Chery Omoda 5: Heckachse bricht erneut in Malaysia ab
Ein Chery Omoda 5 hat in Johor Bahru (Malaysia) seine komplette Hinterachse verloren. Der Vorfall ereignete sich am 6. Oktober 2026 auf der Jalan Pandan nahe dem Einkaufszentrum AEON Mall Tebrau City. Fotos vom Unfallort und Aufnahmen einer Dashcam zeigen einen schwarzen Omoda 5 (Kennzeichen JWL 2862), der mit abgetrenntem Hinterachsträger auf einer Fahrspur steht.
Die abgerissene Baugruppe — darunter der Querträger der Verbundlenkerachse, Längslenker, Stoßdämpfer, Bremsleitungen und beide Räder — lag hinter dem Fahrzeug auf der Fahrbahn. Verletzte gab es nicht. Auf Bildern sind zudem Dellen in der hinteren rechten Tür zu sehen; ob sie im Zusammenhang mit dem Achsbruch stehen, ist unklar.
Parallelen zum Rückruf von 2024
Der Fall ähnelt einem Vorfall vom 28. April 2024: Damals war bei einem Omoda 5 eines malaysischen Besitzers der hintere Achsträger bei langsamer Fahrt im Verkehr gebrochen. Die malaysische Straßenverkehrsbehörde JPJ leitete eine Untersuchung ein, Chery Auto Malaysia startete eine vorsorgliche Sicherheitskampagne für 600 Fahrzeuge.
Als Ursache nannte Chery Auto Malaysia damals einen Kalibrierungsfehler bei einem ausländischen Zulieferer. Ein automatisierter Schweißkopf sei bei Wartungsarbeiten ausgetauscht, aber nicht korrekt neu kalibriert worden — mit der Folge unvollständiger Schweißdurchdringung an den betroffenen Hinterachsträgern. Laut Chery erhielten 60 Omoda 5 Bauteile aus einer am 15. August 2023 gefertigten Charge; die Inspektion erstreckte sich auf 600 Fahrzeuge mit Achsen aus dem Produktionsfenster vom 14. bis 17. August 2023.
Wichtig: Die Kampagne von 2024 betraf ausschließlich die Malaysien-Konfiguration des Omoda 5 mit Verbundlenker-Hinterachse. Sie lässt sich nicht ohne Weiteres auf den elektrischen Omoda E5 übertragen, der eine andere Hinterachskonstruktion nutzt. Gebaut wurde der Omoda 5 in Kulim (Kedah) bei Inokom aus CKD-Bausätzen.
Offene Fragen
Der Vorfall vom 6. Oktober 2026 wirft die Frage auf, ob das Fahrzeug von der Kampagne 2024 erfasst war und wie seine Servicehistorie aussieht. Chery gab an, alle 600 Zielkunden kontaktiert und bis zum 24. Mai 2024 rund 92 % der Inspektionen abgeschlossen zu haben. Ob JWL 2862 zu den geprüften und freigegebenen Fahrzeugen gehörte oder außerhalb des betroffenen Bauteilfensters von August 2023 produziert wurde, ist nicht bestätigt.
Die Fotos belegen zwar das Abtrennen der Hinterachse vom Fahrzeug, lassen aber offen, ob der Bruch an einem Befestigungspunkt, im Querträger oder an einer anderen Schnittstelle entstand. Chery Auto Malaysia hatte zum Redaktionsschluss keinen formellen technischen Bericht vorgelegt und das Produktionsdatum des Fahrzeugs nicht bestätigt. Damit bleibt unklar, ob ein Zusammenhang mit dem Schweißfehler von 2024 besteht.
In Deutschland
Chery plant mit der Marke Omoda eine Expansion nach Europa.
Für deutsche Käufer ist die wichtigste Einordnung: Der Omoda 5 ist in mehreren EU-Ländern bereits erhältlich, in Deutschland aber noch nicht regulär im Handel. Der hier beschriebene Achsbruch betrifft die malaysische CKD-Version mit Verbundlenker-Hinterachse — eine andere Konfiguration als die für Europa vorgesehenen Varianten. Eine Übertragbarkeit auf europäische Fahrzeuge ist bislang nicht belegt. Käufer eines Omoda 5 in Europa sollten gleichwohl prüfen, ob ihr Fahrzeug von Rückrufkampagnen betroffen ist — in Deutschland läuft die Abfrage über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).



