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VoyahSinaVon 4 Min. Lesezeit

Voyah Dreamer 9: Erstes Premium-MPV im Pekinger Automuseum

Der Voyah Dreamer 9 ist das erste Premium-MPV in der Sammlung des Pekinger Automuseums. Die Baureihe kostet in China umgerechnet 38.400 bis 89.600 €.

Voyah Dreamer 9: Erstes Premium-MPV im Pekinger Automuseum

Nur wenige Serienfahrzeuge schaffen es ins Museum: Der Voyah (岚图) Dreamer 9 ist am 19. Oktober als erstes Premium-MPV in die Sammlung des Pekinger Automuseums aufgenommen worden. Im Rahmen der Designveranstaltung „Designer Night" unter dem Motto „Designerbe, Ideen für die Zukunft" übergab das Museum dem Hersteller die offizielle Sammelbescheinigung. Die Baureihe kostet in China je nach Variante ca. 38.400 bis 89.600 € (ca. 300.000 bis 700.000 Yuan).*

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Ein Museum als Chronist der Branche

Das Pekinger Automuseum ist ein staatliches Museum der ersten Kategorie und versteht sich als Chronist der internationalen Automobilindustrie. Nach Angaben der Museumsleitung werden nur Fahrzeuge aufgenommen, die einen markanten Entwicklungsschritt repräsentieren. Museumsdirektor Liu Jingquan sagte bei der Übergabe, der Wert eines Museums liege nicht in prächtigen Gebäuden und seltenen Exponaten, sondern in seinen Ideen, seiner Perspektive und seinen Werten. Die „Designer Night" sei die Fortsetzung dieses Gedankens: Designer treffen vor klassischen Exponaten aufeinander und lassen sich im Dialog über Fachgrenzen hinweg inspirieren.

Auch die Industrie ordnet die Übergabe als Wegmarke ein. Zhan Jingjing, stellvertretende Generalsekretärin der chinesischen Gesellschaft für Automobilingenieure, sprach von einer kulturellen Staffelübergabe zwischen Industrie, Wissenschaft und Design. Shao Mingfeng, Marketingleiter von Voyah und Chef der Vertriebsgesellschaft, nannte die Aufnahme eine Bestätigung der Innovationskraft der Marke im oberen Elektrosegment — und zugleich eine Verpflichtung, Geschichte und Zukunft des Automobils gleichermaßen zu bedienen.

Design als Argument

Der Dreamer 9 ist laut Hersteller das weltweit erste MPV mit ausfahrbarer Kühlerfigur. Das Element trägt den Namen „Kunpeng steigt in die Wolken" — benannt nach einem mythischen Riesenvogel der chinesischen Literatur — und steht für Aufbruch bei gleichzeitiger Zurückhaltung. Hinzu kommen Scheinwerfer im Stil eines „violetten Sternenpavillons" und Zierteile mit Drachen-Schuppenmuster. Das Designteam beschreibt die Leitidee als „Himmel, Erde und Milchstraße" und überträgt Landschafts- und Sternenmotive auf die Karosserie.

Voyah-Designdirektorin Xu Lin erklärte, der Ausgangspunkt sei kein verbessertes ausländisches Luxus-Vorbild gewesen, sondern ein von Grund auf in China definierter Flagship-Van. Die Designphilosophie fasst sie mit „Ordnung stiften, Zeremonie tragen" zusammen: Traditionelle Ordnungs- und Zeremonienelemente würden in eine zeitgemäße Formensprache übersetzt — von der Kühlerfigur über die Innenraum-Muster bis zur Sitzanordnung.

Von der Nachahmung zur Definition

Der Designerabend war bewusst breiter angelegt als eine reine Modellpräsentation. Zhu Tao, ehemaliger Präsident des chinesischen Industriedesign-Verbands, zeichnete den Weg Chinas vom Produktions- zum Designstandort nach. Ai Dekun, Chefdesigner für Karosserie beim Dongfeng-Konzern und Urheber des Dongfeng-Logos, erzählte die Geschichte der „zwei fliegenden Schwalben" und stellte sie in eine Linie mit der aktuellen Voyah-Formensprache: Die Bilder und die Zeiten hätten sich geändert, der Weg, Antworten in der eigenen Kultur zu suchen, sei jedoch durchgängig derselbe.

Für deutsche Leser ist das ein bemerkenswerter Ton: Chinesische Hersteller inszenieren sich nicht mehr als Nachahmer europäischer Premium-Vorbilder, sondern als eigenständige Entwurfsschule. Der Dreamer 9 ist in dieser Erzählung das Referenzobjekt — ein Fahrzeug, das Design und Technik als chinesische Antwort auf ein Segment positioniert, das lange von ausländischen Marken dominiert wurde.

Vier Jahre Modellgeschichte, über 200.000 Kunden

Der Dreamer ist seit vier Jahren auf dem Markt und deckt nach Herstellerangaben mit mehreren Varianten eine Preisspanne von ca. 38.400 bis 89.600 € (ca. 300.000 bis 700.000 Yuan) ab. Damit tritt die Baureihe unter anderem gegen den Denza D9 und den Zeekr 009 an — beides chinesische Oberklasse-Vans, die in Europa unter anderem gegen die Mercedes V-Klasse positioniert werden. Die kumulierte Kundenbasis liegt bei über 200.000 Fahrzeugen.

Belastungstests als Vertrauensbeweis

Zur Produktabsicherung hat Voyah zwei aufwendige Versuche durchgeführt. Beim weltweit ersten „Druck- und Fahrtest" für ein Serienfahrzeug stand der Dreamer 9 unter einem 10,8 Meter hohen Stapel mit 18,1 Tonnen Last und fuhr damit 35 Meter weit. Nach dem Test ließen sich nach Herstellerangaben alle Türen normal öffnen, die Karosserie blieb unverformt — der Nachweis für die Wirksamkeit der hochfesten Käfigstruktur, des mehrstufigen Batterieschutzes und der aktiven Sicherheitssysteme.

Im zweiten Versuch fuhren vier Dreamer 9 parallel über eine Reihe von Bremsschwellen („Doppel-Überfahrt"), um die Steifigkeit der Karosserie und die Stabilität des Fahrwerks zu prüfen. Die Chassis-Plattform der Baureihe trägt intern den Namen „kauernder Tiger" und soll hohe Karosserielasten bei gleichzeitigem Fahrkomfort abfedern.

Fazit

Dass eine Serienbaureihe in ein staatliches Museum aufgenommen wird, ist vor allem eine Anerkennung von Design-Originalität und Branchenrelevanz. Für Voyah ist die Aufnahme mehr als ein Marketing-Titel: Sie liefert der Positionierung als „chinesisches Original-Luxus-MPV" eine unabhängige Referenz. Zusammen mit über 200.000 ausgelieferten Fahrzeugen ergibt das eine doppelte Bestätigung — durch Design und durch Markt.


In Deutschland

Voyah (岚图) gehört zum Dongfeng-Konzern und ist bislang nicht offiziell in Deutschland erhältlich. Die Marke ist in Norwegen sowie auf einzelnen weiteren europäischen Märkten vertreten; ein konkreter Deutschland-Start ist nicht bestätigt. Der Dreamer 9 bleibt damit vorerst ein China-Modell — als Konkurrent zu Denza D9 und Zeekr 009, die ebenfalls erst schrittweise nach Europa kommen.

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