Chery: Hauptmarke wird global, Jetour auf Premium-Kurs
Chery (奇瑞) stellt die Weichen für seine „Globalisierung 3.0". Wie der Konzern am 7. Oktober mitteilte, wird die Hauptmarke Chery vollständig in das globale Vertriebs- und Marktsystem eingegliedert. Die operative Verantwortung für das Chinageschäft der Marke übernimmt Vize-Präsident Zhang Guibing, der zusätzlich die globalen Bereiche Design, Personal, Recht, Ersatzteil-Ökosystem sowie die Roboter-Sparte Anhui Mojia führt.
Eine „Ein-Brett"-Strategie statt Einzelmaßnahmen
Die Umstrukturierung folgt auf eine erste Personalrunde vom 23. September und markiert laut Chery den zweiten Schritt der Neuaufstellung. Zwei Leitlinien stehen im Mittelpunkt: Erstens die Verschmelzung von Inlands- und Auslandsgeschäft unter der Kernmarke, zweitens der Ausbau von Jetour (捷途) zum Premiumanbieter.
Den Jetour-Bereich verantwortet künftig Executive Vice President Li Xueyong. Er soll die Marke stärker im Segment der Geländewagen und „Box"-Modelle positionieren — ein weltweit stark nachgefragtes Fahrzeugformat. Li Xueyong hatte Jetour zuvor mit der Positionierung „Reisen+" aufgebaut und die Marke vom Nischenanbieter zum Volumenhersteller entwickelt.
Absatz und Export auf Rekordkurs
Die Zahlen stützen den Kurs. In den ersten drei Quartalen 2025 verkaufte die Chery-Gruppe:
Mit dem Start des vierten Quartals fällt die Neuaufstellung in die heiße Phase der Jahresplanung. Chery macht damit deutlich, dass die Globalisierungsoffensive nicht über einzelne Modelle, sondern über die gesamte Konzernstruktur laufen soll.
In Deutschland
Chery plant mit der Marke Omoda eine Expansion nach Europa. Die Kernmarke Chery selbst ist hierzulande bislang nicht vertreten — der Konzern tritt in Europa über Omoda und Jaecoo an, die bereits in mehreren EU-Märkten starten. Jetour ist in Deutschland nicht erhältlich.

