XPeng MONA L03: 20 Lautsprecher-Sound ab 12.800 €
Mehr Sound fürs Geld: Wie chinesische E-Autos die Audio-Klassiker einholen
Lange Zeit war eine hochwertige Autolautsprecher-Anlage das Privileg von Oberklasse-Limousinen. Marken wie Dynaudio, BOSE oder Burmester gehörten zur exklusiven Ausstattung – zusammen mit Leder und Luftfederung. Doch chinesische Hersteller ändern das gerade radikal.
Schon in der 20.000-Euro-Klasse (ca. 156.000 Yuan) gibt es Fahrzeuge, deren Klangqualität mit traditionellen Premium-Anlagen mithalten kann. Jetzt dringen die Hersteller sogar in die 10.000-Euro-Klasse (ca. 78.000 Yuan) vor – das entspricht etwa 12.800 €*. Und sie liefern dort eine Audio-Ausstattung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war.
XPeng MONA L03: Eigenentwicklung mit 20 Lautsprechern
Der XPeng (小鹏) MONA L03 setzt auf eine komplett selbst entwickelte Soundanlage. Serienmäßig sind 20 Lautsprecher an Bord, die ein 7.1.4-Panoramaklang-System unterstützen. Dazu kommen Kopfstützen-Lautsprecher, die Navigationsansagen und Telefonate unabhängig von der Hauptbeschallung ausgeben – ein Komfort, der andere Insassen nicht stört.
Gegenüber dem früheren MONA M03 mit 18 Lautsprechern hat XPeng hier deutlich aufgestockt. Der Vorverkaufspreis für den L03 liegt in der 10.000-Euro-Klasse – damit wird eine Soundqualität, die früher nur in Fahrzeugen ab 70.000 € (ca. 546.000 Yuan) zu haben war, für ein breites Publikum erschwinglich.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Weitere Beispiele: Wuling, Leapmotor, Huawei-Partner
Auch andere Hersteller ziehen nach:
- Wuling (五菱) Starlight L: Die Top-Version der Großraumlimousine für sechs Personen bringt es auf 21 Lautsprecher mit 7.1.4-Klang. Der Einstiegspreis liegt bei ca. 8.900 € (ca. 69.800 Yuan), die Top-Version bei ca. 10.200 € (ca. 79.800 Yuan).
- Leapmotor (零跑) C11 und C16: Beide Modelle besitzen serienmäßig Kopfstützen-Lautsprecher und bieten 23 Lautsprecher mit Dolby Atmos 7.1.4. Der C11 ist ein SUV, der preislich mit VW ID.4 konkurriert, und kostet ab ca. 15.300 € (ca. 119.800 Yuan). Der kleinere Leapmotor B10 startet bei ca. 14.100 € (ca. 109.800 Yuan) und hat immerhin 12 Lautsprecher von Leap Sound.
- HIMA Shangjie H5: Der Huawei-Partner (unter dem Dach der Harmony Intelligent Mobility Alliance) setzt auf 12 Lautsprecher, aber vor allem auf das umfangreiche Huawei Music-Ökosystem mit räumlichen Audioeffekten. Der Preis liegt bei ca. 19.200 € (ca. 150.000 Yuan).
Nicht alle Hersteller in dieser Preisklasse investieren allerdings stark in Audio. Fahrzeuge wie der BYD Seagull oder der Haval H6L begnügen sich mit 4 bis 10 Standard-Lautsprechern – eine pragmatische Wahl für preissensible Kunden.
Der Trend: Selbst entwickelte Systeme statt Markenlizenzen
Die meisten chinesischen Hersteller setzen inzwischen auf eigene Audiosysteme anstatt auf teure Markenpartnerschaften. Das spart Lizenzgebühren und ermöglicht es, moderne Technik wie KI-basierte Klangoptimierung und räumliche Schallfeldsteuerung direkt in die Fahrzeuge zu integrieren. Das Ergebnis: „Mehr Klang für weniger Geld“ – ein Prinzip, das sich immer mehr durchsetzt.
In Deutschland
XPeng ist offiziell noch nicht in Deutschland erhältlich, wohl aber in Norwegen, Schweden, Dänemark und den Niederlanden. Der Markteintritt in Deutschland ist angekündigt. Fahrzeuge wie der MONA L03 sind bislang ausschließlich für den chinesischen Markt vorgesehen. Ob und wann sie nach Europa kommen, ist noch nicht bekannt.


