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D1EVVon 2 Min. Lesezeit

Bosch & Co.: Deutsche Zulieferer setzen in China auf Embodied AI

Bosch, Schaeffler, Valeo und Aptiv drängen in China massiv in die Robotik. Sie nutzen Werkshallen als Datenquelle für lernende Roboter – und wollen zum Kernzulieferer der Branche werden.

Bosch & Co.: Deutsche Zulieferer setzen in China auf Embodied AI

Bosch & Co.: Deutsche Zulieferer setzen in China auf Embodied AI

Die großen Automobilzulieferer entdecken die verkörperte Intelligenz (Embodied AI) für sich – und das ausgerechnet in China. Statt einfach einem Hype zu folgen, setzen Bosch, Schaeffler, Valeo und Aptiv auf eine klare Strategie: Sie nutzen ihre jahrzehntelange industrielle Erfahrung, um sich in der neuen Wertschöpfungskette als unverzichtbare Komponentenlieferanten zu positionieren.

Warum gerade China?

Der Schlüssel liegt in den eigenen Fabriken. Denn lernende Roboter brauchen echte Daten – und die liefern die Werkshallen der Zulieferer in China. Wo traditionelle Automatisierung an ihre Grenzen stößt (flexible Montage, weiche Teile, Qualitätsprüfung), sollen künftig menschenähnliche Roboter einspringen. Genau hier setzen die deutschen Tier1 an.

  • Bosch hat über seine Venture-Einheit „Bosch Yuan Capital" in diverse chinesische Robotik-Startups investiert und gemeinsam mit Galaxy Universal das Joint Venture „Boyin Hechuang" gegründet. Erste Großaufträge (2.000 Roboter für Diji Industrial) sind bereits unter Dach und Fach. Ziel: ein geschlossener Kreislauf aus Datenerfassung, Modelltraining und Produktionseinsatz.

  • Schaeffler will bis 2035 tausende humanoide Roboter in den eigenen Werken einsetzen und 10 % des Konzernumsatzes aus dem Robotikgeschäft erzielen. Dafür wurde eigens eine Tochterfirma in China gegründet. Partnerschaften mit den Startups Leju Robot und Luoshi Robot sollen den Markteintritt beschleunigen.

  • Aptiv bringt sein PULSE™-Sensoriksystem aus dem Auto in die Robotik – für kollaborative Roboter in Lagerhäusern.

  • Valeo plant, den Umsatzanteil außerhalb des Autogeschäfts auf 10 % zu heben. Dazu werden Sensorik (Ultraschall, Kameras, Radar, Lidar) sowie Aktuatoren und Thermomanagement für Roboter adaptiert.

Allen gemeinsam ist die Philosophie des „Schaufelverkäufers": Egal wer im Roboter-Rennen gewinnt – die essenziellen Komponenten wie Motoren, Getriebe, Sensoren und Steuerung sollen aus ihren eigenen Reihen kommen.

Datenhoheit als Trumpf

Goldman Sachs schätzt, dass simulierte Trainingsdaten in der Robotik oft nur 50 % der realen Genauigkeit erreichen. Die Zulieferer haben dagegen den Vorteil, mit echten Produktionsdaten aus ihren Werken zu trainieren. „Unser digitalisierter Fabrikpark ist eine perfekte Umgebung für die Datenerhebung", sagt Aptiv-China-Chef Yang Xiaoming. Diese Daten – über Jahrzehnte gesammeltes Prozesswissen – sind das eigentliche Asset.

Die Frage der Datenhoheit wird zum zentralen Konfliktpunkt: Wer kontrolliert die Datenströme aus den Fabrikhallen? In der autonomen Mobilität entschied diese Frage über Sieg oder Niederlage. In der Embodied AI zeichnet sich ein ähnliches Muster ab – nur dass jetzt die Zulieferer selbst die Kontrolle über die Daten haben.


In Europa

Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.