Changan und CATL: 75 GWh für 1.500-km-Feststoffakku
Der chinesische Hersteller Changan (长安) und der Batterieriese CATL (宁德时代) bauen ihre Zusammenarbeit deutlich aus. Wie Changan auf der interaktiven Plattform der Börse Shenzhen mitteilte, soll die gemeinsame Akkukapazität auf 75 GWh steigen. Zugleich wollen beide Partner bei Feststoffbatterien (SSB) und Natrium-Ionen-Zellen kooperieren. Der Anlauf der neuen Produktion ist für 2027 geplant.
Joint Venture wächst um 25 GWh
Changan und CATL sind keine neuen Partner. Bereits 2023 gründeten sie das Joint Venture CATL-Changan (时代长安, Times Changan), das Zellen für Changans eigene Elektromarken Avatr, Deepal und Nevo liefert. Aktuell steuert das JV auf eine Kapazität von 50 GWh zu — nun kommen 25 GWh samt neuer Fertigungslinien hinzu.
Geplant ist ein Werk mit 700.000 Quadratmetern Fläche. Die Investition liegt bei rund 5 Milliarden Yuan — das entspricht ca. 640 Millionen € (ca. 5.000.000.000 Yuan).* Changan erwartet einen Jahresumsatz von ca. 1,28 Milliarden € (ca. 10.000.000.000 Yuan), 2.500 neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen von ca. 38,4 Millionen € (ca. 300.000.000 Yuan) für die Region. Der Standort liegt in einem Hightech-Gebiet zwischen Chongqing und der Provinz Sichuan.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Golden Bell: 400 Wh/kg und 1.500 km
Hinter der Ankündigung steht auch Changans eigene Feststoffzellen-Offensive. Unter dem Namen Golden Bell (金钟罩, Jinzhongzhao) präsentierte der Hersteller bereits 2023 seine SSB-Zellen. Die wichtigsten Eckdaten:
- Energiedichte: 400 Wh/kg
- Reichweite: über 1.500 km (CLTC) — entspricht ca. 1.280 km (WLTP-Schätzwert)
- Ladeleistung: 6C, Ladung von 30 auf 80 Prozent in 9 Minuten
- Lebensdauer: über 5.000 Zyklen, spürbarer Kapazitätsverlust erst nach 600.000 km
- Sicherheit: laut Changan 70 Prozent sicherer als Konkurrenzzellen, dank KI-gestützter Ferndiagnose
- Zeitplan: Straßentests 2026, Serienproduktion 2027
CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP) ist der in China gültige Messstandard — ähnlich wie in Europa das WLTP.
Kostendruck als Treiber
Der Schritt ist auch eine Reaktion auf den harten Preiskampf im chinesischen Markt. Laut dem Portal ZAKER News verdient der Konzern aus Chongqing derzeit nur umgerechnet etwa 9 € (ca. 68 Yuan) pro verkauftem Fahrzeug. Eigene, günstigere Zellen aus dem Joint Venture sollen helfen, die teuerste Komponente eines Elektroautos — das Batteriepaket — kostengünstiger zu beziehen. Zusätzlich hat sich Changan zu Zukunftsfeldern wie humanoiden Robotern und Chinas „Low-Altitude Economy" (kommerzielle Drohnen- und Luftmobilität) bekannt.
In Deutschland
Changan plant eine Expansion nach Europa, konkrete Deutschland-Pläne wurden bekannt gegeben, aber ein Marktstart steht noch aus.
