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Chery/WeRide: KI-Modell spart 98 % Token-Kosten

WeRide WITT zerlegt Videodaten in verifizierbare physikalische Tatsachen und senkt die Token-Kosten um 98 % gegenüber Universal-KI. Das Modell kommt bei Chery Exeed und GAC zum Einsatz – und ist bereits in Deutschland aktiv.

Chery/WeRide: KI-Modell spart 98 % Token-Kosten

Chery/WeRide: KI-Modell spart 98 % Token-Kosten

Der chinesische Autonomie-Spezialist WeRide (文远知行) hat sein selbst entwickeltes Physical-AI-Grundlagenmodell WeRide WITT vorgestellt. Der Name steht für „World Intelligence Toward Truth" und zielt darauf ab, die KI-Wahrnehmung auf überprüfbare physikalische Fakten zu stützen. Das Modell wird bei Chery (奇瑞) in der Baureihe Exeed (星途) sowie bei GAC Aion verbaut und ist bereits nach Deutschland, Frankreich und Japan exportiert.

Physikalisches KI-Konzept: Die Welt als Summe von Tatsachen

WITT führt das Konzept der „kleinsten physikalischen Tatsacheneinheit" ein – inspiriert vom Philosophen Ludwig Wittgenstein. Statt roher Videodaten verarbeitet das System multimodale Informationen (Video, Bild, Text) und zerlegt reale Szenen in einzelne, verifizierbare Fakten. So entsteht ein KI-Verständnis, das auf nachprüfbarer Realität basiert, nicht auf statistischen Wahrscheinlichkeiten.

Vier Säulen der physikalischen KI

WeRide WITT gliedert seine Arbeit in vier Kernkompetenzen:

  • Faktenerkennung: Aus Videosequenzen werden minimale Tatsacheneinheiten extrahiert – etwa „Fahrzeug biegt rechts ab", „Ampel schaltet auf Rot". Jede Einheit ist rückverfolgbar und kalibrierbar.
  • Faktenableitung: Das Modell verknüpft Fakten zu Ereignissen und Risikobewertungen. Ingenieure können per Suchbegriff oder natürlicher Sprache gezielt nach seltenen Long-Tail-Szenarien fahnden, z. B. „Fußgänger quert plötzlich Baustelle im Regen".
  • Faktenverifikation: Um KI-Halluzinationen zu vermeiden, prüft WITT Ergebnisse anhand externer Beweise. Sechs Dimensionen (schwache Verkehrsteilnehmer, Eigenverhalten, Fremdverhalten, Szenenverständnis, Vollständigkeit, Infrastruktur) plus ein Konfidenzwert stellen sicher, dass die Aussagen physikalisch korrekt sind. In Tests lag die Fehlerrate von WITT nur bei etwa einem Drittel derjenigen großer Universal-KI-Modelle.
  • Faktenorchestrierung: Nicht alle Daten sind gleich wertvoll. WITT sortiert Videodaten intelligent: Seltene Long-Tail-Szenarien wandern in das hauseigene Weltmodell WeRide GENESIS zur Simulation; alltägliche Szenarien dienen der Verstärkung des Lernens; auffällige Sequenzen werden zur manuellen Prüfung weitergeleitet, damit keine wertvollen Daten als „Rauschen" verworfen werden.

Effizienz: 98 % weniger Token-Kosten

Gegenüber Universal-KI mit oft hunderte Milliarden Parametern spart WITT in vergleichbaren Aufgaben 98 % der Token-Kosten. Ein einzelner Grafikchip verarbeitet pro Tag bis zu 10.000 Minuten Videomaterial aus realem Fahrbetrieb – das entspricht einer 200-fachen Effizienzsteigerung. Im Tagging-Modus liefert eine einzige Anfrage über 100 dynamische Labels.

Praxis: Verbaut bei Chery und GAC, Einsatz in Deutschland

WeRide ist das einzige Unternehmen weltweit, das sowohl L4-Autonomes Fahren als auch L2++-Fahrassistenz (ADAS) in Serie anbietet. Das L4-Robotaxi-Netz umfasst mehr als 3.000 Fahrzeuge in zwölf Ländern und 40 Städten – darunter Peking, Guangzhou, Abu Dhabi und Dubai. Die gesammelten Daten fließen über den physikalischen KI-Flywheel ständig in die L2++-End-to-End-ADAS-Lösung WRD 3.0 ein, die bereits sechs Siege in chinesischen ADAS-Wettbewerben errungen hat. WRD 3.0 ist aktuell bei Chery Exeed und GAC Aion N60 verbaut und wird auch in deutschen Fahrzeugen eingesetzt.


Chery bringt die ADAS-Technik über seine Marke Omoda nach Europa. Erste Systeme sind bereits in Deutschland, Frankreich und Japan im Einsatz.

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