AUDI: Fred Schulze wird neuer CEO des China-Joint-Ventures
Fred Schulze übernimmt das Ruder bei AUDI – dem Joint Venture zwischen Audi und SAIC. Ab dem 1. Juli 2026 wird der 59-jährige Deutsche die Geschäfte des jungen Premium-Elektroautomaten führen, der erst 2024 gegründet wurde. Er löst Fermin Soneira ab, der die Marke von der Ankündigung bis zu zwei Serienmodellen gebracht hat.
Soneiras Bilanz: Zwei Modelle in zwei Jahren
Soneira hinterlässt ein straffes Erbe: Im November 2024 feierte die Marke AUDI ihre Weltpremiere, 2025 ging in Shanghai eine eigene Produktionsstätte in Betrieb. Das erste Modell, der Sportback E5, gewann prompt die Auszeichnung „China Car of the Year“. 2026 folgte mit dem E7X die SUV-Version, die auf der Auto China in Peking debütierte und auf der Guangdong-Hongkong-Macau Auto Show in den Handel kam. Zudem etablierte Soneira das Audi Innovation and Technology Center (AITC) in Shanghai – die erste vollständig lokale Entwicklungsplattform von Audi in China. Künftige Modelle sollen nicht mehr vollständig von Deutschland aus entwickelt werden.
Schulzes Erfahrung: Produktion und China-Kenntnisse
Schulze ist kein Neuling im VW-Konzern. Seit fast 30 Jahren arbeitet er für den Wolfsburger Autoriesen, mit Stationen in Qualitätsmanagement, Karosseriebau und Fabrikleitung. Er leitete das Audi-Werk in Neckarsulm, das für hochpreisige Modelle und Sondervarianten zuständig ist. Vor allem aber war er von 2018 bis 2021 Technischer Geschäftsführer bei SAIC Volkswagen in Shanghai – drei Jahre China-Erfahrung, die ihn für den Job prädestinieren. Im Gegensatz zu manchen Entsandten kennt Schulze die Logik der chinesischen Joint-Venture-Welt und die lokale Lieferkette aus erster Hand. Er berichtet künftig direkt an Audi-CEO Gernot Döllner, was die Entscheidungswege verkürzt.
Zukunft: Drei Modelle bis 2027, dann vier weitere
AUDI hatte ein „Drei Modelle in drei Jahren“-Versprechen gegeben: Der E5 Sportback und der E7X sind da, ein drittes, hochpreisiges Sportcoupé soll 2027 folgen. Doch das ist nur der Auftakt. Laut öffentlichen Plänen sind vier weitere, speziell auf China zugeschnittene Luxus-Elektromodelle in der Entwicklung. Der Fokus liegt auf adaptiertem Interieur und Fahrassistenzsystemen (ADAS), die das AITC federführend entwickelt.
Der Markt für Premium-Elektroautos in China ist hart umkämpft: NIO, Li Auto und AITO (HIMA) drängen in die Preisregion oberhalb von 50.000 €. Die traditionellen deutschen Premiumhersteller (BBA) tun sich mit der Elektrifizierung noch schwer. AUDI setzt auf eine Mischung aus Audi-Ingenieurkunst und SAICs lokaler Software-Kompetenz. Ob dieses „beide Welten“-Konzept ankommt, hängt von der Produktqualität ab. Schulzes Stärke in Produktion und Betriebsführung könnte jetzt gefragter sein als die Aufbauarbeit von Soneira – denn in der Serie entscheidet das Lieferelebnis.
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. AUDI ist eine Submarke von Audi, die speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.


