XPeng GX: SUV-Bestseller startet ab 33.300 € in China
„Was kostet der denn? – Ein Knaller!“ Mit diesen Worten kommentierte XPeng-Chef He Xiaopeng den eigenen Preis auf der Markteinführung des GX. Der SUV, der sowohl als Range-Extender-Elektrofahrzeug (EREV) mit Verbrenner als Generator als auch als reines Elektroauto (BEV) angeboten wird, startet in China zu einem Basispreis von ca. 34.500 € (ca. 269.800 Yuan). Durch einen zeitlich begrenzten Rabatt von ca. 1.280 € (10.000 Yuan) – gültig bei Bestellung vor dem 30. Juni – sinkt der Einstiegspreis auf ca. 33.300 € (ca. 259.800 Yuan). Die Preisspanne reicht bis ca. 46.100 € (ca. 359.800 Yuan) für das Topmodell Ultra. Ursprünglich war die Topversion in der Vorbestellphase mit ca. 51.200 € (ca. 399.800 Yuan) angekündigt – XPeng senkte die Preise also massiv, ein klarer Fingerzeig im aktuellen Preiskampf auf dem chinesischen Markt. Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Rekordbestellungen trotz schwierigem Umfeld
Die Rechnung ging auf: Bereits zwölf Stunden nach Marktstart zählte XPeng 24.863 verbindliche Bestellungen, zwei Drittel davon entfielen auf das Ultra-Modell. Damit übertrifft der GX jedes bisherige SUV-Debüt in China – ein klarer Bestseller. Der Hersteller hatte mit der Markteinführung des G9 im Oktober 2022 schmerzliche Erfahrungen gemacht: Überhöhte Preise und unübersichtliche Ausstattungsvarianten ließen das damalige Flaggschiff scheitern. Dieses Mal zog XPeng rechtzeitig die Reißleine und positionierte den GX mutig unter den etablierten Wettbewerbern – direkt gegen die chinesische Oberklasse mit Modellen wie Li Auto L9, AITO M9 und NIO ES8.
Größe, Design und Luxusausstattung
Mit 5.265 mm Länge, 1.999 mm Breite, 1.800 mm Höhe und einem Radstand von 3.115 mm erreicht der GX das Format eines Fullsize-SUV – vergleichbar mit BMW X7 oder Mercedes GLS. Das Design zeigt einen kraftvollen Kahnflankenlook mit durchgehender Lichtleiste. Innen bietet der GX serienmäßig ein 17,3 Zoll großes Zentraldisplay, ein 88 Zoll AR-Head-up-Display und eine Kühlbox. Die Ultra-Version legt mit einem 21,4 Zoll großen Monitor für die zweite Reihe und AI-gesteuerten Privatsphäre-Vorhängen nach.
Technik: Turing-Chip und VLA-KI
Das Fahrassistenzsystem (ADAS) ist XPengs Parade-Disziplin. Der GX ist serienmäßig mit dem eigenen Turing-KI-Chip ausgerüstet. Je nach Ausstattungsvariante kommen ein oder zwei Chips zum Einsatz, die die VLA (Vision-Language-Action)-KI antreiben. Die Ultra-Version verfügt über drei Turing-Chips mit einer Rechenleistung von 3.000 TOPS und unterstützt zusätzlich ein multimodales VLA+VLM-Modell. Beim GX-Marktstart wird auch die zweite Generation der VLA-KI mit Over-the-Air-Update (OTA) Version 6.2.0 ausgeliefert. XPeng kündigt für August das Update 6.3 an, das die Assistenzfunktionen noch einmal signifikant verbessern soll. Zudem ist der GX die Basis für XPengs erstes Robotaxi, das noch in der zweiten Jahreshälfte im öffentlichen Testbetrieb gehen soll.
Antrieb: EREV oder vollelektrisch
Der GX bietet zwei Antriebsoptionen:
EREV (Range-Extender):
- 1,5-Liter-Turbobenziner als Generator
- Vorder- und Hinterachse mit zwei Elektromotoren
- Batterie: 63,3 kWh (Lithium-Eisenphosphat)
- Elektrische Reichweite: 430 km (CLTC*) – entspricht ca. 370 km (WLTP-Schätzwert)
- Gesamtreichweite: bis zu 1.585 km (kombiniert)
BEV (rein elektrisch):
- Zwei Elektromotoren, Systemleistung 430 kW, Drehmoment 750 Nm
- 0–100 km/h in 4,5 Sekunden
- Batterie: 110 kWh (NMC)
- Reichweite: 750 km (CLTC*) – entspricht ca. 640 km (WLTP-Schätzwert)
- DC-Schnellladeleistung und Ladezeit wurden von XPeng noch nicht genannt.
*CLTC ist der chinesische Verbrauchszyklus, der typischerweise 10–15 % höhere Werte als das europäische WLTP liefert. Die WLTP-Schätzung basiert auf Multiplikation mit Faktor 0,85.
Sicherheit als Trumpf
„Ein großes Auto muss mehr Verantwortung tragen – es muss die Sicherheit aller Insassen garantieren“, betont XPeng. Der GX verfügt über eine Karosserie mit 16.000 Tonnen Presskraft und einer „Schiffspanzer“-Struktur, die eine Torsionssteifigkeit von 56.000 Nm/Grad erreicht – ein Spitzenwert im Segment. Serienmäßig sind elf Airbags und ein Fahrer-Notfall-Assistenzsystem, das bei plötzlichem Ausfall des Fahrers automatisch warnt, anhält und einen Notruf absetzt. Zudem gibt es eine Tail-safe-Bremse, ein Winter-AES (automatische Notbremsung auf Schnee), einen Reifenpannen-Assistenten und eine 700-mm-Wattiefe.
Der XPeng GX ist derzeit nur für den chinesischen Markt angekündigt. Ein Verkauf in Europa wurde bislang nicht offiziell bestätigt. Sollte XPeng eine Expansion planen, wäre ein Marktstart frühestens 2026 denkbar. Interessenten in Deutschland müssen sich vorerst auf die importierten Modelle des Herstellers beschränken oder auf den G9 ausweichen.

