BYD erhöht Preise für Fahrassistenz-Paket um 270 € – Testballon für die Branche?
BYD (比亚迪) und mehrere chinesische Elektroautohersteller haben für das zweite Quartal 2025 leichte Preiserhöhungen angekündigt. Die Maßnahmen sind ein strategisches Signal, den jahrelangen Rabattwettbewerb zu beenden – und weniger eine Reaktion auf gestiegene Materialkosten.
Eine Frage der Preissetzungsmacht
BYD verteuerte sein Fahrassistenzpaket DiPilot (天神之眼) um ca. 270 € (ca. 2.100 Yuan)*. Andere Hersteller wie XPeng (小鹏) zogen mit ähnlichen Schritten nach, etwa durch Streichung von Neukundenrabatten oder das Zusammenstreichen von Finanzierungsvorteilen. Die Branche verfolgt dabei eine Taktik nach dem Motto „viel Lärm um nichts“: Große Ankündigungen, aber geringe Aufschläge, um Marktanteile nicht zu gefährden.
Hintergrund ist ein tieferliegendes Problem: Die Hersteller haben an Kontrolle über die Wertschöpfungskette verloren. Gegenüber großen Zulieferern wie CATL (宁德时代) können sie Kostendruck kaum noch weitergeben. Die fehlende Preissetzungsmacht macht sie angreifbar. Der Versuch, nun eine „Bodenbildung“ im Preiskampf zu erreichen, ist auch ein strategischer Schritt, um Terrain gegenüber den Lieferanten zurückzugewinnen.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Bodenbildung und Zukunftsperspektive
Die chinesischen Hersteller – inklusive BYD, das zuletzt leichte Marktanteilsverluste hinnehmen musste – setzen auf diese koordinierten Signale, um den Markt zu stabilisieren. Solange kein klarer Marktführer eine vollumfängliche Preiserhöhung durchsetzt, bleibt die Aktion jedoch ein Testballon. Für eine echte Trendwende müssten die Hersteller auch durch technologische Neuerungen und bessere Kundenerlebnisse echten Mehrwert schaffen – nicht nur durch Preisankündigungen.
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

