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AudiOFweek NEVVon 3 Min. Lesezeit

Audi RS 5 Hybrid mit 640 PS: V6-Quattro gegen chinesische E-Autos

Audi hybridisiert den RS 5 Sportback – 640 PS Systemleistung, 22‑kWh‑Batterie und mechanischer Allrad. Ein Technikvergleich mit chinesischen Premium‑E‑Autos aus dem Reich der Mitte.

Audi RS 5 Hybrid mit 640 PS: V6-Quattro gegen chinesische E-Autos

Audi stellt den neuen RS 5 Sportback als Hybrid vor – eine Antwort auf den wachsenden Druck chinesischer E‑Auto‑Marken wie NIO (蔚来), XPeng (小鹏) oder BYD (比亚迪). Während diese auf rein elektrische Antriebe mit verteilten Motoren setzen, bleibt Audi dem V6‑Verbrenner treu und ergänzt ihn um einen P2‑E‑Motor. Das Ergebnis: 640 PS Systemleistung und ein mechanischer quattro‑Allrad, der im Reich der Mitte gegen die filigrane E‑Antriebstechnik antreten muss.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Motor: 2,9‑Liter‑V6‑Biturbo (EA839) mit 375 kW (510 PS) und 600 Nm, 90‑Grad‑V‑Bank, VGT‑Turbolader
  • E‑Motor: P2‑Modul mit 130 kW (177 PS) und 460 Nm, zwischen Verbrenner und 8‑Gang‑Tiptronic integriert
  • Batterie: 22 kWh Lithium‑Ionen, 400‑Volt‑Architektur, hinter der Hinterachse platziert
  • Systemleistung: ca. 640 PS (kombiniert)
  • Elektrische Reichweite: ca. 110 km (CLTC – chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10‑15 % höher als WLTP) – entspricht ca. 90 km (WLTP‑Schätzwert)
  • Allrad: mechanischer quattro mit variabler Momentenverteilung (70:30 bis 15:85), optionaler Radnabenmotor an der Hinterachse (2 × 8 kW, 40 Nm pro Rad) für Torque Vectoring

Technik im Detail: Hybrid trifft auf mechanische Seele

Der EA839‑V6 ist der letzte seiner Art bei den deutschen Premiumherstellern (BBA – BMW, Mercedes‑Benz, Audi). Er kombiniert eine effiziente 90‑Grad‑Zylinderbank mit zwei innenliegenden Turboladern mit variabler Geometrie (VGT). Das Aggregat liefert einen spontanen Ansprechpartner, der in dieser Form bei chinesischen E‑Autos fehlt – dafür aber CO2‑Emissionen produziert.

Der P2‑E‑Motor sitzt wie ein Sandwich zwischen Verbrenner und Getriebe. Er kann den Wandler der 8‑Gang‑Tiptronic entlasten, den Verbrenner starten, elektrisch fahren oder Rekuperationsenergie zurückgewinnen. Die 22‑kWh‑Batterie ermöglicht reinelektrische Fahrten über Kurzstrecken – in chinesischen Innenstädten ein Trumpf, doch die Konkurrenz von NIO oder XPeng bietet hier weitaus größere Akkus (75‑100 kWh) und echte Alltagstauglichkeit rein elektrisch.

Quattro bleibt mechanisch – Torque Vectoring per Radnabenmotor

Das Herzstück des RS 5 Hybrid ist der mechanische quattro‑Allrad. Anders als bei chinesischen E‑Autos, die auf zwei oder drei separate E‑Motoren setzen, bleibt hier eine starre Verbindung zwischen Vorder‑ und Hinterachse. Die Momentenverteilung variiert zwischen 70:30 und 15:85. Das optionale Torque‑Vectoring‑System nutzt einen winzigen Radnabenmotor (8 kW / 40 Nm) pro Hinterrad, um in Kurven das innere Rad zu bremsen oder das äußere zu beschleunigen – ganz ohne Eingriff in die mechanische Kupplung.

Chinesische Konkurrenz: Wie schlägt sich der RS 5?

Rein elektrische Modelle wie der NIO ET7 (653 PS, 100‑kWh‑Akku, 800‑Volt) oder der BYD Han EV (517 PS, 85,4 kWh) setzen auf verteilte Motoren pro Achse oder sogar radindividuelle Antriebe. Sie erreichen 0‑100 km/h in unter 4 Sekunden – ähnlich wie der RS 5 (ca. 3,8 s geschätzt) – und bieten dazu eine höhere elektrische Reichweite. Der Vorteil des Audi liegt in der emotionalen Verbrenner‑Performance und dem mechanischen Allradgefühl, das viele Enthusiasten in China und Europa schätzen. Doch der Preiskampf in China ist hart: Während der RS 5 wohl bei umgerechnet 90.000 € starten wird, liegen chinesische Premium‑E‑Autos oft 20‑30 % darunter.

Fazit: Der Audi RS 5 Hybrid ist ein technisches Meisterstück der alten Schule. Er kombiniert Verbrenner‑Charakter mit elektrischer Unterstützung – bleibt aber gegen die rein elektrischen, softwaredefinierten Chinesen ein Spagat zwischen Tradition und Zukunft.


Der Audi RS 5 Hybrid ist offiziell für den europäischen Markt angekündigt, ein Marktstart wird für 2025 erwartet. Der rein verbrennende Audi RS 5 ist bereits erhältlich. Eine chinesische Markteinführung ist ebenfalls geplant, genaue Preise für Europa stehen noch nicht fest.

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