XPeng startet Yoyo-Robotaxi-Pilot mit 3.000 TOPS
XPeng (小鹏) hat am 8. Oktober 2026 seinen Robotaxi-Dienst unter dem Namen Yoyo (小鹏悠游) vorgestellt. Der Dienst startet zunächst in China und ist nur über Einladungscodes zugänglich. Gründer und CEO He Xiaopeng bestätigte den Start über die firmeneigene Buchungsplattform. Eine konkrete Flottengröße oder einen Termin für den regulären öffentlichen Betrieb nannte das Unternehmen nicht.
Die Buchung läuft über ein sogenanntes Mini-Programm — eine App innerhalb einer App, wie sie in China üblich ist: Die meisten Nutzer bleiben in WeChat und erledigen dort alltägliche Dinge wie Fahrdienste, Lieferungen oder Videos. Passagiere können über das Yoyo-Mini-Programm die Kabinentemperatur voreinstellen und das Duftsystem aktivieren. An Bord gibt es „Zero-Gravity"-Sitze, Massagefunktionen und einen Bildschirm für die Fondpassagiere.
Das Fahrzeug: GX-SUV mit eigener KI-Hardware
Technisch basiert der Roboter-Taxi-Dienst auf dem Flaggschiff-SUV XPeng GX. Die wichtigsten Daten:
Seit dem Start der Testphase haben Mitarbeiter nach Firmenangaben mehr als 2.200 Fahrten absolviert. Der Hersteller sieht das System damit reif für Tests mit externen Nutzern. Die Pläne hatte XPeng bereits im November 2025 angekündigt, im Januar 2026 begann der reguläre Straßentest. Im Mai 2026 lief das Serienfahrzeug im Werk Guangzhou vom Band, im Juli folgten Testfahrten mit Mitarbeitern inklusive Buchung, autonomer Abholung und Fahrtabschluss. Im August erhielt XPeng in Guangzhou eine Genehmigung für Ferntests — also Straßentests ohne Sicherheitsfahrer auf dem Fahrersitz auf ausgewiesenen Teststrecken der Klassen I, II und III. Laut He ist auch eine cloudbasierte Remote-Übernahmeplattform fertig entwickelt.
Ausblick: Stufe 4 ohne Sicherheitsfahrer bis 2027
XPeng plant für 2026 erste Pilot- und Demonstrationsangebote in kleinem bis mittlerem Umfang. Erfahrungen sollen zunächst in Guangzhou gesammelt werden, bevor der Dienst ausgeweitet wird. Für Passagierfahrten ohne Sicherheitsfahrer gilt weiterhin das Ziel 2027. Der CEO hält ein Erreichen der Gewinnschwelle auf Fahrzeugebene in Guangzhou sogar schon in der zweiten Hälfte 2027 für möglich — gemeint ist die Wirtschaftlichkeit des einzelnen Fahrzeugs, nicht des gesamten Robotaxi-Geschäfts. Als entscheidenden Faktor nennt He die Fahrzeugdichte im Betriebsgebiet.
Umsatz will XPeng über Fahrzeugverkauf, Technologiedienste und Beteiligung an Betriebserlösen erzielen, während Partner den lokalen Flottenbetrieb übernehmen. Gespräche über Yoyo-Partnerschaften laufen nach Firmenangaben in Europa, im Nahen Osten und in Südostasien. Für 2027 ist zudem ein speziell für den Robotaxi-Betrieb entwickeltes Modell geplant. He erwartet, dass Auslandsmärkte langfristig den größten Teil des Geschäfts ausmachen werden. Namen von Partnern und Starttermine nannte XPeng nicht.
Hintergrund: Da der Preiskampf im chinesischen EV-Markt und der Verdrängungswettbewerb kein Ende finden, sucht XPeng neue Erlösquellen jenseits margenschwacher Pkw-Verkäufe — darunter humanoide Roboter, Exporte und nun den Robotaxi-Dienst.
In Deutschland
XPeng ist in Norwegen, Schweden, Dänemark und den Niederlanden erhältlich, jedoch noch nicht offiziell in Deutschland. XPeng ist in mehreren nordeuropäischen Ländern vertreten, der Markteintritt in Deutschland ist angekündigt. Ein Start des Robotaxi-Dienstes Yoyo in Europa steht bislang nur als Gesprächsthema im Raum — konkrete Partner oder Termine wurden nicht genannt.



