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SinaVon 3 Min. Lesezeit

Horizon HSD V2.0: Fahrassistenz lernt selbstständig

Horizon Robotics aktualisiert sein Fahrassistenzsystem HSD V2.0 mit Weltmodell und bestärkendem Lernen. Das End-to-End-System verbessert Sicherheit und Komfort und rollt ab 30. Juni in China aus.

Horizon HSD V2.0: Fahrassistenz lernt selbstständig

Horizon Robotics (地平线) hat am 29. Juni das große Update seines Fahrassistenzsystems HSD V2.0 veröffentlicht. Die Version bringt 18 neue Funktionen und 25 optimierte Erlebnisse – das bisher umfangreichste Over-the-Air-Update (OTA) des Systems. Kern der Neuerung ist eine Architektur, die ein Weltmodell mit bestärkendem Lernen (Reinforcement Learning) kombiniert. Das System soll dadurch nicht nur auf bekannte Situationen reagieren, sondern eigenständig aus Erfahrungen lernen und sich stetig verbessern.

Von End-to-End 1.0 zu 2.0: Lernen statt Programmieren

Während die erste Generation der End-to-End-Architektur erstmals einen einzigen großen Durchlauf (ein Modell) für alle Fahrsituationen nutzte, geht HSD V2.0 einen Schritt weiter. Das Weltmodell erlaubt dem System, den Straßenverkehr räumlich und zeitlich zu verstehen – es kann also vorausschauend agieren. Gleichzeitig sorgt die Integration von bestärkendem Lernen dafür, dass die Software aus erfolgreichen und weniger erfolgreichen Manövern lernt, ähnlich wie ein menschlicher Fahrer durch Erfahrung besser wird. Die Folge: höhere Natürlichkeit im Fahrverhalten, bessere Generalisierung auf unbekannte Situationen und eine durchgängig verbesserte Punkt-zu-Punkt-Navigation.

Das Update betrifft nicht nur die reine Fahrfunktion. Auch die aktive Sicherheit wurde grundlegend überarbeitet: Das Occupancy Network (OCC), das bislang vor allem für den Highway-Autobahn-Pilot (NOA) eingesetzt wurde, wird nun auf die Systeme AEB (Automatische Notbremsung), AES (Automatisches Ausweichen) und AMAP (Anti-Fehlbedienung des Gaspedals) ausgeweitet. Durch die gemeinsame Basis aus einem einheitlichen Modell und hochpräzisen synthetischen Trainingsdaten kann das System auch ungewöhnliche Hindernisse erkennen, die nicht in einer klassischen „weißen Liste“ stehen – etwa umgefallene Bauzäune oder verirrte Tiere. Die Risikoerkennung und Entscheidungsfindung wird dadurch grundlegend robuster.

Zahlen belegen Vertrauen: 77 % der Kunden wählen HSD

Die Akzeptanz in der Praxis ist beachtlich: Bei Fahrzeugen, die HSD als Option anbieten, entscheiden sich 77 % der Käufer für die Version mit dem Assistenzsystem. Die HSD-Nutzungsrate liegt bei fast 50 % der gefahrenen Kilometer – im iCAR V27, dem ersten Modell, das das System in der Version „Falcon 700“ erhält, sogar bei über 85 %. Horizon Robotics gibt an, dass die Reaktionszeit des Systems – von Umgebungserfassung bis zur Aktion – 34 % schneller ist als beim Zweitplatzierten der Branche.

Hinter der Leistung stehen elf Jahre Forschung. Horizon Robotics hat in den letzten drei Jahren über 50 Arbeiten auf internationalen Top-Konferenzen veröffentlicht, mehr als 100.000 akademische Zitate erhalten und über 2.000 Patente angemeldet. Das Unternehmen betreibt Labore für allgemeine KI, verkörperte Intelligenz, Agenten und Akustik – eine breite technologische Basis, die den kontinuierlichen Fortschritt des Systems ermöglicht.

Ausblick: iCAR V27 erhält Update ab 30. Juni

Das OTA-Update für HSD V2.0 wird ab dem 30. Juni an die Fahrzeuge des iCAR V27 ausgerollt. Weitere Partnerschaften mit anderen Herstellern sollen folgen. Horizon Robotics betont, dass das System nicht statisch ist, sondern durch die Kombination aus Weltmodell und bestärkendem Lernen einen sich selbst verbessernden Kreislauf darstellt – ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche. Das Ziel: Eine Assistenz, die sich dem Fahrstil des Besitzers anpasst und mit jedem Update sicherer und komfortabler wird.


In Europa

Dieses Fahrzeug bzw. Modell ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

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