smart #2: Weltpremiere in Paris, Edition ab 14.500 €
Unter dem Scheinwerferlicht des Pariser Autosalons hat smart (smart) den #2 vorgestellt — den elektrischen Nachfolger des legendären fortwo. Dreißig Jahre nach dem Original kehrt der Zweisitzer damit an seinen Geburtsort zurück. Zum Auftakt legt smart eine auf 999 Einheiten limitierte „Gold Edition" auf, die in China ca. 14.500 € (ca. 112.999 Yuan) kostet.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Design: Kontinuität als Programm
Gezeichnet wird der #2 erneut vom globalen Designteam von Mercedes-Benz (Mercedes-Benz). Vier Räder in den Ecken, schwebendes Dach, an das Logo angelehnte Leuchten — eine zeitgemäße Übersetzung der fortwo-Genetik. Innen bleibt smart seiner Linie treu: markanter Lenkradkranz, capsule-förmige Instrumente, dazu eine durchgehende Mittelkonsole mit Ablagefach und einfachem Becherhalter.
Genau dort aber setzt die Kritik an: Die durchgehende Sitzbank vorn samt Mittelinsel erinnert stark an den NIO Firefly (蔚来萤火虫) — ein Detail, das der spätere Marktteilnehmer bereits besetzt hat.
Der Wettbewerb schläft nicht
MINI (MINI) geht den entgegengesetzten Weg und konserviert die Klassik fast vollständig: runde Scheinwerfer, achteckiger Kühlergrill, runde Displayeinheit. Das Problem liegt woanders — mit der Fertigung im Joint Venture mit Great Wall verlor der elektrische Cooper den Status des Importwagens, der Elektroantrieb den alten Fahrspaß-Nimbus. Übrig bleibt ein gut aussehendes Fortbewegungsmittel, für das Kunden in China kaum noch umgerechnet rund 25.600 € (ca. 200.000 Yuan) zahlen wollen.
Der NIO Firefly dagegen verkauft sich stabil 6.000- bis 7.000-fach im Monat. NIO-Chef William Li erklärte bereits ein halbes Jahr nach Marktstart, der Firefly verkaufe sich besser als smart und der elektrische MINI zusammen. Die Argumente: Heckantrieb, Einzelradaufhängung hinten an fünf Lenkern, neun Airbags, ein Chip mit 128 TOPS Rechenleistung und Batteriewechsel als zusätzliche Ladeoption.
Sonderausstattung als Taktgeber
Alle drei Marken arbeiten mit Sondereditionen. smart setzt auf die traditionsreiche Brabus-Variante als Performance-Label, MINI auf Designer-Editionen. NIO Firefly aber dominiert das Tempo: Seit 2025 erschienen sieben Themen-Editionen — vom „Nomad Maillard" über den „Nachtbewohner" bis zur aktuellen „Herzenssommer"-Auflage mit hellblauem Lack, Cabana-Streifen und Sitzstickerei mit über 64.000 Stichen. Der „Nachtbewohner" ist dabei eine der wenigen Editionen mit echter Fahrwerksüberarbeitung: 5,3 Prozent steifere Federn, 14 Prozent weniger Wankneigung.
Fazit
Ob der smart #2 zur Ikone wird, entscheidet sich in den nächsten ein bis zwei Jahren — nämlich daran, ob Kunden in ihm mehr sehen als einen elektrischen fortwo-Ersatz. Der Blick auf NIO Firefly zeigt: Klassiker-Status lässt sich mit schneller, konsequenter Produktpflege durchaus beschleunigen.
In Deutschland
- smart ist hierzulande mit #1, #3 und #5 etabliert; der #2 wurde bislang nicht offiziell für den deutschen Markt bestätigt.
- Ein Europa-Start des #2 gilt angesichts der Pariser Weltpremiere als wahrscheinlich, ist aber noch nicht terminiert.
- Der NIO Firefly ist in Europa erhältlich, der elektrische MINI Cooper sowie der Aceman sind es ebenfalls — damit wäre der #2 in Deutschland einem direkten Wettbewerb ausgesetzt.