Qingzhou Zhihang testet Robotaxis jetzt in München und Paris
Qingzhou Zhihang (轻舟智航), ein führendes chinesisches Unternehmen für autonomes Fahren und Physical AI, hat auf der 28. Chongqing International Auto Show (13. Juni 2026) seine neueste KI-Architektur vorgestellt. Die Messe widmete erstmals eine eigene Halle der Integration von KI und Automobilindustrie – ein deutliches Signal für die Richtung der Branche.
Doch der wichtigste Punkt für deutsche Leser: Qingzhou Zhihang testet seine Fahrassistenzsysteme bereits in München und Paris im täglichen Straßenverkehr. Damit treibt das Unternehmen seine globale Technologie-Roadmap voran – ein Schritt, der dem Markteintritt in Europa vorausgeht.
Zwei-Welt-Modell-Architektur für sicheres Fahren
Die Kerninnovation von Qingzhou Zhihang ist eine zweigeteilte Architektur, die auf dem sogenannten „World Model“ basiert – einem KI-Modell, das die reale Welt simuliert. Das Cloud World Model fungiert als Simulationsmaschine: Es generiert mittels Reinforcement Learning fotorealistische Videos von seltenen, aber kritischen Verkehrssituationen („Long-Tail-Szenarien“). So kann die KI unbegrenzt im Digitalen trainieren, ohne reale Testfahrten zu riskieren.
Das Vehicle World Behavior Model überführt diese Erkenntnisse ins Fahrzeug. Es modelliert den gesamten Pfad von der Wahrnehmung bis zur Entscheidung als einen durchgängigen KI-Strang. Die Architektur deckt Pkw, Robotaxis und Lieferroboter (Robovan) ab.
Chengfeng MAX: 500 TOPS für die City-NOA
Die Technologie fließt in das Qingzhou Chengfeng MAX-System ein, eine City-NOA-Lösung (Navigation on Autopilot) mit über 500 TOPS Rechenleistung. Es soll Verkehrsteilnehmer präzise vorhersagen, komplexe Vorfahrtsregeln meistern und in engen Altstadtgassen oder unübersichtlichen Kreuzungen eine menschenähnliche „defensive Fahrintuition“ zeigen.
L4-Roadmap: Robotaxi und Robovan parallel
Im L4-Bereich verfolgt Qingzhou Zhihang einen dualen Ansatz: Robotaxi und Robovan parallel. Der Robovan deckt Ladevolumina von 3 bis 12 Kubikmetern ab und wird bereits in mehreren chinesischen Städten wie Ningbo, Wuhu und Jinhua im Rahmen von Testflotten für Logistik, Kühlketten und Expressdienste eingesetzt. Der Robotaxi-Ansatz nutzt die Cloud-Simulation, um Entscheidungen zu optimieren, und strebt eine massenproduktionsfähige L4-Lösung an.
Qingzhou Zhihang testet seine Systeme bereits in München und Paris im Rahmen alltäglicher Straßentests. Ein konkreter Marktstart in Deutschland oder ein Partner-OEM ist jedoch noch nicht bekannt gegeben. Die globale Technologie-Roadmap deutet auf einen schrittweisen Europa-Einstieg hin.


