Automated Vehicles Act verabschiedet, der einen klaren rechtlichen Rahmen für den kommerziellen Betrieb von Robotaxis schafft — inklusive Regulierungsvorgaben und der Frage der Haftung bei Unfällen. Zusammen mit der hohen Nachfrage nach Mobilitätsdiensten und einem eingespielten Partnernetzwerk macht das die Stadt zu einem Kernbaustein der „China plus Ausland"-Wachstumsstrategie von Pony.ai.

„Gemeinsam betriebene Flotte" als Modell

Auf dem Weg ins Ausland setzt Pony.ai auf ein Modell der gemeinsamen Flottenbetreibung. Gemeinsam mit lokalen Partnern werden Nutzerkanäle, Fahrzeugmanagement und der Betrieb vor Ort gesteuert. Neben Kroatien kommt dieses Vorgehen bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und Südkorea zum Einsatz. Branchenbeobachter sehen darin einen Wandel der chinesischen Autoindustrie: weg vom reinen Fahrzeugexport, hin zur Ausfuhr kompletter Lösungen, Fahrzeugplattformen und Flottenkompetenz.

Politik als Rückenwind

Am 10. September veröffentlichten das chinesische Industrie- und Informationsministerium (MIIT) und acht weitere Behörden den „15. Fünfjahresplan" für intelligente vernetzte Fahrzeuge. Darin ist die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit als Schlüsselprojekt festgeschrieben; Unternehmen werden ausdrücklich ermutigt, ins Ausland zu expandieren. Parallel veröffentlichte das Verkehrsministerium eine Sicherheitsrichtlinie für „KI plus Verkehr", die einen systematischen Rahmen für den regelkonformen Betrieb autonomer Fahrzeuge setzt. Pony.ai in London und Europa gilt als früher Praxisfall dieser Politik.

Wettlauf um die Standards

Analysten sehen einen globalen Wettbewerb um die Definitionsmacht bei Technikstandards in Bereichen wie künstlicher Intelligenz und intelligenten Fahrzeugen. Wer den kommerziellen Betrieb in mehreren internationalen Märkten zuerst etabliert, verschafft sich bei der Standardisierung einen Vorsprung. Betriebsdaten aus dem Ausland und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden würden damit zu wichtigen Argumenten.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Anbieter: Pony.ai (小马智行) gemeinsam mit Uber
  • Technik: siebte Generation des Pony.ai-Robotaxis (autonomes Fahren, SAE Stufe 4)
  • Erste Stadt in Europa: Zagreb, mit über Uber und Verne App buchbarem Dienst
  • Nächster Schritt: Straßentests in London innerhalb der kommenden Wochen
  • Ziel: über 2.000 Robotaxis in fünf europäischen Städten
  • Weitere Einsatzländer außerhalb Europas: Vereinigte Arabische Emirate, Singapur, Südkorea
  • Rechtlicher Rahmen in Großbritannien: Automated Vehicles Act (2024)

In Europa

Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

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