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Chinas ADAS-Ranking: Bosch/WeRide führt, Tesla gibt das Tempo vor

Chinas Fahrassistenz-Rangliste 9/2026: Bosch+WeRide vorn, Horizon und Huawei gleichauf. Die Lücke zum Pekinger 2030-Ziel ist gewaltig — Faktor 10.000.

Chinas ADAS-Ranking: Bosch/WeRide führt, Tesla gibt das Tempo vor

Chinas ADAS-Ranking: Bosch/WeRide führt, Tesla gibt das Tempo vor

Es ist eine Zahl, die in der chinesischen Fahrassistenz-Szene derzeit für hitzige Debatten sorgt: Legt man die im September veröffentlichte Rangliste „智驾天梯榜" (Sinngemäß: ADAS-Bestenliste) zugrunde, liegen die drei besten Systeme Chinas bei der Kennzahl MPCI (Key-Takeover-Intervall – also jener Strecke, die im Schnitt ohne sicherheitskritischen Eingriff des Fahrers zurückgelegt wird) bei etwas über 100 Kilometern. Das Ziel, das die chinesische Regierung für 2030 formuliert hat, liegt Schätzungen zufolge um den Faktor 10.000 höher.

Was Peking bis 2030 verlangt

Am 11. September veröffentlichte das MIIT (chinesisches Industrie- und Informationsministerium) gemeinsam mit acht weiteren Behörden den „15. Fünfjahresplan zur Entwicklung der intelligenten und vernetzten New-Energy-Fahrzeuge". Darin heißt es, Fahrzeuge mit automatisiertem Fahrsystem müssten bis 2030 „die Sicherheitsleistung menschlicher Fahrer deutlich übertreffen". Eine belastbare Kennzahl nennt das Papier nicht.

Die Branche behilft sich mit Näherungen: Tesla gibt für US-Kunden im „Safety Report" rund 1,1 Mio. km pro gemeldetem Crash an, Huawei (华为) für chinesische Fahrer rund 1,8 Mio. km – beides Größenordnungen um eine Million Kilometer. „Deutlich übertreffen" bedeutet nach Lesart der chinesischen Fachpresse deshalb: mindestens eine Zehnerpotenz mehr, also rund 10 Mio. km zwischen zwei schweren Unfällen. Rechnet man die unterschiedlichen Erfassungsquoten heraus, landet die Branche bei einer MPCI-Zielmarke von etwa 1 Mio. km für 2030 – rund das Zehnfache der menschlichen Fahrleistung.

Die aktuelle Rangliste (September 2026)

Neun der elf Anbieter verschlechterten sich gegenüber August. Hauptgrund ist erneut die Teststrecke Shenyang, wo 23 Läufe im Schnitt nur 79,18 Punkte ergaben – praktisch identisch mit dem Vormonat. Auffällig: Die Top-Teams liegen bei der Sicherheitswertung (46,31 Punkte für Bosch/WeRide und Huawei) so dicht beieinander, dass die Rangfolge in den Bereich statistischer Ungenauigkeit rückt.

Teslas Blaupause: jedes Jahr zehnmal besser

Wie der Sprung auf 1.000 km und mehr gelingen kann, zeigt ausgerechnet der amerikanische Rivale. Ende 2025 durchquerte ein Fahrer mit einem Tesla Model 3 und FSD V14.2 die USA von Los Angeles bis Myrtle Beach – 4.397 km ohne einen einzigen Eingriff, inklusive Ladestopps. Tesla selbst nennt für seine Flotte inzwischen ein MPCI im vierstelligen Kilometerbereich.

Der Mechanismus dahinter, so Tesla-Manager Ashok Elluswamy auf der CVPR-Konferenz: zehnmal mehr Rechenleistung, zehnmal größere Modelle, zehnmal mehr Trainingsdaten – pro Generation ein Zehnfaches an Fähigkeit. Von V12 bis V15 wäre das genau der Faktor 10.000 in vier Jahren. Mit dem kommenden AI5-Chip (über 2.000 TOPS) soll V15 die 10.000-km-Marke anpeilen.

Theoretisch. Praktisch stehen zwei Hürden im Weg: Erstens die Kosten – Investments im Milliardenbereich pro Jahr, exponentiell steigend. Zweitens die Personaldecke; die chinesische ADAS-Branche erlebt seit einem Jahr eine beispiellose Abwanderungswelle bei Schlüsselkräften.

17 chinesische Teams am Start

Das Bild gleicht einer Everest-Expedition: Die Spitzengruppe steht nach dieser Lesart auf dem „vorgeschobenen Basislager" bei MPCI 100 km. Noch in diesem Jahr wollen fünf Hersteller mit eigenen Lösungen dazustoßen – BYD (比亚迪), Changan (长安), Leapmotor (零跑), GAC (广汽) und Chery (奇瑞) –, dazu das Start-up Qingzhou Zhihang. 17 chinesische Teams stehen damit am Start. Wer die 1.000 km erreicht, hat das erste Hochlager erklommen; wer die 10.000 km schafft, das zweite.

Die Systeme von Waymo, Baidu Apollo und Pony.ai (小马智行) im Robotaxi-Betrieb mögen diese Größenordnung bereits erreichen – sie fahren aber auf kartierten Pilotflächen und nicht im Serienauto des Kunden. Genau darum geht es in dieser Rangliste: um die Frage, wann das assistierte Fahren im Massenmarkt dem Menschen tatsächlich nachweislich überlegen ist.

===TITEL=== ADAS-Ranking: Bosch+WeRide und Huawei mit 46,31 Punkten

===BESCHREIBUNG=== Chinas ADAS-Ranking im September: Bosch+WeRide und Huawei teilen Platz eins mit 46,31 Punkten. Li Auto stoppt den Abwärtstrend und gewinnt die Szenenwertung.

===INHALT=== Im September-Ranking der chinesischen Fahrassistenzsysteme gibt es einen geteilten Spitzenplatz und eine auffällige Rückkehr: Li Auto (理想) beendet in der Szenenwertung eine lange Durststrecke und liegt vorn. In der Effizienzwertung ist der Hersteller nicht mehr Letzter. In der Sicherheitswertung bleibt Li Auto jedoch Schlusslicht – Ausweichmanöver, Linienüberfahren, falsche Spur und Rotlichtverstöße haben sich nicht substanziell verbessert. Das ist der Punkt, den Li Auto als Nächstes offen angehen muss.

Die Daten stammen von Li Auto i6 mit AD Max V13.4 sowie V8.5.1/V8.6.0 und von Li Auto L6/L9 mit V9.1.0/9.0B.

Szenenwertung: Li Auto vor Horizon Robotics und Bosch+WeRide

Die Top drei wechseln: Li Auto kehrt nach mehreren Monaten auf Platz eins zurück, Horizon Robotics (地平线) fällt vom ersten auf den zweiten Platz, Bosch+WeRide bleibt Dritter. Auch im Mittelfeld bewegt sich viel: NIO (蔚来) rutscht von zwei auf vier, Zhuoyu Technology und XPeng (小鹏) steigen je ein bis zwei Plätze, Zeekr (极氪) fällt von fünf auf sieben. Huawei und Momenta bleiben auf zehn und elf – seit Monaten unverändert.

Übergabepunkte zwischen Fahren und Parken sowie herabgestufte oder nicht aktivierbare Zwischenziele in Parkanlagen bleiben die häufigsten gemeinsamen Abwertungspunkte. Die Runde in Shenyang verstärkt dieses Bild: Bei elf der 23 neuen Wettbewerbe wurden mindestens 15 Punkte in der Szenenwertung abgezogen, in drei Wettbewerben – je einer mit Huawei und Momenta – die vollen 30 Punkte. Nach Guiyang ist das erneut eine konzentrierte Verlustserie.

Sicherheitswertung: Bosch+WeRide und Huawei gleichauf

Die Reihenfolge der Top drei entspricht August: Bosch+WeRide und Huawei teilen sich Platz eins, Horizon Robotics folgt auf drei. Doch die Verteidigung wird schwerer: Der Vorsprung von Bosch+WeRide schrumpft von 0,11 Punkten auf ein gerundet identisches Ergebnis von 46,31 zu 46,31 Punkten. Nur die genauere Dezimalwertung setzt Bosch+WeRide noch vorn – die knappste Titelverteidigung dieser Ausgabe.

Im Mittelfeld wird neu gemischt: Xiaomi steigt zwei Plätze, DeepRoute.ai, NIO und XPeng fallen je einen Platz, Zhuoyu Technology verbessert sich weiter. Li Auto bleibt Letzter. Die Sicherheitsabzüge in Shenyang betreffen vor allem ungeeignete Ausweichmanöver und Verstöße wie Linienüberfahren, Geisterfahrten und falsche Spur. Das deckt sich mit der August-Diagnose und ist derzeit ein gemeinsamer Schwachpunkt fast aller Systeme.

Effizienzwertung: Huawei vor Bosch+WeRide und Momenta

Huawei führt die Effizienzwertung den vierten Monat in Folge an. Bosch+WeRide und Momenta bleiben auf zwei und drei – unverändert zum August. Im Mittelfeld ändert sich mehr: Zeekr und Zhuoyu Technology steigen je zwei Plätze, Horizon Robotics und DeepRoute.ai fallen je zwei Plätze, Xiaomi rutscht auf elf und ist Schlusslicht.

Shenyang ist im September der Schwerpunkt der Effizienzverluste: In 17 der 23 Wettbewerbe wurden mindestens 10 Punkte abgezogen. Horizon Robotics (Deepal L06, −26), DeepRoute.ai (Wey Lanshan, −24) und Huawei (Avatr 11, −21) verlieren sogar mehr als 20 Punkte. Nichtbefolgen der Navigationsroute und fehlendes Ausweichen um Hindernisse bleiben die häufigsten branchenweiten Probleme – eine Einschätzung, die seit der Mai-Ausgabe gilt und die bislang kein System vollständig ablegen konnte.

Erste Liga: geteilter Platz und klare Bruchkante

Bosch+WeRide, Horizon Robotics und Huawei Qiankun ADS bleiben die erste Liga, doch die interne Struktur verändert sich: Horizon Robotics und Huawei liegen nach Rundung gleichauf bei 95,18 Punkten und teilen Platz zwei – erstmals in diesem Jahr ein geteilter Platz in der Hauptwertung. Zum vierten Platz von Zhuoyu Technology beträgt der Abstand 6,01 Punkte. Diese Bruchkante bestätigt den August-Befund, als zwischen Platz drei und vier 8,57 Punkte lagen – nur stehen diesmal zwei Namen gleichauf


In Deutschland

Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.

Hinweis: Die Rangliste basiert auf chinesischen Testformaten („智驾大赛", „智驾众测", „智驾评测") und ist nicht mit europäischen NCAP- oder Assisted-Driving-Bewertungen vergleichbar. In Europa sind bislang weder MPCI-Kennzahlen noch ein vergleichbarer Sicherheitsstandard gesetzlich definiert – die EU-Verordnung zur Genehmigung automatisierter Fahrsysteme (UNECE R157) regelt bislang nur Stufe-3-Staustaaten. Kommt das System von Bosch/WeRide in Serie nach Europa, wäre eine vergleichbare Dokumentation der Eingriffsintervalle ein Novum für den hiesigen Markt.

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