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SinaVon 3 Min. Lesezeit

Horizon HSD V2.0: Weltmodell-basierte Fahrassistenz per OTA

Horizon Robotics bringt das Update V2.0 seines Fahrassistenzsystems HSD. Es kombiniert Weltmodell und Reinforcement Learning für sichereres Fahren. iCAR V27 erhält das Update ab 30. Juni. Nur China-Markt.

Horizon HSD V2.0: Weltmodell-basierte Fahrassistenz per OTA

Horizon Robotics (地平线) hat am 29. Juni die Version 2.0 seines Fahrassistenzsystems HSD (Horizon SuperDrive) vorgestellt. Es handelt sich um das größte OTA-Update seit dem Marktstart. Mit 18 neuen Funktionen und 25 optimierten Details soll das System „beliebig von Punkt zu Punkt navigieren und rundum Kollisionen vermeiden“ können. Erster Empfänger ist das Modell iCAR V27, das ab dem 30. Juni nach und nach per Over-the-Air-Update versorgt wird. Weitere Fahrzeuge sollen folgen.

Weltmodell und Reinforcement Learning als Kern

Die Verbesserungen beruhen nicht auf simplen Funktionserweiterungen, sondern auf einer grundlegenden Modell-Neuerung. HSD V2.0 setzt auf eine Architektur aus Weltmodell und End-to-End Reinforcement Learning. Dadurch soll das System Fahrmanöver vorausschauender und flüssiger gestalten – sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt. Im Parkvorgang erkennt das System selbst schwierigste Lücken und steuert eigenständig hinein, während die Hinderniserkennung gleichzeitig gestärkt wurde.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der aktiven Sicherheit. HSD V2.0 nutzt das Occupancy Network (OCC, ein 3D-Raumerfassungsmodell), das bisher nur für den Navigationspiloten diente, nun auch für die automatische Notbremsung (AEB), die automatische Notlenkung (AES) und die Anti-Fehlbedienung des Gaspedals (AMAP). Das System erkennt damit nicht nur Standardobjekte wie Autos und Fußgänger, sondern auch ungewöhnliche Hindernisse – eine deutliche Abkehr von der klassischen „Whitelist“-Logik.

Hohe Nutzerakzeptanz belegt Fortschritt

Die Technologie stößt offenbar auf großes Interesse: Bei Modellen mit HSD-Option entscheiden sich 77 Prozent der Käufer für die Assistenzversion. Die HSD-Nutzung liegt bei knapp 50 Prozent aller gefahrenen Kilometer. Beim iCAR V27 mit der „Falcon 700“-Version (basierend auf HSD) steigt der Anteil sogar auf 85,14 Prozent. Zudem gibt Horizon Robotics an, dass die Reaktionszeit des Systems – von Umgebungserfassung bis zur Aktion – 34 Prozent schneller sei als die des zweitplatzierten Wettbewerbers.

Hinter diesen Werten stehen elf Jahre Forschung und Entwicklung. Horizon Robotics hat über 2000 weltweite Patente angemeldet, mehr als 50 Papers auf internationalen Top-Konferenzen veröffentlicht und unterhält vier Forschungslabore. Das Unternehmen sieht sich als Enabler für End-to-End-Architekturen, die das Potenzial selbstlernender KI voll ausschöpfen.

Wettbewerb im End-to-End-Segment verschärft sich

Mit HSD V2.0 positioniert sich Horizon Robotics als wichtiger Technologiepartner chinesischer Hersteller. Das System ist auf dem hauseigenen Chip Journey 6P optimiert und soll die Lücke zwischen menschlichem und maschinellem Fahren weiter schließen. Während die Konkurrenz (etwa Huawei, Mobileye oder Qualcomm) ebenfalls an End-to-End-Systemen arbeitet, betont Horizon die eigene Iterationsgeschwindigkeit als entscheidenden Vorteil.


In Europa

Dieses System bzw. Fahrzeug ist in Europa aktuell nicht offiziell erhältlich. Eine Markteinführung wurde bislang nicht angekündigt.

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