Maextro V800: Bremspedal bricht im Sicherheitstest
Bremspedal versagt bei Vollbremsung
Der Maextro (尊界) V800, ein Luxus-MPV aus dem Joint Venture von Huawei und JAC unter dem Dach der HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance, 鸿蒙智行), steht nach Berichten über Bremspedal-Ausfälle im Zentrum einer Sicherheitsdebatte. Das chinesische Automagazin Dongchedi veröffentlichte am 8. Oktober 2026 ein Video, in dem drei nahezu neuwertige Fahrzeuge bei Notbremsungen von 100 km/h auf 0 km/h auf einem abgesperrten Testgelände einen vollständigen Bruch der Bremspedalhalterung erlitten. Die Topversion des V800 kostet umgerechnet ca. 130.000 € (ca. 1.016.000 Yuan), die Einstiegsvariante ca. 98.000 € (ca. 766.000 Yuan).
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Die Testergebnisse
Der Defekt trat bei allen drei Testwagen auf, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten:
Daten aus den Pedalkraftsensoren zeigten, dass die maximale gemessene Kraft vor dem Bruch 4.589 N erreichte. Beim dritten Fahrzeug brach das Pedal dagegen schon bei 1.612 N. Die Tester wiesen darauf hin, dass dieser Wert gefährlich nahe an der chinesischen Norm liegt, die für Bremspedale eine Belastung von 2.000 N über 5 Sekunden ohne Versagen vorschreibt.
Technische Analyse
Eine erste Untersuchung deutet auf mögliche strukturelle Schwächen der Pedaleinheit hin:
Folgen für die Sicherheit
Der Bruch führt zu einem vollständigen Verlust der Fußbremse, sodass das Fahrzeug nur noch über die „P"-Stellung (Parken) verzögert werden kann. Im Test verlängerte diese Einschränkung den Bremsweg von etwa 38 Metern auf rund 140 Meter. Die Betriebsanleitung des Maextro V800 weist ausdrücklich darauf hin, dass die Notbremsfunktion über die „P"-Stellung nur zum Verzögern gedacht ist und eine konventionelle Bremse nicht vollständig ersetzt – ein erhebliches Risiko für den Kontrollverlust über das Fahrzeug.
Werbung versus Realität
Der V800 wird als Luxus-MPV mit der Huawei-Plattform Tuling Longxing, einer vollaktiven 800-Volt-Architektur und dem Fahrassistenzsystem Qiankun ADS 5.0 vermarktet. Beworben wurde das Modell intensiv mit „durchgängiger Redundanz" über acht Hauptsysteme – ausdrücklich einschließlich Bremsen und Lenkung. Der Fahrassistenz-Paketname ADS verweist auf Stufe-2/3-Funktionen nach SAE-Klassifikation, vergleichbar mit dem Tesla-FSD-System.
Keine Stellungnahme der Marke
Bislang haben weder Maextro noch der Fertigungspartner JAC Motors eine offizielle Erklärung oder ein Untersuchungsergebnis vorgelegt. Der Fall dürfte die Debatte um die Zuverlässigkeit der stark beworbenen Sicherheitsversprechen der chinesischen Premium-EV-Startups neu befeuern.
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.


