China EV News
Zurück
CheryAutohome NewEnergyVon 3 Min. Lesezeit

Chery: 1,92 Mio. Verkäufe, Fokus auf Lokalisierung

Chery-Vize Wang Lang erklärt in Hainan die Globalisierungsstrategie: tiefe Lokalisierung statt Export, Partnerschaft mit lokalen Herstellern.

Chery: 1,92 Mio. Verkäufe, Fokus auf Lokalisierung

Chery: 1,92 Mio. Verkäufe, Fokus auf Lokalisierung

Auf dem Weltkongress für Neue Energiefahrzeuge 2026 in Haikou (Provinz Hainan) hat Chery (奇瑞) seine Globalisierungsstrategie vorgestellt. Konzernvize Wang Lang betonte in seiner Rede, der Export allein sei kein Erfolgsrezept: „Rausgehen heißt nicht ernten, sondern tief graben." Statt Produkte in möglichst viele Märkte zu drücken, will der Hersteller in jedem Markt eigenen Nutzen, industriellen Wert und gesellschaftlichen Beitrag schaffen. Nur drei Prinzipien sollen dabei gelten — Regeln einhalten, sich integrieren, Grenzen wahren.

Rekordzahlen aus acht Monaten

Für das laufende Jahr meldet Chery kräftiges Wachstum. Von Januar bis August verkaufte die Gruppe 1,915 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 10,8 Prozent zum Vorjahr. Davon gingen 1,343 Millionen in den Export — mehr als siebzig Prozent. Die Elektro- und Hybridmodelle legten mit 725.000 Einheiten um 46,2 Prozent zu und wachsen damit deutlich schneller als das Gesamtgeschäft. Chery exportiert seit 2001 und hat inzwischen die Marke von sieben Millionen ausgelieferten Fahrzeugen im Ausland überschritten, seit 23 Jahren in Folge führt das Unternehmen die chinesischen Eigenmarken im Export an.

Lokale Produktion statt zentraler Küche

Wang Lang grenzt sich scharf vom „Zentralküchen-Modell" ab, bei dem in China produziert und weltweit nur ausgeliefert wird. Vor dem Marktstart jedes Modells durchlaufe Chery vier Entwicklungsstufen — gesetzliche Anpassung, lokale Adaption, Wettbewerbsfähigkeit und Differenzierung. Das Ergebnis sei „lokales Rezept, lokaler Geschmack". Beim Thema Wettbewerb wird der Vize deutlich: Chinesische Hersteller dürften ihren Preiskampf nicht ins Ausland tragen, da dies dem Ruf aller chinesischen Marken schade. Chery hat sich als einer der ersten Konzerne der staatlichen Leitlinie für regelkonformes Auslandsgeschäft angeschlossen und will Preise und Rabatte diszipliniert steuern.

Fertigung, Marken und Partnerschaften vor Ort

Zur Lokalisierung gehört für Chery auch Produktion. Der Hersteller setzt auf CKD-Bausätze und regionale Fertigungszentren. Als Beispiel nennt Wang Lang das Gemeinschaftsprojekt in Spanien, das freie Kapazitäten reaktiviert, Arbeitsplätze schafft und die über 70 Jahre alte spanische Marke EBRO wiederbelebt habe. Auch beim Thema Nachhaltigkeit will sich Chery als Teil der lokalen Gesellschaft positionieren: mit der Zusammenarbeit mit UNICEF (bislang rund 40 Millionen Kinder und Jugendliche erreicht, geplant sind weitere 6 Millionen US-Dollar), einem Seegras-Renaturierungsprojekt mit der IUCN im Mittelmeer und als erstes chinesisches Unternehmen mit einem gegenseitig anerkannten CO₂-Fußabdruck-Zertifikat zwischen China und der EU.

Die zentralen Thesen der Rede im Überblick:

Chery verweist auf 71 Modelle mit Fünf-Sterne-Sicherheitsbewertungen und auf Platz eins der J.D.-Power-Studien in China (Neuqualität, Verkauf, Service, Produktattraktivität und Zuverlässigkeit). Für 2026 wurde der Konzern zudem in den Vorstand des internationalen Automobil-Arbeitskreises (IATF) aufgenommen — als drittes asiatisches Unternehmen überhaupt.


In Deutschland

Chery plant mit der Marke Omoda eine Expansion nach Europa.

CheryHybridSicherheit